Kein Andernach

Zum ersten Male seit 1974 ist das lange Christi-Himmelfahrt-Wochenende — Corona geschuldet — nicht gleichzeitig Andernach-Wochenende.

Viele von uns wären sonst jetzt auf dem Weg an den Rhein oder dort bereits eingetroffen, und da möchte ich euch für die nur „virtuelle Anreise“, also für zwischendurch, eine Märchen-Beweispartie zum Lösen anbieten. Der Autor ist auch ein regelmäßiger Andernach-Besucher.

Stephen Emmerson
The Problemist 2017-2018, 4. Lob
Beweispartie in 6,5 Zügen, Circe (14+16)

 

 

Viel Spaß damit; wie immer gibt es hier die Lösung in etwa einer Woche.

Und hier ist sie:

Lösung

1.a4 Sf6 2.a5 Se4 3.a6 Sxd2 4.Ta5 Sxa6[Ba2] 5.Dxd2[Sb8] Sb4 6.Kd1 Sc2 7.Kxc2[Sg8]

Hübscher „Wiedergeburts-Platzwechsel“ der schwarzen Springer.

Andernach 21.-24.5.2020

Christi Himmelfahrt / Vatertag fällt in diesem Jahr auf den 21. Mai. Eigentlich ist damit zum Thema Märchenschachtreffen in Andernach, das nebenbei auch traditionell ein großes Retro-Treffen ist, schon alles gesagt: Klar, am Donnerstag geht es los und dauert bis zum Sonntag, also 21. bis 24. Mai 2020.

Dennoch hat sich Organisator bernd ellinghoven die Mühe gemacht, ein kleines Programm zu erstellen.

Fragen zum Treffen direkt an bernd oder auch an mich.

Und dann sehen wir uns am 21. Mai in Andernach?!

Beginn des Andernach-Treffens

Heute beginnt das 45. Andernach-Problemschachtreffen, und dazu hatte mir Walter Lindenthal – vielen Dank, Walter! – ein sehr passendes Stück geschickt, das ich euch heute so vorstellen möchte, wie das in Andernach beim Lösungsturnier geschehen würde: Ohne Quelle und Angabe der Lösungsanzahl — diese Infos kommen dann erst mit der Lösung selbst, also in etwa einer Woche.



Beweispartie in 3,5 Zügen Andernach-Schach b) sTa8 statt sSg8 (15+15)

 

Beim Andernach-Schach wechselt im Schlagfall der „Schläger“ seine Farbe. Viel Spaß beim Knobeln – und ihr wisst ja, in Andernach dürfen Popeye und Co auch nicht mitlösen…

 

Lösung
Zunächst die kompletten Angaben zum Problem:

R. Turnbell & S. Emmerson
Variant Chess 1996
Beweispartie in 3,5 Zügen Andernach-Schach b) sTa8 statt sSg8, zwei Lösungen (NL) (15+15)

 

a) 1.d3 Sc6 2.s4Sxd4(wS) 3.Sc6 Tb8 4.Sxb8(s)
b) 1.d4 e6 2.d4 e6xd5(wB) 3.d6 Se7 4.dxe7(sB) und
(NL) 1.d4 Sf6 2.Dd3 Se4 3.Dxe4(sD) Dxd4(wD) 4.Dd1
Witziger Weise ist die NL auch „thematisch“! Auf solche Überraschungen muss man beim Andernacher Lösungsturnier gefasst sein!

Andernach 2019

Sicher hat der Eine oder Andere schon darauf gewartet: Nun ist endlich die Ankündigung für das 45. Andernachtreffen 2019 herausgekommen; ihr könnt sie z.B. über die feenschach-Seite anschauen und herunterladen.

Den Termin kennt ihr natürlich: das Himmelfahrts-Wochenende, dieses Jahr recht spät, nämlich vom 30. Mai bis zum 2. Juni.

Ich freue mich schon darauf, viele von euch dort zu treffen!

Andernach 2018

… wirft seine Schatten voraus! Natürlich wieder am Himmelfahrts-Wochenende (10. bis 13. Mai 2018) trifft sich die Problemschachwelt in Andernach. Wie es sich in diesem Jahr bereits andeutete, wird das neue Tagungslokal das Hotel Stammbaum sein, das sicher einige von euch bereits kennen.

Details zur Anmeldung findet ihr in der Einladung von bernd ellinghoven. Also: rechtzeitiges Anmelden nicht vergessen!

Retro der Woche 23/2017

Das (Märchen-) Schachtreffen in Andernach, das wie immer am verlängerten Himmelfahrts-Wochenende stattfand, war wieder gut besucht. Erfreulicherweise waren auch einige neue Besucher da, andererseits fehlten dieses Mal ein paar sonst immer gesehene Freunde.

Untern ihnen war auch Ulrich Ring, ein alter Haudegen schon der Frühzeit eindeutiger Beweispartien, wie man hier schon in den Retros der Woche 39/2012, 39/2013 und 27/2014 bewundern konnte. Darüber hinaus ist er auch ein anerkannter Hilfsmatt und Zweizüger-Spezialist, der aber auch tief ins Märchenschach eindringt und dabei auch ein hervorragender Koch ist.

Vor 20 Jahren in Andernach haben wir gemeinsam ein Konstruktionsthema bewältigt, das ich heute gern vorstellen möchte.

Dirk Borst, Thomas Brand, Hans-Peter Reich und Ulrich Ring
Andernach 1987, 1. Preis
Nach Vertauschen von zwei beliebigen Steinen bleibt die Stellung legal (14+14)

 

Dieses Konstruktionsturnier hatte Hans-Heinrich Schmitz ausgeschrieben. Uns vier reizte es schnell, das theoretische Maximum zu erreichen, was HHS im Vorfeld für unwahrscheinlich gehalten hatte, dass es funktionieren konnte.

Schnell sieht man, dass die erste und die achte Reihe frei bleiben müssen, da ein Tausch eines Bauern hierhin sofort die Stellung illegal machen würde. Außerdem muss man natürlich vermeiden, dass illegale Doppelschachs entstehen. Auch muss man höllisch aufpassen, dass keine illegalen Bauernstellungen entstehen.

Dieser letzte Gedanke zeigt übrigens auch, wieso 28 die maximal mögliche Steinzahl ist. „Der 29. wäre ein Bauer, und eine Partei hätte dann 7 Bauern auf dem Brett. Wenn da dann ein weißer Randbauer gegen einen schwarzen Randbauern getauscht wird, entsteht Unmögliches.“ So erklärte es Hans-Heinrich Schmitz in seinem Turnierbericht in feenschach 123, I-VI/1987, S. 34.

Warum müssen denn in der Stellung überhaupt Bauernlücken auftreten? Nun, der Tausch zweier Läufer kann sofort einen schwarzen und einen weißen Umwandlungsläufer nach sich ziehen (z.B. Le2<>Le3), und dafür müssen noch Bauern für die Entwandlung zur Verfügung stehen – und zwar für Umwandlungen auf weißen und auf schwarzen Feldern.

Und euch sei es zur eigenen Überlegung überlassen, wieso keine Bauern auf drei benachbarten Reihen stehen können?

Bei dem Wettbewerb wurde übrigens nur diese eine Aufgabe abgegeben – andere Konstrukteure hatten mitbekommen, dass wir bei 28 waren und dann ihre Bemühungen eingestellt, um sich dann auf andere Kompositionsturniere zu konzentrieren, zum Beispiel auf das Isardam-Turnier: Diese Märchenbedingung hatte einige Wochen zuvor beim Treffen der British Chess Problem Society erprobt worden war.

Hans Heinrich Schmitz hatte übrigens einen Geldpreis ausgelobt für sein Turnier: Den erhielten alle Teilnehmer in Form eines wie ein Hemd gefaltenen Zwanzig-DM-Scheins: Den habe ich heute noch, auch in Erinnerung an diesen großartigen Problemfreund!

Einstimmung auf Andernach

Heute in zehn Tagen beginnt das alljährliche Problemschachtreffen in Andernach, und zur Einstimmung auf den märchenschachlichen Höhepunkt des Jahres hat Andreas Thoma ein kleines Löseturnier organisiert. Ihr ahnt es sicher schon, es geht um Anticirce-Verteidigungsrückzüger.

Die Aufgaben für das Turnier könnt ihr natürlich bei mir herunterladen. Andreas verspricht jedem, der ihm in Andernach mindestens vier richtige Lösungen vorlegen kann, einen flüssigen Preis.

Viel Spaß — und vergesst, wenn ihr nach Andernach fahrt, nicht eure Lösungsaufzeichnungen!

Michel Caillaud 60

Heute feiert Michel Caillaud seinen 60. Geburtstag – ganz herzliche Glückwünsche gehen dazu nach Frankreich!

Michel ist ein unglaublich vielseitiger Komponist, der sich in den unterschiedlichsten Gebieten tummelt, und auch ein hervorragender Löser.

Knapp 250 Album-Punkte zeugen von seiner großen Kompositions-Klasse, und er ist der einzige „echte Retro-Großmeister“: Er hat über 70 Punkte, die ja die Großmeisternorm bilden, allein in der Retro-Abteilung des Albums gesammelt.

Er war in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts einer der wesentlichen Treiber der eindeutigen Beweispartie, er war und ist aber auch ein ausgezeichneter Komponist in anderen Retro-Bereichen, seien das klassische Auflöse-Aufgaben, seien das Verteidigungsrückzüger oder auch Märchen-Retros.

Michel ist ein Stammgast bei den Andernach-Treffen, und von einem dieser Treffen möchte ich hier eine Aufgabe von ihm vorstellen.

Michel Caillaud
Andernach 2010, 1. Preis
Beweispartie in 12 Zügen b) sTf6 > f5 (14+15)

 

a) 1.e4 c5 2.e5 Da5 3.e6 Kd8 4.exd7 Kc7 5.d8=L+ Kd7 6.Lb6 axb6 7.Ld3 b5 8.Lg6 Dd8 9.d3 Txa2 10.Lf4 Ta6 11.Lc7 Tf6 12.Ta8 Ke8 – b) 1.e3 d5 2.Ld3 d4 3.Lg6 dxe3 4.d3 e2 5.Kd2 e1=T 6.a4 Te6 7.a5 Tb6 8.axb6 axb6 9.Ke1 Ta5 10.Lf4 Tf5 11.Ta8 c5 12.Lc7 b5.

Beeindruckend, wie die kleine Stellungänderung ein komplett anderes Spiel erfordert; durch die Darstellung des weißen bzw. schwarzen Ceriani Frolkin Themas sowie die Rückkehren der Könige sind die beiden Phasen hübsch verbunden.