Auf den Preisbericht des Jubiläumsturniers der Schachrubrik der Lüneburger Landeszeitung (Valladao-Task in drei Phasen) hatte ich hier am 1. September 2025 schon verwiesen.
Nun ist der endgültige Bericht erschienen — der hat übrigens mit einer Retroaufgabe zu tun …
Archiv des Monats: Februar 2026
Retro der Woche 07/2026
Die klassischen Auflöse-Retros von Luigi Ceriani sind für mich immer wieder ein Genuss! Viele sind recht komplex, aber andere auch so, dass ein noch nicht sehr erfahrener Retrofreund sie doch sehr gut nachvollziehen und vielleicht auch lösen kann: Ich kann versprechen, das macht Spaß!
Ein relativ sparsames Stück von ihm möchte ich euch heute zeigen.
Vittorio de Barbieri Gedenkturnier 1943, 1. Preis
Erster Zug der schwarzen Dame? (9+12)
Obgleich elf Steine fehlen, ist kein einziger Schlag eines Bauern sichtbar; zunächst sind nur einige wenige Details klar: der weiße Turm auf a2 konnte sein Zuhause nicht verlassen, wir werden uns Gedanken machen müssen, wie beie Seiten ein Retropatt vermeiden, und dass zuletzt die schwarze Dame gezogen hat, ist klar, da sie dem weißen König Schach bietet; sie kann also nur von d8 kommen und muss dabei geschlagen haben, denn ohne eine auf e8 entschlagene Figur wäre Weiß sofort retropatt, da er c2-c3 nicht zurücknehmen kann, da dies den schwarzen König aussperren würde. Was wurde denn auf e8 entschlagen?
Besuch bei Mustermatt
Vor knapp zwei Wochen habe ich Johannes Quack besucht: Er betreibt ja sein viereinhalb Jahren für Schwalbe den YouTube-Kanal Mustermatt, auf dem er jede Woche einen Beitrag zum Problemschach veröffentlicht — mit stets interessanten Aufgaben und Themen.
Er hatte mich eingeladen, mit ihm zusammen diesen Retroblog vorzustellen — und daraus wurde ein ziemlich ausführlicher Beitrag, in dem wir auch zum Beispiel gemeinsam eines meiner Lieblings-Retros vorgestellt haben.
Diesen Beitrag Schach für Archäologen hat er gestern (Publikationszeit bei Johannes: pünktlich freitags um 15:00 Uhr) online gestellt; schaut bei Interesse doch mal rein! Übrigens lohnt „Mustermatt“ nicht nur, wenn über Retros berichtet wird, sondern jeden Freitag…
Zehn Prozent
Heute Mittag um 12 Uhr waren exakt die ersten zehn Prozent des neuen Jahres vorbei! Da passt es gut, dass gestern noch ein Neujahrsgroß von Eduard Eilazyan aus der Ukraine kam, den ich euch nicht vorenthalten will.
Urdruck
Forderungen siehe Text; Schwarz am Zug (10+15)
Die Forderung(en):
a) Bestimme die Anzahl der Züge N(A) in Stellung A, der Diagrammstellung
b) Bestimme die Anzahl der Züge N(B) in Stellung B, die nach der Rücknahme eines Zuges aus A entsteht.
c) Finde einen (Vorwärts-) Zug in Stellung C mit C ≠ A und N(C) = N(A).
Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Zahl 26, aber nicht nur sie, hier eine wichtige Rolle spielt!
Viel Vergnügen beim Knobeln; die Lösung findet ihr hier bereits in einer Woche und nicht erst am Neujahrstag 2027 …
Retro der Woche 06/2026
Preisrichter Hans Gruber war von den Spitzenproblemen des Yoav Ben-Zvi Gedenkturniers – gefordert waren Beweispartien mit zweckreinen Bahnungen bzw. Räumungen — hellauf begeistert, er sah das Turnier als „epochal“ an, „ … mit herausragender Qualität der Preisprobleme und einem Jahrzehnt-Problem an der Spitze. Die Zweckreinheit der Manöver erhöht deren Tiefe beträchtlich; mit dem Turnier sollten die Erwartungen an hervorragende Beweispartien künftig deutlich steigen. Die intensive Beschäftigung mit jedem der Preisträger verspricht großen Gewinn.“
Mit den beiden erstplatzierten Aufgaben haben wir uns im Retro der Woche 02/2023 bzw. 03/2023 bereits beschäftigt; heute steht das Stück von Platz 3 auf dem Programm:
Yoav Ben-Zvi Gedenkturnier 2022, 3. Preis
Beweispartie in 18,5 Zügen (15+16)
Zwei thematische Manöver kann man schon aus der Diagrammstellung erahnen: wTa1 hat vielleicht bahnend für die schwarze Dame Platz gemacht, ebenso wLc1 für seinen Kollegen von f8. Aber dafür hätte Hans Gruber sicherlich in solch einem hochklassigen Turnier nicht den dritten Preis ver geben, wenn das alles wäre …
Die Betrachtung der Schläge — besser gesagt: des einzigen Schlages — bringt uns schon ein wenig weiter: Es fehlt nur ein weißer Stein, nämlich der a-Bauer. Der aber kann „mangels Schlagopfer“ nicht auf der b-Linie geschlagen worden sein; er muss also umgewandelt haben, und ein weißer Offizier wurde dann auf der b-Linie geschlagen.
Das macht das Zählen der nicht nur sichtbaren, sondern auch ableitbaren Züge nicht einfacher: