The Problemist I/2020

Gestern erhielt ich (zunächst in elektronischer Fassung) die Januar-Ausgabe des Problemist mit wieder höchst interessantem Lesestoff, aus dem ich nur zwei Beiträge besonders hervorheben will:

Bernd Gräfrath setzt sich in seiner „Proof Games and Retros“ Rubrik subjektiv, kritisch und lesenswert mit einem Preisbericht auseinander, und im „Supplement“ des Problemist findet sich ein interessanter Beitrag (ohne Retros!) von Vlaicu Crişan mit dem Titel „To Twin or Not to Twin?“ Und auch sonst gibt es natürlich wieder jede Menge interessanten Lesestoff.

Zwei Punkte möchte ich noch erwähnen: Ab 2020 gehören nun auch alle Märchen-Retro-Urdrucke in die Retroabteilung, was ich sehr begrüße – und The Problemist sucht ab 2021 einen neuen Chefredakteur. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch doch einfach per Mail bei Ian Watson (ian(at)irwatson.demon.co.uk)!

4. RB-TT — Nachtrag zum Preisbericht

Zum Preisbericht des 4. Retroblog-Thematurniers ist ein kleiner Nachtrag erforderlich.

Wie erst jetzt auffiel, gab es einen Diagramm-Druckfehler beim zweiten Preis (wBe4 statt sBe4). Der ist nun auch im Bericht korrigiert; ladet den Preisbericht bitte bei Bedarf einfach noch einmal herunter!

Preisbericht zum 4. Retroblog-Thematurnier

Am ersten Weihnachtstag letzten Jahre hatte ich hier schon traditionell die Ausschreibung für ein von Andreas Thoma initiiertes Thematurnier veröffentlicht.

Nun ist der Preisbericht fertig und steht zum Anschauen / Download bereit. Mein Glückwunsch an die Autoren der ausgezeichneten Aufgaben.

Übrigens, es ist geplant, die Tradition auch in diesem Jahr am ersten Weihnachtstag fortzusetzen…

Retro der Woche 37/2019

Hatte ich in der letzten Woche hier vom Murfatlar-Turnier in Vilnius berichtet, so möchte ich heute den Sieger der „Beweispartien“-Abteilung des Champagne-Turniers, das Michel Caillaud bereits seit vielen Jahren ausrichtet, vorstellen. Es ging um „Bahnung“ gemäß folgender Definition:

A piece, white or black, (retro-)leaves square x.
Another piece of same color (retro-)plays in same direction, crossing square x.

Ein Stein, weiß oder schwarz, verlässt (in einem Retro-Zug) Feld x.
Ein anderer Stein gleicher Farbe spielt (in einem Retro-Zug) in dieselbe Richtung und überquert dabei Feld x.

Michel vergab jeweils sechs Preise, ehrende Erwähnungen und Lobe bei 22 korrekten Einsendungen; der erste Preis und damit — welche Überraschung bei dem Turniernamen! — eine Flasche Champagner ging nach Japan:

Hitoshi Yanami
Champagne Turnier 2019, 1 Preis
Beweispartie in 20 Zügen (14+14)

 

Schnell sieht man, wie die fehlenden Figuren (beide Damen, weißer Springer und schwarzer Turm) geschlagen wurden: bxa und d7xc6 die beiden weißen, axb und c2xd3 die beiden schwarzen.

Zählt man nun die sichtbaren weißen und schwarzen Züge, so kommen wir bei Weiß auf 0+0+4+2+0+7=13 sowie bei Schwarz (unter Berücksichtigung der möglichen langen Rochade) auf 2+0+2+3+4+4=15 Züge. Weiß benötigt darüber hinaus mindestens 2+3 Züge, um Dame und Springer aktiv loszuwerden, Schwarz für Dame und Turm 2+2 oder 1+3. Hierbei haben wir angenommen, dass sTh6 via langer Rochade auf die d-Linie gelangt ist. Kommt er hingegen von h8, benötigt er einen Zug mehr –- den dann allerdings sein Kollege von a8 einspart.

Damit bleiben noch zwei weiße und ein schwarzer Zug frei.

Weiterlesen

Champagne-Turnier 2019

Nachtrag 6.9.2019:
Zwei Inkorrektheiten konnten kurzfristig repariert werden; hier findet ihr den revidiertem Preisbericht.

Anlässlich des 62. WCCC in Vilnius hatte Michel Caillaud sein traditionelles Champagne-Retroturnier ausgeschrieben; in diesem Jahr ging es um Bahnungen.

Nun liegt der Preisbericht vor: Michel hat mir gestattet, ihn hier zum Download bereit zu stellen; herzlichen Dank dafür!

Auch dieses Turnier hat sehr gute Aufgaben hervorgebracht, auch auf dieses Turnier werde ich hier im Blog noch näher eingehen.

StrateGems III/2019

Pünktlich wie immer lag vor ein paar Tagen schon das neue StrateGems Heft in meinem Briefkasten – wie immer mit viel Lese- und Lösestoff mit neun Retro-Urdrucken und den Retro-Preisberichten für 2017 – StrateGems unterscheidet ja zwischen Beweispartien und anderen Retros.

Auf den Preisbericht werde ich natürlich noch zurückkommen; heute möchte ich euch auf einen ganz anderen Betrag hinweisen, den ich mit großem Vergnügen gelesen habe: Richard Becker geht auf gut fünf Seiten auf das interessante Verhältnis von Mehrzügern und Studien ein – sehr zu empfehlen!

Wer sich allerdings noch intensiver einen Blick über den Zaun werfen will, sich damit ein wenig intensiver beschäftigen will, dem kann ich nur das Schwalbe-Sonderheft 241A (Februar 2010) empfehlen Gratwanderungen zwischen Mehrzüger und Studie von Wieland Bruch: Immer noch 40 Seiten puren Lesevergnügens!

Preisbericht R.I.F.A.C.E 2019 Retroturnier

Am Pfingstwochenende fand das Treffen der französischen Problemfreunde statt — traditionell wurde da wieder ein Retro-Kompositionsturnier ausgerichtet, die Ausschreibung konntet ihr hier im Blog finden; Thema wir die neue Bedingung „Knightmate“.

Nun ist der Preisbericht erschienen. Viel Spaß beim Studieren!

Retro der Woche 16/2019

In dieser Woche ist das Aprilheft der Schwalbe erschienen, und darin auch der Preisbericht des Brand & Gräfrath-120-Geburtstagsturniers, in dem klassische Retros bzw. Beweispartien ohne Bauernumwandlungen gefordert waren (226. Thematurnier der Schwalbe, Ausschreibung in Heft 288, Dezember 2017, Seite 317).

Bernd Gräfrath und ich haben an einem arbeitsamen, aber auch sehr schönen Wochenende gemeinsam den Bericht erstellt, aus dem ich heute den 1. Preis der Beweispartien vorstellen möchte.

Nicolas Dupont & Michel Caillaud
TBBG-120 Turnier 2019, 1. Preis, Abt. B
Beweispartie in genau 29,5 Zügen (15+16)

 

Offensichtlich hilft das übliche Zählen im Diagramm sichtbarer Züge bei Weiß nicht viel weiter, wohl aber bei Schwarz: Da kommen wir auf 3+3+6+6+4+7=29 Züge –- alle schwarzen Züge sind also bereits erklärt. Damit [Ke8] in drei Zügen nach a7 gelangen kann, muss er lang rochiert haben.

Diese Erkenntnis ist der Schlüssel zur Lösung der Aufgabe: [Lf1] muss zum Zeitpunkt der Rochade bereits auf a6 gestanden haben, denn vorher mussten bereits b5 (damit [Lc8] herausgespielt werden konnte) und Sc6 gezogen worden sein. Und nach beiden Zügen konnte der Läufer nicht mehr nach a6 gespielt werden können.

Welcher Stein hat denn dann Schachschutz auf b7 gegeben, damit Schwarz rochieren konnte?

Weiterlesen