Neujahrs-Probleme

Zum Neujahrstag gibt es häufig spezielle Aufgaben, die Schach (häufig Beweispartien) und Mathematik (Kombinatorik) miteinander verbinden.

Gestern erschienen hierzu auf der indischen ChessBase-Seite unter einem Link Beiträge von Satanick Mukhuty und Andrew Buchanan, die einen Überblick über diese spezielle Art von Problemen geben und natürlich auch mit Aufgaben zum neuen Jahr 2020 aufwarten. Während sich die Frage „Wie viele Lösungen?“ meist intuitiv leicht beantworten lässt, ist deren (mathematisch-kombinatorische) Herleitung manchmal gar nicht so einfach.

Während die meisten von euch Andrew sicherlich z.B. als sehr aktiven PDB-Unterstützer und als Erfinder der Dead-Reckoning Probleme kennen, ist euch Satanick vielleicht (noch) unbekannt? Er ist Mathematiker und führender Mitarbeiter der indischen ChessBase-Redaktion. Dabei hat er sich besonders dem Problemschach zugewandt und will weiterhin weltweit dafür werben. Allein schon aus diesem Grund lohnt ein gelegentlicher Besuch auf dieser Seite!

feenschach-Urdrucke

Wegen einer Erkrankung von bernd ellinghoven — auch von hier aus alles Gute für dich, bernd! — verzögert sich der Druck der feenschach-Hefte f-235 bis f-238. Die Urdruckteile der Hefte f-236 und f-238 stehen auf der feenschach-Seite zum Download bereit.

Zusätzlich gibt es dort noch ein Retrosonderlösungsturnier mit vielen interessanten Preisen.

In den drei Wettbewerben gibt es allein 37 Retros: Damit sollte auch über die bevorstehenden Feiertage keine Langeweile aufkommen!

Viel Spaß beim Lösen und Kommentieren.

Schwalbe und Problemist

Vor ein paar Tagen ist das Dezemberheft der Schwalbe erschienen: Sie enthält natürlich viel spannenden Löse- und Lesestoff, z.B. Bericht vom Treffen in Bielefeld mit einigen Vorträgen von dort, Preisbericht, Würdigungen für Udo Degener und Pal Benkö+. Bemerkenswert ist vor allen Dingen die Heftnummer 300: Das bedeutet 50 Jahre Kontinuität bei der Erstellung der Hefte! Das ist schon bemerkenswert, und allen, die daran mitarbeiten und mitgearbeitet haben, gebührt unser aller Dank!

Zumindest in elektronischer Form habe ich auch die Novemberausgabe des Problemist erhalten; der Versand der Papierfassung scheint sich etwas zu verzögern. Auch hier gibt es wieder interessanten Lesestoff: Neben dem Urdruckteil und Bernd Gräfraths Selected Proof Games and Retros gibt es im Supplement einen wirklich „wilden“ Artikel von Bernd zu Beweispartien mit den Bedingungen „SuperCirce“ und (!) „AntiSuperCirce“ — da ist innerhalb kürzester Zeit jede Menge auf dem Brett los!

Viel Spaß beim Lesen und Lösen! Und die Lösungen zu den Dezember-Retros könnt ihr natürlich gern an den Schwalbe-Löseonkel oder direkt an mich schicken: Von euren Kommentaren leben die Lösungsbesprechungen!

Retro der Woche 50/2019

Der Spanier Julio Sunyer (11. April 1888 – 27. November 1957) ist zwar nicht durch zahlenmäßig viele, aber durch hervorragende Retros bekannt geworden; seit den 1920er Jahren hat er großartige Retros veröffentlicht: hoch komplexe, aber auch sehr elegante. Wer kennt nicht seine Aufgabe aus The Chess Amateur 1923, wKh5, sKe8, -1(w+s), dann h#1? Nee, die Lösung schreibe ich nicht hin…

Julio Sunyer
Fairy Chess Review 1937
Matt in 2 Zügen (12+10)

 

Wie zur damaligen Zeit noch immer recht üblich versteckt sich die eigentliche Retro-Fragestellung hinter einer scheinbar rein orthodoxen Fragestellung, hier nach dem Matt in zwei Zügen. Aber allein schon die Quelle verrät ja, dass dem offensichtlich nicht so ist…

Nach dem ziemlich nahe liegenden 1.Dxa4 kann sich Schwarz mit 0-0 verteidigen – so denn die Rochade zulässig ist?! Und das ist natürlich die eigentliche Fragestellung dieser Aufgabe.

Gehen wir das Stück also wie bei Retros üblich mit einer Analyse der Schlagfälle an:

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Verhunzt

Auch wenn sich Schach für Tiger hauptsächlich an Partiespieler wendet, um ihnen Problemschach näher zu bringen, so bietet es auch immer für gestandene Problemisten interessanten Lesestoff.

Die November-Ausgabe 2019 weist nicht nur noch einmal auf den 8. Problemschach-Wettbewerb des Schachverbandes Württemberg hin (Einsendeschluss: 30. November 2019), sondern stellt auch drei von Wolfgang Erben bewusst etwas „verhunzte“ Probleme (darunter auch eine Beweispartie) vor, anhand derer er wichtige Prinzipien des Problemschachs verdeutlicht.

Interessant und didaktisch gut aufbereitet, wie man es von Wolfgang Erben kennt, also dringend zum Lesen empfohlen. Und vielleicht wollt ihr euch ja auch noch auf den Wettbewerb stürzen?

Oktober-Schwalbe

Beim Schwalbe-Treffen in Bielefeld (auch von hier aus nochmals ganz herzlichen Dank an Rainer und Gabi für die tolle Organisation!) gab es das Oktoberheft der Schwalbe: Wie immer viel Le/ösestoff, wobei für uns Retroleute besonders der knapp vierseitige Artikel „PRA und RS — eine seit 10 Jahren funktionierende Paarbeziehung“ von Werner Keym besonders heraussticht.

Leider muss ich von einem Druckfehler berichten: In 17977 auf Seite 334 von Andreas Thoma gehört wBf7 nach g7! Sorry an Andreas und an die Löser!

Lesestoff en masse

Gestern und heute brachte der Postbote jede Menge Lesestoff für ein Wochenende, das im Moment eher nach November ausschaut:

Das Oktoberheft von SCHACH enthält nicht nur wie immer sehr interessante Berichte und Artikel aus der Welt des Partieschachs und den großartig von Franz Pachl geleiteten Urdruckteil: In diesem Heft gibt es noch einen sechsseitigen Artikel über die Retroabteilung des letzten WCCI, speziell natürlich über Weltmeister Silvio Baier. Ich habe versucht, mit dem Beitrag Beweispartien auch Partiespielern ein wenig näher zu bringen.

Zum Schwalbe-Treffen in Bielefeld in der nächsten Woche werde ich einige Exemplare mitbringen.

Wie immer sehr pünktlich kam das vierte StrateGems Heft für dieses Jahr. Der Retro-Urdruckteil ist mit 13 Aufgaben wieder sehr umfangreich, trotzdem, wie es ja auch in anderen Zeitschriften oft zu beobachten ist, thematisch relativ beschränkt: Nur ein einziges klassisches Retro, dann vier Anticirce-Procas und acht Beweispartien (davon eine mit Märchenbedingung).

Wo bleiben nur gute „klassische“ Retroaufgaben, auch mit Märchenbedingungen? Nein, das Gebiet ist garantiert noch nicht ausgeschöpft!

Blick ins Buch

Von einigen Internet-Anbietern kennt man, dass man vor dem Kauf eines Buches einen elektronischen Blick hineinwerfen kann, um sich einen genaueren Eindruck zu verschaffen: „Lohnt es für mich, ist das das richtige Buch für mich?“

Vor einiger Zeit hatte ich bereits auf das FIDE-Album 2013-2015 hingewiesen; nun kann man diesen Blick ins Buch mittels einer PDF-Datei über die WFCC-Seite werfen.