4. RB-TT — Nachtrag zum Preisbericht

Zum Preisbericht des 4. Retroblog-Thematurniers ist ein kleiner Nachtrag erforderlich.

Wie erst jetzt auffiel, gab es einen Diagramm-Druckfehler beim zweiten Preis (wBe4 statt sBe4). Der ist nun auch im Bericht korrigiert; ladet den Preisbericht bitte bei Bedarf einfach noch einmal herunter!

Quartz Weihnachtsturnier

Vor ein paar Tagen ist die neueste Ausgabe von Quartz (Nr. 48, November 2019) erschienen. Die Ausgabe enthält unter anderem die Ausschreibung zum Quartz Weihnachtsturnier, bei dem es um c# Beweispartien geht: Unter der Bedingung „c#“ ändern mattgebende Steine ihre Farbe, und die Partie wird, wenn die neue Stellung legal ist, fortgesetzt.

Der Einführungsartikel in Quartz enthält Beispiele; Einsendeschluss (per Mail an Preisrichter Paul Rãican, quarpaz1(at)yahoo.fr) ist der 1. Februar 2020.

Viel Spaß und Erfolg mit dieser interessanten Bedingung!

Retro der Woche 49/2019

Im Probleemblad-Preisbericht für die Jahre 2009 und 2010 konnte Richter Ulrich Ring eine Menge hervorragender Aufgaben auszeichnen. Die ersten drei Preise könnt ihr schon länger hier bewundern (1. Preis, 2. Preis und 3. Preis). Sie alle zeigen bemerkenswertes Umwandlungsspiel.

Unsere heutige Aufgabe aus diesem hochklassigen Turnier kommt, so viel will ich schon verraten, komplett ohne Umwandlungen aus, was man allerdings auch schnell aus dem Diagramm erkennen kann.

Roberto Osorio, Jorge Lois & Rustam Ubajdullajew
Probleemblad 2009-2010, 1. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 19,5 Zügen (14+14)

 

Bei Weiß sehen wir nur vier (!) von zwanzig Zügen – üblicherweise würde man hier auf mehrere weiße Umwandlungen tippen, aber es sind noch alle acht weißen Bauern an Bord; Weiß muss also „nur“ seine fehlenden Steine, die Dame und einen Springer, loswerden und gleichzeitig die beiden fehlenden schwarzen Steine (Dame und ein Bauer) „entsorgen“.

Bei Schwarz erkennen wir 4+0+5+3+4+2=18 Züge – es ist also nur ein schwarzer Zug frei, der für das Loswerden eines der fehlenden schwarzen Steine (oder das Wegschlagen eines weißen abseits der sichtbaren Zugbahnen) genutzt werden kann.

Weiterlesen

Für zwischendurch (83)

Im Oktober 2017 hatte ich hier schon etwas über Edith Elina Helen Baird (22.2.1859–1.2.1924) erzählt, die 1907 das erste Retrobuch überhaupt herausgebracht hat.

Kompositorisch hat sie sich intensiv mit Hifsrückzügern beschäftigt, und einen davon möchte ich euch am ersten Adventswochenende zwischen Spekulatius und Glühwein zum knabbern anbieten.

Mrs. W. J. Baird
The Westminster Gazette vor 1907
-1w,-1s, dann h#1 (2+4)

 

Da ist unsere „formale“ Schreibweise doch deutlich knapper als die Originalforderung: „1.White played last, retract his move 2.Black retracts his last move 3.Black plays, so as to enable — 4.White to mate“

Wie immer gibt es die Lösung in einer Woche hier — und hier ist sie nun:

Lösung


R: 1.Be4xBd5 Bd4xDe3, & vor: 1.Bd5xBe4 De3-g5#

Mir gefallen besonders die „Kindergarten“-Stellung (so nannte Peter Kniest Aufgaben nur mit Königen und Bauern) und die jeweils ersten Züge im Rückwärts- und im Vorwärts-Spiel.

Retro der Woche 48/2019

Nicht sofort auf den ersten Blick sieht man, dass wir uns heute wieder mit einer Aufgabe beschäftigen, in der Umwandlungen eine große Rolle spielen – ohne allerdings hier dominante Bedeutung zu haben: Tempospiel (besser gesagt: Unmöglicher Tempogewinn oder Tempoverlust) ist hier der Haupt-Inhalt.

André Hazebrouck
Schachmati w SSSR 1978, 1. Preis
#1 (wer?) (12+11)

 

Wir sehen sofort vier Bauernschläge des Weißen (e2xd3xc4xb5 sowie f2xe3); bei Schwarz kommen wir mit zwei Bauernschlägen aus: a7xb6xc5, da ein Schlag nach c4 nicht möglich ist: Wie sollten sonst sBc4 und wBb5 aneinander vorbeigekommen sein?

Das müssen wir uns noch genauer anschauen, denn „irgendwie“ müssen ja auch die fehlenden fünf Bauern, die allesamt vom Königsflügel stammen, verschwunden sein…

Aber zuvor wollen wir uns anschauen, wie der gewaltige Knoten im Westen überhaupt aufgelöst werden kann?!

Weiterlesen

Preisbericht zum 4. Retroblog-Thematurnier

Am ersten Weihnachtstag letzten Jahre hatte ich hier schon traditionell die Ausschreibung für ein von Andreas Thoma initiiertes Thematurnier veröffentlicht.

Nun ist der Preisbericht fertig und steht zum Anschauen / Download bereit. Mein Glückwunsch an die Autoren der ausgezeichneten Aufgaben.

Übrigens, es ist geplant, die Tradition auch in diesem Jahr am ersten Weihnachtstag fortzusetzen…

Retro der Woche 47/2019

In den letzten Wochen hatten wir uns hier intensiv mit dem Pronkin-Thema beschäftigt, und auch heute möchte ich euch eine komplexe Beweispartie vorstellen, in der Umwandlungen eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen.

Thierry Le Gleuher
Probleemblad 2001, 1. Preis
Beweispartie in 34,5 Zügen (14+10)

 

Das sieht man sofort beim Blick auf das Diagramm schon: Jede Menge weiße Umwandlungssteine! Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr schnell, dass das Diagramm eine weiße Allumwandlung zeigt. Ein Thema haben wir also schon erkannt…

Diese Erkenntnis hilft uns jedoch schon signifikant beim Zählen der erfolgten weißen Züge: 20 Bauernzüge sind schon klar. Nehmen wir die drei weißen Steine auf der achten Reihe als Umwandlungssteine an, so sehen wir 2+2+5+4+1+1=15 –- zusammen mit den 20 Bauernzügen für die Umwandlungen sind damit alle weißen Züge erklärt. Natürlich könnte man einen Turmzug einsparen, wenn wTc1 der [Ta1] wäre – das aber würde zwei Züge des [Sb1] erfordern, und das wäre ein Zug zu viel.

Nun schauen wir uns die Schlagbilanzen an:

Weiterlesen

Verhunzt

Auch wenn sich Schach für Tiger hauptsächlich an Partiespieler wendet, um ihnen Problemschach näher zu bringen, so bietet es auch immer für gestandene Problemisten interessanten Lesestoff.

Die November-Ausgabe 2019 weist nicht nur noch einmal auf den 8. Problemschach-Wettbewerb des Schachverbandes Württemberg hin (Einsendeschluss: 30. November 2019), sondern stellt auch drei von Wolfgang Erben bewusst etwas „verhunzte“ Probleme (darunter auch eine Beweispartie) vor, anhand derer er wichtige Prinzipien des Problemschachs verdeutlicht.

Interessant und didaktisch gut aufbereitet, wie man es von Wolfgang Erben kennt, also dringend zum Lesen empfohlen. Und vielleicht wollt ihr euch ja auch noch auf den Wettbewerb stürzen?