Vor drei Wochen hatte ich es hier ja schon angedeutet, dass ich noch einmal auf das Thema “Häufung von Prentos-Umwandlungen” zurückkommen wollte, und mit dem Hinweis auf den heutigen Tag konnte man vielleicht auf den Gedanken kommen, dieser Beitrag habe nun etwas mit dem gestern gestarteten WCCC in Magdeburg zu tun und/oder mit dem August-Schwalbe-Heft.
Zum Start des WCCC gestern ist auch die August-Schwalbe erschienen, daher “und” …
Neben vielen anderen interessanten Beiträgen in diesem Heft gibt es auch den Artikel “Vierfachdarstellungen des Prentos-Themas in orthodoxen Beweispartien” von Silvio Baier, in dem er das vorstellt, was man nach meinem erwähnten “Retro der Woche” vielleicht schon erwarten konnte — das macht aber die Sensation nicht kleiner, denn er berichtet nicht nur von einer Darstellung, sondern gleich von sechs!
Ein wenig erinnert mich das an die Geschichte des orthodoxen Babson-Tasks: Erst Jahrzehnte lang für nicht darstellbar gehalten, dann zeigte sich, dass es doch geht — und sogleich entstanden auch andere Grund-Schemata, die dieses schwierige Thema bewältigen.
Schauen wir uns doch die Erstdarstellung aus dem Februar-Heft der Schwalbe an:
die Schwalbe 2026
Beweispartie in 24,5 Zügen (14+11)
Wie vor drei Wochen Homebase-Stellung, dieses mal bei Schatz — also zählen wir die sichtbaren weißen Züge: Das sind 4+1+5+3+3+5=21 — vier Züge frei!? Zunächst erkennen wir, dass in drei Zügen sowohl [Ta1] als auch [Th1] nach g4 gelangen können, dass auch beide in zwei Zügen nach g2 kommen können.
Und dann fällt sicher auf, dass der schwarze Königsturm fehlt: Den muss also der nun auf e5 stehende Springer abgeholt haben. Statt nur zwei Züge benötigte der also (mit Zwischenstop auf f4 oder e5 weitere vier Züge, um auf h8 zu schlagen — und damit sind alle weißen Züge erklärt, keine mehr frei.
