Bernd Schwarzkopf 75

Heute gehen herzliche Glückwünsche in den Rheinkreis Neuss, wo Bernd Schwarzkopf seinen 75. Geburtstag feiert.

Viele kennen Bernd, den es wie mich aus Westfalen ins Rheinland gezogen hat, sicher von Schwalbe- und Andernach-Treffen, wo er quasi nie fehlt, kennen ihn als jemanden, der in seinen zahlreichen Kompositionen (die PDB enthält fast 1400 von ihm, davon mehr als ein Viertel Retros) seine Meisterschaft in der Kleinkunst beweist, der in Aufsätzen tiefsinnig Themen ausschöpft, der gern Text- und Konstruktionsaufgaben erfindet und mit unglaublichem Eifer an einer möglichst knappen und eindeutigen Formulierung der Forderungen feilt.

Und wir alle haben schon von seiner gründlichen, präzisen und unglaublich schnellen Arbeit „im Hintergrund“ profitiert: Als „Dschungelbuch“-Sammler, langjähriger Bücherwart der Schwalbe, besonders aber als Jahrzehnte langer Ersteller der unglaublich hilfreichen, weil akkuraten und ausführlichen, Inhaltsverzeichnisse für Schwalbe, feenschach und die Problemkiste. Für seine Verdienste um die Schwalbe wurde ihm im Jahre 2006 die Goldene Ehrennadel verliehen.

Ich wünsche dir für den heutigen Tag schönes Feiern, für das nächste Vierteljahrhundert alles denkbar Gute, vor allen Dingen natürlich Gesundheit und weiterhin viel Spaß und Erfolg mit unserem gemeinsamen Lieblingshobby.

„Für zwischendurch“ habe ich ein sehr nettes Asymmetrie-Stück herausgesucht: Viel Spaß beim Knobeln! Die Lösung findet ihr wie immer in etwa einer Woche hier.

Bernd Schwarzkopf
Problemkiste 09/2013
-1, dann =3 (4+3)

 

 

 

Lösung

R: 1.Ke1-d1 & vor: 1.0-0-0+! Ke2 2.Tgf1 c2 3.Kxc2=

Da ist auch sofort klar, warum nicht „zur anderen Seite hin“ zurückgenommen werden kann!

Retro der Woche 25/2021

Gestern hatte ich an den 25. Schach-960 Geburtstag erinnert; dieses Thema zu vertiefen kann ich gut mit der schon angekündigten Vorstellung von Aufgaben aus dem Probleemblad 2017-2018 Preisbericht verbinden.

Per Olin
Probleemblad 2018, 2. ehr. Erw. 2017–2018
Beweispartie in 14,5 Zügen, Schach-960 (16+16)

 

Um die weißen und schwarzen Türme auf ihre Positionen im Diagramm zu bringen, müssen die Parteien entweder rochiert oder die Könige nach f2 und f7 gebracht haben, um die Türme jeweils durchzulassen. Die Rochade ist hier der schnellere Weg. Die Läufer standen in der Anfangsstellung jeweils auf „östlichen“ Feldern (anderenfallls wären sie noch eingesperrt). Wenn die schwarze Dame zwei Züge macht, beginnt sie ebenfalls auf einem der vier Felder e8-h8; von den entsprechenden Feldern e1-h1 kann die weiße Dame in einem oder zwei Zügen das Feld b6 erreichen. Das Minimum an Springerzügen bekommen wir, wenn die Springer auf d und e beginnen: drei weiße und zwei schwarze Züge.

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Marko Klasinc 70

Heute gehen herzliche Glückwünsche zum 70. Geburtstag nach Slowenien zu Marko Klasinc!

Marko ist überwiegend Hilfsmatt-Komponist, hat jedoch auch eine ausgesprochene Vorliebe für Retros und dort speziell für Rückzüger aller Art: Bei ihm finden sich komplexe Hilfsrückzüger, aber auch Verteidigungsrückzüger; hier ist er besonderer Spezialist für den Typ Høeg.

Zur Feier seines Geburtstages habe ich aber ein anderes Stück herausgesucht, das euch sicher auch Freude bereitet beim „zwischendurch Lösen“!

Marko Klasinc
Jugoslawisches Studententurnier 1971, 2. Preis
h#2* (14+15)

 

Wie immer findet ihr in etwa einer Woche hier die Lösung.

 

Lösung

Bemerkenswert: hat Schwarz (im Satz) oder Weiß (im Spiel) zuletzt gezogen, so lässt sich jeweils ein Bauern-Doppelschritt als letzter Zug nachweisen!

* 1.– fxg6ep 2.hxg6 Sxg6#
1.dxe3ep Sxd7 2.Lxh2 fxe3#

Andrej Frolkin 64

Zum, obgleich sehr eckigen, aber für uns Schachleute besonders runden „Schachbrett-Geburtstag“, also zum 64., gehen heute besonders herzliche Glückwünsche nach Kiew zu Andrej Frolkin.

Über ihn muss ich sicherlich nicht viel erzählen: Die PDB und auch WinChloe enthalten mehr als 900 Retros von ihm, aber er beschäftigt sich auch mit den anderen Gebieten des Problemschachs, speziell mit dem Hilfsmatt.

Aber nicht nur als Komponist tritt er hervor: auch als Schreiber häufig sehr ausführlicher, theoretisch bedeutsamer Artikel zu allen Bereichen unserer Lieblingsthemen im Problemschachs, als Buchautor (zusammen mit Gerd Wilts 1991 – vor 30 Jahren! – Shortest Proof Games – The Rubik’s Cube of a Chess Player das erste über Beweispartien). Natürlich ist er wegen seiner Kompetenz, seiner Zuverlässigkeit und Schnelligkeit auch ein höchst begehrter Preisrichter, der seine Urteile, seiner Profession entsprechend, in perfektem Englisch abzugeben versteht.

Eine ganz frühe Beweispartie von ihm möchte ich heute vorstellen, sie lohnt das Lösen „zwischendurch“; wie immer veröffentliche ich hier die Lösung in etwa einer Woche!

Andrej Frolkin
Themes-64 1984, 1. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 14 Zügen (15+15)

 

Auch wenn wir uns noch nie persönlich getroffen haben, hat sich „per Mail“ zwischen uns eine echte Freundschaft entwickelt, die weit über den Austausch zu schachlichen Belangen hinaus geht.

Lieber Andrej, dir wünsche ich auch auf diesem Wege für dein neues Lebensjahr, für den „Start aufs zweite Brett“ alles denkbar Gute, vor allen Dingen natürlich Gesundheit, und weiterhin viel Freude und Erfolg mit unseren geliebten Retros!

Lösung

Ralf Binnewirtz 70

Heute gehen herzliche Glückwünsche zum 70. Geburtstag an Ralf Binnewirtz nach Meerbusch-Osterath am linken Niederrhein. Wer nun bei WinChloe, in der PDB oder der yacpdb nach seinen Probleme sucht, wird allerdings nicht fündig.

Ralf, promovierter Chemiker im Ruhestand, stellt sich auf seiner immer wieder besuchenswerten Site mit „Meine schachlichen Interessen liegen seit vielen Jahren im Bereich des Problemschachs in Verbindung mit Schachgeschichte und des Sammelns von Schachliteratur.“ viel zu bescheiden vor. Dazu kommen wichtige eigene Buchprojekte über Ado Kraemer und zum Schlagschach, die Unterstützung als Lektor und Layouter anderer (Werner Keym), das Verfassen kenntnisreicher Rezensionen und vieles mehr. So hat er erst kürzlich eine Kleine Bibliografie zum Problemschach veröffentlicht.

Ich kann hier all seine Aktivitäten um und für das Problemschach gar nicht aufzählen, ich kann euch also nur den Besuch seiner Seite empfehlen.

Lieber Ralf, für den heutigen Tag wünsche ich dir schönes Feiern, für dein kommendes Lebensjahr(zehn) alles Gute und weiterhin viel Freude und Erfolg bei unserem gemeinsamen Lieblingshobby!

Gerald Ettl 50

Heute gehen herzliche Glückwünsche nach Meitingen im Landkreis Augsburg: Gerald Ettl vollendet die erste Hälfte eines Jahrhunderts!

Gerald ist nicht nur ein sehr vielseitiger Komponist (seine PDB-Einträge umfassen 400 Aufgaben aus quasi allen Genres) und Schachpublizist, worüber seine Website genaueren Aufschluss gibt: Hier seien seine Datenbank und seine Problemschach-Videos besonders hervorgehoben.

Ein wichtiger Schwerpunkt seines Problemschaffens sind klassische Retros (überwiegend mit den Forderungen „letzte n Züge?“ oder „Löse auf“); für heute habe ich ein Stück herausgesucht, das nun genau halb so alt ist wie der Autor:

Gerald Ettl
Die Schwalbe 1996, 2. Preis Abt. I
Löse die Stellung auf! (13+15)

 

Preisrichter Ronald Schäfer schrieb dazu: „Diese Aufgabe zeigt ein weit vorausschauendes Tempogewinnmanöver. Wenn Schwarz mit dem Rückspiel beginnt, dann würde einem der sLäufer nach dem 14. Zug der Rückweg versperrt werden.“ Das wollt ihr doch sicher auch selbst untersuchen und lösen?!

Lösung

1.Tf2-g2 b5xSc4 2.Se3-c4 a5-a4 3.Sf5-e3 Sf3-h4 4.Sh4-f5+ Sd4-f3 5.Tg2-f2 Sf3-d4 6.La7-g1 Sg1-f3+ 7.Lb8-a7 a6-a5 8.b7-b8=L a7-a6 9.a6xDb7 … 12.– De3-g3 13.Tf3-f2 b6-b5 14.Te3-f3 b7-b6 15.Te5-e3. Der wT entwandelt sich auf c8, der wB geht nach c2 zurück, dann: 22.– c3xS,Dd2 usw.

Lieber Gerald, für den heutigen Tag wünsche ich dir auch auf diesem Wege alles Schöne, für dein nächstes halbes Jahrhundert alles denkbar Gute!

Manfred Rittirsch 60

Heute gehen ganz herzliche Glückwünsche nach Niederbayern, in den Landkreis Landshut, nach Buch am Erlbach, wo heute — für den, der ihn persönlich kennt, ist das kaum zu glauben! — Manfred Rittirsch sein sechstes Lebensjahrzehnt vollendet. Manfred ist ein unglaublich vielseitiger Komponist, großartiger, phantasievoller Konstrukteur, immer den künstlerischen Aspekt des Problemschachs betonend; er kommt bisher (WCCI und Album 2016–2018 sind noch nicht berücksichtigt) auf 56 Albumpunkte; der Großmeister-Titel ist sicher nur noch eine Frage der Zeit.

Ebenso ist er ein hervorragender Löser, Interpretierer und Kommentator, der gleichzeitig über riesige Literaturkenntnisse verfügt. Wer einmal seine ausführlichen Urdruck-Kommentare oder einen Preisbericht von ihm gesehen hat, weiß, was ich damit meine.

Nicht nur als Löser, auch als Komponist wendet er sich gelegentlich Retros zu. Einen großen Erfolg möchte ich euch hier zeigen. Mit Kenntnis der Quelle ahnt ihr vielleicht bereits das Thema — und dann ist es nicht mehr ganz schwer! Die Lösung folgt wieder in etwa einer Woche hier.

Manfred Rittirsch
Rehm-70 Turnier, Gruppe B 2014, 1. Preis
Beweispartie in 11,5 Zügen (14+15)

 

Für dein neues Lebensjahr(zehnt), lieber Manfred, wünsche ich dir persönlich und sicher auch im Namen aller Leser hier alles denkbar Gute, weiterhin viel Freude an und Erfolg bei unserem Lieblingshobby! Und heute lass dich toll feiern!

Lösung

Darstellung des „Rehm-Themas“ (vollständige „Umgehung eines Steins“, hier La3-c3 um Lb4 herum, dann ziehen beide Themasteine noch auf der Themalinie) — damit dann beide dort geschlagen werden. Unglaublich elegante und (zeit)ökonomische Darstellung.

Sam Loyd 180

Am 30. Januar 1841, heute vor 180 Jahren, wurde Sam Loyd in Philadelphia, Pennsylvania, USA geboren; er starb 70jährig am 10. April 1911 in New York. Schon früh begann er mit dem Komponieren von Schachaufgaben, er zählt auch heute noch zu den populärsten und erfindungsreichsten Komponisten überhaupt.

Auch in unserem Lieblingsgebiet des Problemschachs war er Pionier: mit gerade einmal 19 Jahren komponierte er das allererste Rochade-Retro, gleichzeitig das wahrscheinlich zweite Retro überhaupt, siehe P0002056.

Ich möchte aber heute ein anderes, deutlich tieferes Stück von ihm vorstellen, das allerdings auch sehr bekannt ist: Genießt es einfach zur Feier des Tages noch einmal, wenn ihr es bereits kennt!

Sam Loyd
American Chess Journal 1876
#1 (9+8)

 

Natürlich gilt es hier nicht nur, den Schlüssel zu finden, sondern es geht um die Begründung, warum er geht…

Die Auflösung zu dem Stück, das das Motto Spectrum Analysis trägt, findet ihr wir immer in etwa einer Woche hier.

 

Lösung

Wir sehen sechs schwarze Bauernschläge (sBh3 kommt von d7), zusätzlich starb [Lf1] zuhause; damit sind alle fehlenden weißen Steine erklärt. Weiß schlug ebenfalls sechs Mal mit seinen Bauern.

Schwarz kann in seinem letzten Zug nicht geschlagen haben, denn zuletzt Be7xf6 würde [Lb8] zum Umwandlungsstein machen, [Ba7] oder [Bc7] hätten schlagfrei umwandeln müssen; was zwei zusätzliche Bauernschläge von Weiß erfordern würde, zusätzlich müsste natürlich noch [Lf8] zuhause sterben: Das wäre ein Schlag zu viel.

Wäre der letzte Zug Kb7-c7 oder Kd7-c7 gewesen, hätte [Bc2] zweimal schlagen müssen — und auch [Ba7] müsste noch verschwinden: ein Schlagfall zu viel. Als letzter Zug scheiden Kc8-c7 und Kd8-c7 aus, da Weiß das Schach nicht aufheben kann.

Da zuletzt La7-b8 und Bb6-b5 offensichtlich illegale Retroschachs gegen den weißen König gewesen wären, bleibt als letzter schwarzer Zug nur Bb7-b5; Weiß darf also en Passant schlagen und damit mattsetzen.

Ein 145 Jahre alter Klassiker, ein echtes Pionierstück!