WCCC-Entscheidungen

Auf der Seite der WFCC sind erste wichtige Ergebnisse der Kommissionssitzungen beim WCCC in Vilnius veröffentlicht worden. Die will ich hier gar nicht alle wiederholen, sondern nur zwei Punkte herausgreifen:

  • Sven Trommler ist zum Großmeister im Komponieren von Schachproblemen ernannt worden, Silvio Baier und Ralf Krätschmer zu internationalen Meistern. Ganz herzlichen Glückwunsch im Namen aller Leser an euch drei!
  • Das 63. WCCC / 44.WCSC findet vom 3. bis zum 10. Oktober 2020 auf der Insel Rhodos statt. Schon mal vormerken für einen auch sicherlich reizvollen Herbsturlaub.

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Heute gibt es im Blog etwas zu feiern: Dies ist der tausendste Artikel, der hier erscheint!

Am 8. September 2012 ging es — rechtzeitig zum Schwalbe-Treffen in Traunstein — hier los, unser heutiges kleines Jubiläum fällt also beinahe mit dem siebten Geburtstag des Blogs zusammen. Ganz herzlich möchte ich euch allen für eure Treue danken, für euer Interesse, für eure Kommentare, Anregungen und Beiträge! Ich hoffe sehr, dass das auch für die kommenden Jahre so bleiben wird.

Vor einiger Zeit hatte ich darüber nachgedacht, zu diesem Anlass das Layout vollständig zu verändern: nach so langer Zeit könnte „Neues“ vielleicht attraktiv sein?

Ich habe dann doch davon Abstand genommen und stattdessen lieber kleinere Änderungen (die zunächst verborgenen Lösungsangaben, die direkte Nachspielbarkeit von Beweispartien) implementiert; ein paar weitere werden in der nächsten Zeit folgen.

Und das generelle Layout ändern? Nun hat z.B. Apple beinahe sieben Jahre dafür gebraucht, die dunkle Ausrichtung des Blogs für sein neues iOS abzuschauen und als wichtige Neuerung zu verkaufen — dann kann ich ja soo falsch nicht damit liegen?!

Oder was meint ihr?

Pál Benkő 25.7.1928 — 25.8.2019

Am letzten Sonntag ist im Alter von 91 Jahren Pál Benkő in Budapest verstorben. Der starke Partiegroßmeister (beste „historische“ ELO-Zahl: 2.687 aus dem Jahr 1958) und Namensgeber des Benkö-Gambits, das ich zu meinen „Partyzeiten“ gern und recht erfolgreich gespielt hatte, hat sich auch recht intensiv mit Problemschach, speziell mit Studien beschäftigt, deutlich mehr als 100 Studien komponiert. In der PDB ist er mit 366 Stücken vertreten.

Gelegentlich ist er auch den Reizen der Retroanalyse erlegen; ihm zum Gedenken sei hier für zwischendurch ein hübsches Beispiel von ihm wiedergegeben.

Pál Benkő
StrateGems 1999
Ist die Stellung legal? (8+4)

 

Wie üblich werde ich die Lösung in etwa einer Woche hier nachtragen, bis dahin viel Spaß beim Lösen.

Hier nun die Lösung:
Ja, die Stellung ist legal und lässt sich mit einem weißen und einem schwarzen En-Passant-Schlag auflösen:

R: 1.cxd6ep# d7-d5 2.Kf3xBg3+ fxg3ep++ 3.g2-g4 Lg6-h5+ usw.

Retro der Woche 35/2019

Heute möchte ich euch ein weiteres Stück aus dem Schwalbe-Jahrgang 2015 vorstellen, das es ebenfalls ins Album geschafft -– so wie schon die Retros der Woche 33/2019 und 34/2019.

Werner Keym
Die Schwalbe 2015
-2 & #2, Høeg Retraktor (16+11)

 

Schon bei der Forderung fallen zwei Besonderheiten auf: Wir haben es hier mit einem Verteidigungsrückzüger vom Typ Høeg zu tun, bei dem nicht der „Schläger“ bestimmt, welchen Stein er geschlagen hat, sondern das „Opfer“. Nach der Rücknahme eines Zuges betrachtet die andere Partei die Stellung und entscheidet, ob diese Rücknahme ein Schlag war, in diesem Fall kann er einen eigenen Stein als „Schlagopfer“ einsetzen. Dabei muss natürlich die Legalität der Stellung erhalten bleiben.

Und im Vorwärtsspiel haben wir es nicht mit dem üblichen #1 zu tun, sondern einem veritablen Zweizüger.

Darüber hinaus werden wir feststellen, dass sich Werner Keym hier auf sehr originelle Weise mit einem seiner Lieblingsthemen beschäftigt.

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WCSC: Polen wieder Weltmeister

Was sich gestern schon angedeutet hatte, hat sich heute am zweiten Tag der Weltmeisterschaft im Lösen von Schachproblemen bestätigt: Der haushohe Favorit Polen hat erneut seinen Titel verteidigt und ist wieder Weltmeister geworden. Nachdem sie gestern noch auf Platz fünf gelegen hatten, zeigten sich die russischen Löser heute blendend aufgelegt und schoben sich an Großbritannien vorbei auf dem zweiten Platz. Für Deutschland blieb damit nur der undankbare vierte Platz vor Serbien. Deutschland bleibt damit das einzige Team, dass sich bei allen 43 Weltmeisterschaften unter den ersten zehn Mannschaften platzieren konnte.

Auch der Einzeltitel ging nach Polen: Den sicherte sich Piotr Górski vor dem Veteran John Nunn und Eddy van Beers. Auf den Plätzen vier und fünf folgen die beiden anderen polnischen Löser Kacper Piorun und Piotr Murdzia. Boris Tummes belegte den 7., Arno Zude den 11. Platz der Einzelwertung. Nachdem es beim offenen Löseturnier am Montag so hervorragend für Michael Pfannkuche gelaufen war, kam er hier „nur“ auf den 34. Platz. Dennoch natürlich wieder ein klasse Erfolg für das deutsche Team — herzlichen Glückwunsch an unsere drei Großmeister!

Wie schon vom ersten Tag können auch vom heutigen zweiten und letzten Tag der Weltmeisterschaft die Aufgaben und Lösungen von der WCCC Homepage heruntergeladen werden.

43. WCSC, 1. Tag

Holla, das wird morgen am zweiten Tag noch spannend!

Nach dem ersten Tag der Weltmeisterschaft im Lösen von Schachproblemen (WCSC) in Vilnius liegt in der Mannschaftswertung wie erwartet Polen deutlich in Front (86 von 90 Punkten), dahinter Großbritannien (79 Punkte).

Ganz eng geht es auf den folgenden drei Plätzen zu: Serbien liegt bei gleicher Punktzahl (75,5) mit einem Vorsprung von einer Minute vor Deutschland; auf dem fünften Platz folgt dann Russland mit 75 Punkten. Auch die folgenden Länder (Litauen, Finnland, Ukraine, Belgien, Israel) haben noch mehr oder weniger konkrete Chancen auf einen Medaillenplatz.

In der Einzelwertung sind die drei polnischen Löser unter den ersten fünf Plätzen (1. Kacper Piorun, 4. Alexander Mista, 5. Piotr Murdzia), dazwischen liegen auf den Plätzen zwei und drei Eddy van Beers (Belgien) und Jonathan Mestel (Großbritannien). Die nächsten Löser bis etwa Platz 20 (!) liegen noch dichtauf.

Lassen wir uns also überraschen, wie morgen das Endergebnis ausschauen wird…

Übrigens findet ihr auf der Veranstalter-Seite die Probleme und auch die Lösungen!

August-2019-Schwalben

Nein, das ist kein Tippfehler in der Überschrift: die August-Ausgabe der Schwalbe ist erneut als Doppelheft mit insgesamt 120 Seiten (!!) Problemschach erschienen. Sehr viele Preisberichte waren aufgelaufen, viele Artikel als Glückwünsche zu runden Geburtstagen, aber auch als Nachrufe, und Urdrucke natürlich.

Für die Retro-Freunde unter uns sind vielleicht die Beiträge von Jon Bang zu einer speziellen Rekordkonstruktion sowie von Günther Weeth und mir zu Logik und Zweckökonomie im Verteidigungsrückzüger (fast zwölf Seiten!) besonders interessant.

Wer noch nicht Schwalbe-Mitglied ist, sollte vielleicht zumindest einmal ein Probeexemplar (über die Website) anfordern…