Walpurgisnacht

Wer in der kommenden (Walpurgis-)Nacht nicht unbedingt auf Besen reitende Hexen beobachten möchte, dem kann ich interessante, aktuelle Retro-Lektüre empfehlen:

In der neuesten Ausgaben des kanadischen ChessProblems.ca (Nr. 8 vom April 2016) findet ihr zwei interessante Retro-Artikel:

  • Circe Assassin Series Retractors von Cornel Pacurar
  • The Elvis Effect — Multiple Potential King Pairs in Chess Rebuses von Jeff Coakley & Andrej Frolkin

Viel Spaß bei der Lektüre der beiden auch vom Layout herausragend gestalteten Beiträge — vielleicht regen euch die Artikel an, in diesem Umfeld selbst aktiv zu werden? Das wäre toll.

Einstimmung auf Andernach

In wenigen Tagen, am kommenden Donnerstag, beginnt das Märchenschachtreffen in Andernach, und dort will Andreas Thoma ein kleines Löseturnier für (nicht allzu schwere) Anticirce-Procas ausrichten.

Wer es nicht mehr schafft, bis Andernach noch in ein Trainingslager zu gehen, kann hier ein wenig üben: Andreas hat mir vier Kegelprobleme zur Verfügung gestellt, die ich euch nun zum Lösen anbieten möchte. Alle Aufgaben sind hoffentlich vielen Lesern gewidmet – nämlich allen Teilnehmern am diesjährigen Andernach-Treffen!

Hier noch einmal kurz die Anticirce-Regeln:
Ein schlagender Stein (auch König) wird nach dem Schlag als Teil desselben Zuges auf seinem Partieanfangsfeld, ein schlagender Märchenstein auf dem Umwandlungsfeld der Linie wiedergeboren, in der der geschlagene Stein stand; der geschlagene Stein verschwindet. Ist das Wiedergeburtsfeld besetzt, ist der Schlag illegal. Ein wiedergeborener König oder Turm gilt als neu und darf rochieren. Beim Typ Calvet sind Schläge auf das eigene Wiedergeburtsfeld erlaubt, beim Typ Cheylan nicht. Bei der Angabe „ohne VV“ (Vorwärtsverteidgung) darf Schwarz sich nicht verteidigen, indem er nach einer Zugrücknahme selbst mit einem Vorwärtszug den weißen König mattsetzt.

Andreas Thoma
Urdruck (1)
-3 & #1 VZR Proca Anticirce Cheylan (4+9)

 

Verblüffenderweise entledigt sich Weiß einer starken Figur, um mit einer schwächeren Matt zu setzen.

 

Andreas Thoma
Urdruck (2)
-3 & #1 VZR Proca Anticirce Cheylan (1+9)

 

Hier und in den folgenden beiden Aufgaben ist der weiße König auf sich allein gestellt, um also selbst mattsetzen zu können, muss er Schwarz irgendwie zwingen, e8 zu besetzen.

Andreas Thoma
Urdruck (3)
-4 & #1 VZR Proca Anticirce Cheylan ohne VV (1+9)

 

 

 

 

Andreas Thoma
Urdruck (4)
-5 & #1 VZR Proca Anticirce Cheylan (1+9)

 

 

 

 

Die Lösungen werde ich am kommenden Mittwochnachmittag hier veröffentlichen!

1. Retroblog-TT

Das erste Retroblog Thematurnier neigt sich dem Ende zu: Turnierleiter Hans Gruber hatte die zwischen Weihnachten 2015 und Ostern 2016 eingegangenen Aufgaben an die beiden Preisrichter Andreas Thoma und mich verschickt.

Einzeln haben wir gewertet — und nicht zu glauben, wir sind unabhängig voneinander zu einem völlig identischen Ergebnis gekommen!

Auf das allerdings müsst ihn noch bis Andernach warten: Dort werden wir es in einem kleinen Vortrag vorstellen.

Retro der Woche 17/2016

Im April-Heft der Schwalbe ist bereits der Preisbericht der Retros aus dem Jahre 2014 von Kostas Prentos erschienen; ein Stück daraus möchte ich heute vorstellen.

Silvio Baier
Die Schwalbe 2014, 2. Preis
Beweispartie in 27 Zügen (14+13)

 

Auf beiden Seiten fehlen nur Bauern, und sofort sieht man sowohl für Weiß als auch für Schwarz jeweils zwei Schläge durch Bauern: Weiß hat exf und hxg gespielt, bei Schwarz sehen wir exf6 und dxe6.

Mit diesen vier Schlagzügen können keine Bauern geschlagen worden sein – damit wissen wir schon jetzt, dass es (mindestens) zwei weiße und zwei Schwarze Umwandlungen gegeben haben muss.

Können wir auch schon etwas über den dritten Schlag durch Weiß sagen?

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Regen-Wochenende

Das kommende Wochenende soll ja ziemlich feucht werden. Wenn ihr da nicht gerade Retros für Die Schwalbe baut oder eure Einsendungen für das FIDE-Album vorbereitet, habt ihr vielleicht Lust auf eine „Zwischendurch“-Kleinigkeit (Nr. 17)?

Nikolai Buljajew
Schachmati w SSSR 1977, Lob
Färbe – letzte drei Züge? (??+??=6)

 

Das sollte nicht allzu schwierig sein, aber diese Art von Aufgaben finde ich sehr attraktiv. Viel Spaß also beim Lösen — und vielleicht fällt euch hierzu ja auch etwas ein?

Retro der Woche 16/2016

Nikita Plaksin ist sicherlich einer der bedeutendsten Komponisten klassischer Retros, der aber auch intensiv im Bereich der Märchen-Retros unterwegs war: Speziell mit Andrej Kisljak zusammen hat er intensiv verschiedene Märchenbedingungen auf Last-mover Rekorde untersucht, bei denen also (zumindest) der letzte Zug eindeutig ist – und das mit möglichst wenigen Steinen.

Heute habe ich aber eine klassische Aufgabe von ihm herausgesucht, die mir immer wieder sehr gut gefällt.

Nikita Plaksin
Schachmati w SSSR 1991, 1. Preis — A. Kisljak gewidmet
#1 durch Schwarz (11+14)

 

Hier sehen wir wieder einmal eine Vorwärtsforderung, die sehr schnell zu lösen ist: Weiß ist am Zug, muss das Schachgebot durch 1.Txg4 parieren, wonach 1.– Sd6# mattsetzt. Aber das ist natürlich nicht der dürftige Inhalt dieser Aufgabe; natürlich geht es um die Stellungsgenese: Wie lässt sich die Diagrammstellung auflösen?

Dazu untersuchen wir wie üblich zunächst einmal die Schläge: Die Konstellation der schwarzen Bauern auf der b- und c-Linie erfordert drei Schläge (axb, bxc, dxc), ferner geschah gxXf6 – und das Schachgebot in der Diagrammstellung konnte auch nur durch Lh3xXg4 gespielt werden, damit sind alle fehlenden weißen Steine erklärt.

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In 20 Tagen

Und noch eine Erinnerung:

Heute in 20 Tagen beginnt das Hochfest des Problemschach, speziell der Märchen- und Retrofreunde: Das 42. Andernach-Treffen; Details findet ihr beispielsweise hier im Blog. Wer sich noch nicht angemeldet hat, wer sich noch kein Zimmer für die Nächte vom 5. bis zum 8. Mai gesucht hat, sollte dies möglichst rasch tun!

In sieben Wochen

Heute schon in sieben Wochen, am 1. Juni 2016, ist Einsendeschluss der Aufgaben fürs FIDE-Album 2013-2015! Hinweise zur Ausschreibung findet ihr beispielsweise hier im Blog.

Denkt also rechtzeitig daran, eure Einsendung vorzubereiten und die Regularien zu beachten (z.B. EINE pdf-Datei muss pro Sektion eingeschickt werden). Die Retro-Aufgaben fürs Album schickt ihr an t.brand(at)gmx.net.