Problemas Juli 2020

Danach kann man beinahe die Uhr stellen: Pünktlich zum neuen Quartal erscheint die Juli-2020-Ausgabe von Problemas, dem Bulletin der spanischen Problemschach-Vereinigung, zum Download.

Wie immer gibt es viel, dieses Mal 44 Seiten, interessanten Lesestoff für jeden Problemschachfreund, natürlich auch für uns Retroleute: Eine paar Märchenretros zum Lösen, ein wieder sehr interessanter Artikel von Chris Tylor und Andrej Frolkin mit Beweispartien unter der #R Bedingung: Nach einem Mattzug wird der mattbietende Stein (oder auch mehrere mattbietende Steine) entfernt, und es geht weiter, als sei nichts geschehen.

Besonders interessant sind auch die Cooks mehrerer früherer bei Problemas erschienener Retros von Dmitrij Baibikow sowie verschiedene Korrekturen dazu. Und die doppelte Buchbesprechung (Keym: Anything but Average und Thoma: Vertrackte Retraktoren) wollt ihr sicher auch nicht verpassen.

Darüber hinaus natürlich wie immer Lesestoff zu quasi allen Gebieten des Problemschachs mit Schwerpunkten auf Zweizüger und Studien.

Viel Spaß wieder dabei!

Problemschach in Kanada

Gerade ist die 18. Ausgabe des ChessProblems.ca Bulletin zum Download erschienen. Wie immer hübsch gemacht liegt der Schwerpunkt dieser Ausgabe wie auch des kanadischen Problemschachs auf Serienzügern, aber auch auf Retros: So enthält diese Ausgabe einen ausführlichen Artikel von Jeff Coakley & Andrej Frolkin über Rebus-Probleme, und unter den „Recently Honoured Canadian Compositions“ finden sich auffällig viele Retros.

Viel toller Lesestoff!

Schwalbe 303

Die Juni-2020-Ausgabe der Schwalbe bietet wieder 60 Seiten konzentrierten Problem-Lese- und Lösestoff. Aus den allesamt interessanten Artikeln möchte ich nur den Bericht zum Konstruktions- und Lösewettbewerb 2018 hervorheben sowie euch Retrofreunden besonders den Beitrag „Entschlag auf der Fesselungslinie“ ans Herz legen:

Ich hatte mich riesig gefreut, als ich Anfang des Jahres Kontakt zu Harry Goldsteen bekam, von dem ich lange Zeit keine Aufgaben mehr gesehen hatte — und der sich nun mit zwei echten „Krachern“ bei mir meldete. Den ersten konntet ihr schon im Urdruckteil des Aprilhefts bewundern, den zweiten nun hier in dem kleinen Aufsatz, der mir in Absprache mit Harry zur Publikation besser geeignet erschien als der Urdruckteil, in dem dieses Mal wieder neun abwechslungsreiche Aufgaben auf eure Lösungen und Kommentare warten.

Viel Spaß!

Retros im FIDE-Album 2016-2018

Die Retro-Richter waren mal wieder die schnellsten…

Gestern sind auf der WFCC-Seite die Ergebnisse der Retro-Auswahl für das neue FIDE-Album veröffentlicht worden: Ein Rekord von 112 Aufgaben hat es geschafft (davon 30 über das WCCI und ein Stück als Sieger des 10. WCCT), das liegt aber nicht an besonders großzügigen Richtern — es hat mir mit Nicolas Dupont, Andrej Frolkin und Kostas Prentos als Richtern sehr viel Spaß gemacht, den Auswahlprozess zu (beg)leiten –, sondern an der hervorragenden Qualität der eingereichten Aufgaben: Es waren kaum schwache Stücke dabei, und das macht den Richtern natürlich auch mehr Spaß, als wenn viele (unter)durchschnittliche bewertet werden müssten.

Die meisten Aufgaben (19) konnte Michel Caillaud ins Album bekommen. Wegen möglicher Gemeinschaftsaufgabe entspricht diese Anzahl häufig nicht den erreichten Albumpunkten; bei Michel sind es 17.

Es folgen Andrej Frolkin (18/12,33), Nicolas Dupont (17/15,67), Roberto Osorio (14/7), Silvio Baier (12/9,67), Joaquim Crusats (11/7,83) und Dmitry Baibikov (10/9,5) als diejenigen mit einer zweistelligen Aufgabenanzahl im Album.

Seht bitte von Detail-Nachfragen ab: Die darf und werde ich bis zur Veröffentlichung des Albums nicht beantworten.

Problemist März 2020

Vor ein paar Tagen erhielt ich (zunächst) die elektronische Version der März-Ausgabe des Problemist. Neben dem Urdruckteil sowie der üblichen Retro-Rubrik von Bernd Gräfrath ist für uns Retrofreunde natürlich besonders der Preisbericht für die Jahre 2017 und 2018 von Cedric Lytton.

Auf diesen Bericht werde ich noch ausführlicher zurückkommen; heute ein hübscher Beweispartie-Zwilling „für zwischendurch“:

Bernd Gräfrath
Problemist 2018, 8. Lob 2017-2018
Beweispartie in 6 Zügen b) in genau 6,5 Zügen (15+13)

 

Viel Spaß beim Finden der zwei Lösungen; wie üblich gibt es die hier in etwa einer Woche.

 

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Das hat hoffentlich Spaß gemacht?!

Lösungen

Schwalbe April 2020

Pünktlich zum Beginn der vorösterlichen Woche ist das Aprilheft der Schwalbe erschienen, es enthält wieder jede Menge interessanten Lesestoff, auch für uns Retrofreunde.

Der Urdruckteil enthält, wie ich meine, einige hervorragende Probleme — schaut euch besonders die klassischen Retros an und beachtet dabei den Hinweis zu 18162. auf eure Kommentare freue ich mich schon!

Bernd Gräfrath bringt eine Fortsetzung seines Artikels über „selektive Information“: Sehr lesenswert!

Jochen Schröder stellt Allumwandlungen in allen vier Ecken vor und erwähnt darin, dass es auch ein paar Retros gibt, die diesem Thema genügen. Eines davon möchte ich „für zwischendurch“ vorstellen: Da das Thema ja schon klar ist sollte es nicht allzu schwer zu lösen sein:

Nikita Plaksin & Wladimir Lewschinski
Die Schwalbe 1982, 8. Lob
Was geschah in den vier Ecken? (12+14)

 

 

Wie üblich gibt es die Lösung hier in etwa einer Woche.

Und vielleicht ist für den einen oder anderen auch ein Artikel über Problemschach-Lexika interessant?!

— Hier nun die sicher prinzipiell nicht sonderlich überraschende Lösung, die aber dann im Detail erst einmal gespielt werden muss:

Lösung

R: 1.g7xSh8=T Lb8-a7 2.a7-a8=L h2-h1=S 3.a6-a7 h3-h2 4.a5-a6 h4-h3 5.a4-a5 h5-h4 6.h4xDg5 Sb5-a3 7.h3-h4 Dc5-g5 8.Tg5-g6 Da3-c5 9.Tf5-g5 Da1-a3 10… a2-a1=D, anschließend kreuzen die sBa2 und b2 sowie die sBg4 und f6.


Lesestoff

Pünktlich zum Beginn des zweiten Quartals lag wieder toller Lesestoff sowohl im analogen als auch im digitalen Briefkasten:

Die neue Ausgabe von StrateGems enthält außer dem üblichen Retro-Urdruckteil mit gleich 12 Urdrucken einen spannenden Artikel von Nicolas Dupont: „Length records for capture-free circuits in orthodox proof games“ mit 30 Beispielen.

Auch vom spanischen Online-Magazin Problemas liegt die April-Ausgabe vor mit wieder vielen interessanten Beiträgen. Ich persönlich freue mich immer an der Serie über Reflexmatt, darüber hinaus gibt es vier Retros zum Selbstlösen sowie einen interessanten Beitrag über die Reparatur von Problemen mit (versehentlich) illegaler Diagrammstellung: die kuriosesten Sachen kann man da bewundern! Ihr könnt die April- ebenso wie alle Ausgaben, auch die älteren, anschauen und herunterladen.

Weniger schön ist die Nachricht im Zusammenhang mit harmonie: Im frisch erschienenen Heft 142 (mit Retro-Preisbericht 2015-2016 von Hans Gruber) teilt Herausgeber Torsten Linß mit, dass diese Ausgabe die letzte für längere Zeit sei. Hoffen wir, dass diese Zeit nicht zu lang wird…

Die beiden letztgenannten Zeitschriften stehen zum kostenfreien Download zur Verfügung. Viel Spaß bei der Lektüre!

Retro der Woche 12/2020

Heute möchte ich noch einmal auf das Retro der Woche 10/2020 zurückkommen: Heute beschäftigen wir uns mit einem „Geschwister“ der Aufgabe von vor zwei Wochen.

Sergej Wolobujew & Nikita Plaksin
feenschach 1984v, Peter Kniest zum 70. Geburtstag
Orang-Utan-Eröffnung? (13+13)

 

Schon die Fragestellung in der Aufgabe ist ungewöhnlich: Dazu erinnern wir uns daran, dass Savielly Tartakower (21.2.1887–5.2.1956) die Eröffnung 1.b4 nach einem Zoo-Besuch spaßeshalber als „Orang-Utan-Eröffnung“ bezeichnet hatte, und dieser Name hat sich (neben „Sokolski-Eröffnung“) in der Schachwelt durchgesetzt. Die Frage in der Aufgabenstellung können wir also übersetzen in „Lässt sich die Stellung auflösen, ohne dass ein Zug des wBb4 zurückgenommen muss, bis die weitere Auflösung klar ist?“ – also bis zur so genannten retrograden Ruhestellung, wenn also die Lösungsangabe üblicherweise mit „etc.“ endet.

Betrachten wir zunächst einmal die Schlagbilanz: alle drei fehlenden schwarzen Steine wurden von Bauern geschlagen: cxdxe sowie g2xf3. Bei Schwarz sehen wir zunächst nur einen Schlagfall: fxe.

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