Auflösung Weihnachtsrätsel

Am 22. Dezember letzten Jahres hatte ich hier die beiden Aufgaben des Weihnachtsrätsels der Stuttgarter Zeitung veröffentlicht. Nun sind die Lösungen erschienen, und die möchte ich jetzt nachtragen:

I) Jens Guballa
Stuttgarter Zeitung 21.12.2018
Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück und setzt stattdessen in einem Zug matt (5+3)

 

 

 

II) Werner Keym
Stuttgarter Zeitung 21.12.2018
a) Entferne b) ergänze einen schwarzen Bauern. Dann Matt in einem Zug (9+9)

 

 

 

Lösung zu I):
Zurück 1.La6-b5 und 1.c8D=#, zurück 1.Sd8-c6 und 1.c8S=#.

Lösung zu II):
Die weißen Bauern schlugen insgesamt sechsmal.
a) Man entferne den Bd4. Zuletzt geschah entweder R 1.– c7-c5, dann 1.b5:c6# e.p., oder R 1.– e7-e5, und dann 1.f5:e6# e.p. Dies gilt als eine Lösung, die aus zwei sich ausschließenden Teilen besteht (partielle Retroanalyse).
b) Vier Lösungen. +sBc6 und 1.b5:c6#, +sBe6 (letzter Zug R 1.– f7:Xe6+) und 1.f5:e6#, +sBf7 und +sBh7. In den beiden letzten Fällen geschah zuletzt R 1.– c7-c5 (1.b5:c6#), aber nicht R 1.– e7-e5, was den sLf8, der als Schlagobjekt für die weißen Bauern gebraucht wird, aussperren würde.

Werner Keym schrieb mir, dass er vier Lösungen zugesandt bekommen hatte — von denen waren nur zwei richtig! So leicht waren die Aufgaben offensichtlich doch nicht?!

Retro der Woche 03/2019

Heute möchte ich noch einmal auf das letzte Retro der Woche zurückkommen: Natürlich ist die Zeit nicht stehen geblieben, und heute wollen wir also betrachten, was 14 Jahre später Thierry Le Gleuher mit dieser Idee („Aufspaltung des Bauerndoppelschritts“) gemacht hat; schaut euch also vielleicht vorher noch einmal die Beweispartie von Unto Heinonen an.

Thierry Le Gleuher
Probleemblad 2007
Beweispartie in 29,5 Zügen (9+15)

 

Auch hier fällt im Diagramm sofort ein schwarzer Umwandlungsstein auf, dieses Mal ein Läufer. Und auch er wird technisch dafür genutzt, schwarze Züge zu generieren — und, wie wir gleich noch sehen werden, auch Schlagfälle. Doch zunächst zählen wir die schwarzen sichtbaren Züge.

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Dezember-Schwalben

Mitte Dezember hatte ich darauf hingewiesen, dass die letzten 2018er-Ausgaben von Die Schwalbe und feenschach verspätet erscheinen würden.

Nun sind die Dezember-Schwalbe-Hefte erscheinen: Ja, der Plural ist richtig, das ist ein Doppelheft 294-1 und 294-2 mit insgesamt 104 Seiten! Es lagen so viele Beiträge vor, dass der Schwalbevorstand beschlossen hatte, dieses Mal ein Doppelheft zu veröffentlichen, anstatt über längere Zeit speziell einen Berg an Preisberichten vor sich her zu schieben.

So enthalten die beiden Hefte neben Berichten von Schwalbe-Treffen 2018 in Bad Segeberg viele Entscheide aus Informalturnieren, aber auch die der Geburtstagsturniere „Hans Peter Rehm 75“ und „bernd ellinghoven 64“. Natürlich ist auch für uns Retrofrennde wieder eine Menge Lese- und Lösestoff dabei, darunter ein ausführlicher Beitrag von Bernd Schwarzkopf „Letzter Zug? — mit nur einer Steinart“ sowie mein Segeberg-Vortrag.

Ich möchte aber euer besonderes Augenmerk auf zwei Beiträge jenseits der Retroanalyse richten, die ich beide begeistert verschlungen habe: Die Selbstmatt-Serie „Dies# fiel mir auf“ von Hartmut Laue, zu der nun bereits der 17. Beitrag erschienen ist, sowie der Beitrag von Stephen Rothwell „Natürliche Eleganz — Die Studien von Hermann Mattison“.

Über Lesen und Genießen solltet ihr nun aber nicht das Lösen und Kommentieren vergessen: Zehn wie ich finde sehr abwechslungsreiche Urdrucke laden dazu ein.

Und wenn nun in den nächsten Tagen auch noch die letzten beiden feenschach-Hefte des Jahres 2018 (ebenfalls mit viel Retro-Lese- und Lösespaß, das kann ich schon versprechen) erscheinen…

Retro der Woche 02/2019

Am ersten Sonntag des neuen Jahres möchte ich euch eine schon etwas ältere und auch thematisch recht ungewöhnliche Beweispartie des Finnen Unto Heinonen (* 25.12.1946) zeigen. Wir kennen ja auch hier Unto als einen Komponisten, der ein wenig abseits des Mainstreams komponiert.

Unto Heinonen
Die Schwalbe 1993, 1. Preis
Beweispartie in 24 Zügen (16+10)

 

Ungewöhnlich ist hier schon der dritte schwarze Turm, der sofort auffällt und den wir gleich benutzen werden, um uns die ersten Schritte der Lösung dieser Aufgabe zu erarbeiten. Wir können zunächst einmal anhand der schwarzen Bauernstellung schnell feststellen, dass der aus [Bd7] entstanden sein muss.

Und nun zählen wir zunächst einmal die schwarzen sichtbaren Züge. Dabei lassen wir zunächst offen, welchen Turm wir als Umwandlungsturm ansehen und stellen fest, dass die beiden Original-türme mindestens fünf Züge gemacht haben müssen: Tf7 zwei, die beiden anderen jeweils drei, und wir zählen den dritten Turm zunächst nicht mit.

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facebook

Bei facebook erwartet man nicht unbedingt Urdrucke von Retroaufgaben, und doch hat der Argentinier Raul Ocampo dort im letzten Monat ein paar kleine Beweispartien erstmals veröffentlicht. Eine Aufgabe, die ich dort gesehen habe, hat mir besonders gut gefallen, drum möchte ich sie euch heute für zwischendurch vorstellen. Dieses Stück hat Raul nach eigenen Angaben schon im Oktober 2015 gebaut.

Raul Ocampo
facebook (Raul Ocampo), 29.12.2018,
Beweispartie in wie vielen Zügen? (15+16)

 

Ausnahmsweise möchte ich (wie der Autor) die genaue Zügezahl hier nicht angeben: Das würde zu viel verraten… Viel Spaß beim Lösen dieser recht inhaltsreichen Aufgabe!

Christmas puzzles

Auf der Chessbase Website ist am Silvestertag ein Retro-Weihnachtspuzzle erschienen, in dem Frederic Friedel hauptsächlich Hilfsrückzüger vorstellt. Das ist auf dieser von Partiespielern stark frequentierten Website wieder einmal tolle Werbung für Retros — und der Beitrag ist lesenswert!

Nachtrag 2. Januar 2019:
Heute erschien ein weiterer Artikel auf der Seite: Problem chess with Noam Elkies. Dabei geht es auch um die Schwalbe und die PDB — auch sehr lesenswert!

2019

Allen Retrofreunden wünsche ich
ein gutes neues Jahr 2019!

Will man das neue Jahr „retroanalytisch“ einordnen, so kommt man sicher kaum daran vorbei, es als Ceriani-Jahr zu bezeichnen: Luigi Ceriani, der vielleicht bedeutendste Retroautor, Verfasser vieler hochklassiger Aufgaben, Verfasser und Herausgeber der so bedeutenden Werke 32 Personaggi e 1 Autore (1955) und La Genesi della Posizioni (1961), wurde am 23. Januar 1894, also vor 125 Jahren geboren; er starb am 8. Oktober 1969, also vor 50 Jahren.

Auf ihn werde ich hier im Blog und auch an anderer Stelle noch ausführlich zurückkommen; heute aber schon einmal eine nette Kleinigkeit von ihm, die ihr sicher auch nach drei Punsch noch zwischendurch locker-leicht lösen könnt:

Luigi Ceriani
Problem 1954
Letzte vier Einzelzüge? (6+1)