Pendel-Rekorde

Klaus Wenda hat mich heute auf einen Blog-Beitrag von Vlaicu Crişan aufmerksam gemacht; diesen Hinweis möchte ich euch nicht vorenthalten.

Vlaicu beschäftigt sich darin mit Verteidigungsrückzügern, die gleich fünf Pendelmanöver zeigen — das ist der aktuelle Rekord. Die erste und bisher einzige orthodoxe Darstellung gelang Michel Caillaud 2014; aus dem letzten Jahr stammen zwei Anticirce-Beispiele von Andreas Thoma sowie von Vlaicu Crişan selbst.

Das sind natürlich drei hervorragende und anspruchsvolle Aufgaben; die solltet ihr in aller Ruhe genießen! Und vielleicht bekommt ihr ja Ideen dabei, eine weitere Fünffach-Setzung darzustellen — oder gar den Rekord zu verbessern? Die Aufgabe hätte ich dann gern für Die Schwalbe! 🙂

Viel Spaß und Erfolg!

6. Retroblog-Thematurnier

Kinder, wie die Zeit vergeht…

Ich freue mich, nun schon zum fünften Male in Folge am ersten Weihnachtstag zusammen mit Andreas Thoma ein neues Retroblog Thematurnier ankündigen zu können.

Gefordert sind, auch das ist ja schon Tradition, Verteidigungsrückzüger mit der Märchenbedingung Anticirce und einer speziellen, Anticirce-typischen Idee; die Details sind anhand einer Originalaufgabe in der Ausschreibung auf Deutsch und Englisch erläutert.

Schickt eure Beiträge — auch das ist Tradition — bis zum Ostersonntag, also bis zum 12. April 2020 an mich als Turnierdirektor (t.brand(at)gmx.net). Andreas Thoma wird das Turnier richten; für die Sieger stehen Buchpreise zur Verfügung.

Andreas und ich freuen uns auf eure Einsendungen!

4. RB-TT — Nachtrag zum Preisbericht

Zum Preisbericht des 4. Retroblog-Thematurniers ist ein kleiner Nachtrag erforderlich.

Wie erst jetzt auffiel, gab es einen Diagramm-Druckfehler beim zweiten Preis (wBe4 statt sBe4). Der ist nun auch im Bericht korrigiert; ladet den Preisbericht bitte bei Bedarf einfach noch einmal herunter!

Preisbericht zum 4. Retroblog-Thematurnier

Am ersten Weihnachtstag letzten Jahre hatte ich hier schon traditionell die Ausschreibung für ein von Andreas Thoma initiiertes Thematurnier veröffentlicht.

Nun ist der Preisbericht fertig und steht zum Anschauen / Download bereit. Mein Glückwunsch an die Autoren der ausgezeichneten Aufgaben.

Übrigens, es ist geplant, die Tradition auch in diesem Jahr am ersten Weihnachtstag fortzusetzen…

Retro der Woche 35/2019

Heute möchte ich euch ein weiteres Stück aus dem Schwalbe-Jahrgang 2015 vorstellen, das es ebenfalls ins Album geschafft -– so wie schon die Retros der Woche 33/2019 und 34/2019.

Werner Keym
Die Schwalbe 2015
-2 & #2, Høeg Retraktor (16+11)

 

Schon bei der Forderung fallen zwei Besonderheiten auf: Wir haben es hier mit einem Verteidigungsrückzüger vom Typ Høeg zu tun, bei dem nicht der „Schläger“ bestimmt, welchen Stein er geschlagen hat, sondern das „Opfer“. Nach der Rücknahme eines Zuges betrachtet die andere Partei die Stellung und entscheidet, ob diese Rücknahme ein Schlag war, in diesem Fall kann er einen eigenen Stein als „Schlagopfer“ einsetzen. Dabei muss natürlich die Legalität der Stellung erhalten bleiben.

Und im Vorwärtsspiel haben wir es nicht mit dem üblichen #1 zu tun, sondern einem veritablen Zweizüger.

Darüber hinaus werden wir feststellen, dass sich Werner Keym hier auf sehr originelle Weise mit einem seiner Lieblingsthemen beschäftigt.

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Retro der Woche 28/2019

Ich bleibe auch diese Woche beim Retro-Preisbericht für 2017 aus StrateGems: In der letzten Woche hatte ich den 2. Preis der Beweispartie-Abteilung vorgestellt, heute ist der (einzige) Preis der (sonstige) Retros-Abteilung an der Reihe.

Recht typisch für die aktuelle Situation bei Nicht-Beweispartie-Retros ist, dass hier Anticirce-Verteidigungsrückzüger dominant sind: Sie erhielten in diesem Bericht vier der fünf Auszeichnungen.

Dmitrij Baibikov
StrateGems 2017, 1. Preis
-38 & #1, VRZ Proca Anticirce (1+4)

 

Wir erinnern uns: Bei Anticirce verschwindet bei einem Schlag das Opfer; der Täter hingegen wird auf seinem Partieanfangsfeld circensisch wiedergeboren. Damit kann hier der weiße König den schwarzen im direkten Kontakt mattsetzen, wenn e1 frei (für die Rücksetzung, damit überhaupt ein Schachgebot vorliegt) und e8 besetzt ist (ansonsten wäre das ein illegales Selbstschach des weißen Königs, der dann ja selbst geschlagen werden könnte) –- und der schwarze König natürlich kein Fluchtfeld hat.

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Retro der Woche 23/2019

Heute möchte ich euch einen besonderen Verteidigungsrückzüger (VRZ) vorstellen und dabei mit euch einen Blick über den Zaun werfen: Natürlich gibt es die Übertragung verschiedener Themen aus „Vorwärts-Problemen“ in den VRZ schon lange und vielfach. Die Übertragung moderner, zyklischer Zweizügerthematik in den VRZ dürfte hingegen neu sein – zumindest, wenn dabei auch retroanalytische Überlegungen eine gewichtige Rolle spielen.

Joaquim Crusats
Problemas 2018
-2 & #1, VRZ Proca (15+9)

 

Beginnen wir wie üblich mit den Schlagbilanzen: Bei Weiß fehlt ein Turm, und der wurde auf der b-Linie geschlagen – ob nun vom [Ba7] oder vom [Bc7], wissen wir nicht.

Weiß hat selbst sieben Bauernschläge durchgeführt, nämlich einerseits axb, und andererseits haben die beiden Doppelbauern auf der e- und der h-Linie insgesamt sechsmal geschlagen: sie kommen von c2 und d2.

Damit sind alle fehlenden Steine erklärt.

Aber wie kann Weiß vor zwei Zügen Matt gegeben haben, was kann er drohen?

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Retro der Woche 19/2019

Nachdem ich hier vor vier Wochen den 2. Preis des Retro-Jahresturniers 2016 der Schwalbe (eine klassische Auflöse-Aufgabe) und in der letzten Woche den 1. Preis (eine Beweispartie) vorgestellt hatte, komme ich nun zum 4. Preis dieses Turniers, einem bemerkenswerten Verteidigungsrückzüger.

Günther Weeth & Werner Keym
Die Schwalbe 2016, Bernd Schwarzkopf zum 70. Geburtstag, 4. Preis
#1 vor 10 Zügen, VRZ Proca (14+8)

 

Hier möchte ich einmal mit Löserkommentaren beginnen, auch wenn ich damit schon einen Teil der Lösung verrate:

Klaus Wenda schrieb dazu: „Die Stellungsauflösung zeigt retroanalytischen Tiefgang und die Entschläge durch den wT sind geistreich begründet und erfordern genaue Analyse. Orthodoxe VRZ dieses Kalibers werden auch in Zukunft eine interessante Bereicherung des Retro-Schachs bilden, ohne dass man auf Märchenbedingungen zurückgreifen müsste.“

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