Retro der Woche 39/2017

Im letzten Retro der Woche hatten wir uns eine Pronkin-Allumwandlung in einem klassischen Retro angeschaut, gesehen, wie relativ leicht sich das Thema darstellen lässt. Ganz im Gegensatz zur Darstellung in einer Beweispartie: Da galt dieses Thema lange als nicht darstellbar, bis dann Nicolas Dupont und Gerd Wilts das Gegenteil bewiesen.

Wenn ein Umwandlungsthema nicht darstellbar ist, dann suchen viele Autoren nach harmonischen Darstellungen von Teilen des Themas, und so machte es auch Michel Caillaud sehr erfolgreich in einem bekannten Thematurnier, das ich für mich immer als „Rosstäuscher-Turnier“ bezeichne: In an orthodox shortest proof game, one or more pieces are not what they appear to be.

Michel Caillaud
StrateGems TT 1998, 1. Preis
Beweispartie in 17,5 Zügen, zwei Varianten nach dem 5. Zug von Weiß (13+15)

 

Schauen wir zunächst einmal, welche Steine fehlen, wo sie geschlagen worden sein können.

Es fehlt nur ein schwarzer Stein, der irgendwo auf der c-Linie geschlagen wurde. Und dieser Stein ist entweder [Bf7] oder [Bh7], der sich also umgewandelt haben muss, da er nicht direkt geschlagen werden konnte.

Bei Weiß ist es schon komplizierter: Da fehlen [Lc1] sowie [Be2] und [Bh2]. Wie können die verschwunden sein?

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Retro der Woche 38/2017

In der letzten Woche hatte ich eine Beweispartie vorgestellt, die ich dem „Ukraine-Album“ 2004 bis 2006 entnommen hatte.

Heute will ich daraus ein klassisches Retro vorstellen, das nicht allzu schwer zu lösen ist, aber sehr hübschen Inhalt zeigt. Wenn ihr das letzte Retro der Woche verfolgt habt, dann wisst ihr auch schon, wer heute Autor des ausgewählten Stücks ist.

Andrej Frolkin
Messigny 2006, 2. Ehr. Erw.
Löse die Stellung auf! (12+11)

 

Leicht ist die Frage zu beantworten, wer mit der Zugrücknahme beginnen muss: Der schwarze König steht im Schach, also muss Weiß mit der Rücknahme dieses Schachgebots beginnen. Etwas kniffliger ist die Frage nach den Bauernschlägen.

Bei Schwarz haben wir, leicht zu sehen, vier Schlagfälle durch die Bauern: dxe, fxe, gxf, hxg. Wir sehen allerdings keine direkten weißen Bauernschläge.

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Schwalbe-Tagung in Worms

Die Zeit rast… Erst vor fünf Wochen endete das WCCC in Dresden, und am kommenden Wochenende findet schon die Schwalbe-Tagung in Worms statt! Alle wichtigen und interessanten Informationen einschließlich Programm findet ihr auf der speziellen Tagungsseite des Veranstalters Rainer Kuhn.

Wir sehen uns am kommenden Wochenende!

September-Problemist

Gestern hatte ich das Septemberheft des Problemist im Briefkasten. Viel interessanten Le/ösestoff findet ihr dort:

Wie immer Urdrucke, Preisberichte, „Selected Problems“ mit wie immer von Bernd Gräfrath hervorragend besprochenen Retros. Übrigens wird die Mehrzügerrubrik schon seit ewigen Zeiten von Jörg Kuhlmann betreut, die Selbstmatt-Rubrik nun durch Hartmut Laue.

Im Mittelpunkt dieses Hefts steht allerdings eine ausführliche Berichterstattung über das WCCC in Dresden unter den verschiedensten Gesichtspunkten. Wenn ihr nicht nach Dresden gekommen seid, weil ihr meint, das lohne nur, wenn man z.B. bei der Löseweltmeisterschaft mitmache, wenn man Delegierter sei, dann gibt Ian Watson eine tolle Antwort:
„The real reason we go to the WCCC isn’t for the solving, the composing, the lectures or the meetings, it’s to sit in the bar at the end of the day, chatting to old friends and exchanging eccentric ideas.“ (S. 176 oben)

Also auf Richtung Bar in Ohrid (Mazedonien) vom 1. bis 8. September 2018…

WCCC Bulletin

Wollt ihr noch einmal das WCCC in Dresden Revue passieren lassen? Noch einmal die aufgaben aller Lösungsturniere anschauen, selbst lösen? Wollt ihr die Preisberichte zu den Kompositionsturnieren durchsehen? Wollt ihr noch das eine oder andere Foto betrachten? Wollt ihr einfach noch in Erinnerungen schwelgen oder den Kongress ein wenig nachvollziehen, wenn ihr selbst nicht teilnehmen konntet?

Das Bulletin des WCCC ist vor ein paar Tagen in der dritten Auflage erschienen: Es bietet sicher viel Lesespaß an diesem nicht so wirklich trockenen Wochenende…

Retro der Woche 37/2017

Aus Dresden vom WCCC habe ich mir das „Ukraine-Album“ 2004 bis 2006 mitgebracht – eine sehr schöne Problemsammlung! Bei Retros aus der Ukraine fällt einem natürlich sofort Andrej Frolkin ein. Ratet einmal, an wie vielen der dort nachgedruckten 37 Retros er als Autor beteiligt ist?

Eine seiner dort nachgedruckten Koproduktionen mit Kostas Prentos habe ich daraus für heute ausgesucht.

Andrej Frolkin & Kostas Prentos
Thema Danicum 2005, 1. Preis
Beweispartie in 21,5 Zügen (13+14)

 

Das Zählen der offensichtlichen weißen Züge (0+0+3+0+0+1=4) bringt uns zunächst nicht weiter. Auch bei Schwarz sehen wir nicht alle Züge: 1+2+5+2+2+5=17 – auch dort sind noch vier Züge frei. Aber damit kommen wir schon weiter, wenn wir die geschehenen Züge, mögliche Schlagfälle und fehlende Steine betrachten.

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6. FIDE World Cup

Der Weltschachverband, die FIDE, hat zum sechsten Male in Kooperation mit der WFCC, der Weltproblemschachföderation, den FIDE World Cup ausgeschrieben.

Bis zum 1. Februar 2018 kann jeder pro Sektion (acht Abteilungen wie im FIDE-Album) eine Originalaufgabe — Koproduktionen sind nicht zugelassen — einsenden. Die Themen sind frei, nur in der Märchenschachrubrik gibt es die Einschränkung auf Hilfsselbstmatts in 3 bis 5 Zügen ohne Märchensteine und -bedingungen.

Der FIDE World Cup hat immer einen sehr sportlichen Zeitplan: Schon am 1. Juni 2018 sollen sämtliche Preisberichte im Internet publiziert werden. Bei den Retros mache ich mir da überhaupt keine Sorgen: Preisrichter Hans Gruber ist ja dafür bekannt, sehr schnell und trotzdem sorgfältig zu richten.

Schickt eure Einsendungen nur per Mail an den Turnierdirektor Alexander Bulavka (Mail: tischka(at)tut.by). In jeder Abteilung gibt es Medaillen und Urkunden des FIDE-Präsidenten für die drei bestplatzierten Autoren, ferner wie üblich ehrende Erwähnungen und Lobe.