Frontend für Alybadix und Popeye

Nutzt ihr Popeye oder Alybadix zum Prüfen von Schachproblemen? Dann könnte das neue kostenlose Frontend für die beiden Programme, APWin von Paul Wiereyn, etwas für euch sein!

Es läuft, wie der Name schon vermuten lässt, unter Windows und lässt euch bequem die Aufgaben eingeben und bearbeiten sowie nach dem Prüfen die Lösung anschauen. Ebenso ist es sehr hilfreich im Umwandeln verschiedener Schachproblem-Formate.

Ein weiterer Clou ist die beiliegende Sammlung von über 630.000 (!!) Problemen sowohl im Alybadix- als auch im Popeye-Format.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Arbeiten damit!

Retro der Woche 31/2015

„Das kann doch nicht so schwer sein!“ werden sich manche Schwalbe-Löser im Jahre 2004 gedacht haben, als sie die vorliegende Aufgabe sahen. Allerdings hat sich das aus trügerisch herausgestellt, wie einige Löserkommentare zeigten: „An dieser Aufgabe hatte ich — trotz der geringen Zügezahl — am meisten zu beißen.“ oder „Ging dicht an die Grenzen meiner Lösungs-Leistungsfähigkeit und beweist, dass die Schwierigkeit nicht immer proportional mit der Zügezahl zunehmen muss.“ schrieben zwei erfahrene Löser.

Woran liegt die Schwierigkeit?

Klaus Kiesow
Die Schwalbe 2004, Lob
Beweispartie in 11 Zügen (15+12)

 

Sofort fällt auf, dass der bei Weiß einzig fehlende [Bf2] auf h6 gestorben ist. Zwei prinzipiell unterschiedliche Wege führen potenziell zu seinem Tod: direkt (via f4xg5xh6) oder indirekt, indem er sich umgewandelt hat und dann nach h6 gezogen hat. Die dritte Möglichkeit, dass ein weißer Original-Offizier auf h6 geschlagen wurde und der Umwandlungsstein diesen ersetzt, können wir aufgrund der Zügezahl schnell ausschließen.

Betrachten wir zunächst die erste Alternative: Bei Schwarz fehlen die beiden Springer, der [Bc7] sowie der [Lc8], der zu Hause geschlagen werden musste. Lassen sich die beiden schwarzen Springer auf g5 und h6 schlagen, benötigen sie zusammen fünf Züge, darüber hinaus sind noch fünf schwarze Züge im Diagramm sichtbar.

Weiß hat acht Züge Zeit, die beiden schwarzen Steine der c-Linie abzuholen. In vier Zügen kann Sb1 auf c8 sein — das klappt also, wenn er zwischendurch noch den [Bc7] „mitnimmt“. Der aber hat nur einen Zug übrig, müsste also auf c7, c6 oder c5 geschlagen werden. Das allerdings kann bei der Zügezahlbegrenzung bei Weiß nicht klappen, das funktioniere nur, wenn [Bc7] bis c4 ziehen könnte!

Also muss [Bf2] umgewandelt haben — und damit beginnt die Schwierigkeit.

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Herbert Ahues 2.3.1922–11.7.2015

Am 11. Juli ist Herbert Ahues nach einer Operation im Alter von 93 Jahren verstorben.

Herbert Ahues war nicht nur ein weltweit hoch geachteter Zweizügerexperte und Kompositions-Großmeister, ein geschätzter Preisrichter und pointierter Autor, er war auch unglaubliche 77 Jahre lang Schwalbe-Mitglied. Sein Tod ist ein Riesen-Verlust für die ganze Problemschach-Famile. Bis kurz vor seinem Tod war er als Komponist noch aktiv, sein möglicherweise letzter Urdruck wird im kommenden August-Heft der Schwalbe erscheinen. Die Schwalbe wird in einem der nächsten Hefte ausführlich an seine Verdienste erinnern.

Ich selbst habe Herbert Ahues 1985 bei der damals von mir organisierten Schwalbe-Tagung in Hagen zum ersten Male persönlich getroffen. Da habe ich ihn als sehr freundlichen, humorvollen Menschen kennen und schätzen gelernt. Und auch wenn ich mich nun wahrlich nicht als Zweizüger-Spezialisten bezeichnen kann: Seine Aufgaben in ihrem klaren, schnörkellosen Stil habe ich mir immer gern angeschaut, den von ihm herausgegebenen Sonderdruck Nr. 2 der Schwalbe („Weiße Linienkombinationen mit thematischen Verführungen“) nehme ich immer wieder gern zur Hand.

Retro der Woche 30/2015

Für die warmen Tage habe ich als Retro der Woche dieses Mal leichtere Kost herausgesucht: Das heutige Stück lässt sich sicherlich beinahe vom Diagramm lösen?! Zumindest die grundlegenden Überlegungen könnt ihr vielleicht vom Blatt (besser gesagt: vom Bildschirm …) aus anstellen?

Thomas Volet & Vladimir Gurvich
StrateGems 2000(v), T. Hickey gewidmet
Weg des Be2? (15+14)

 

Gelegentlich machen die Autoren durch ihre Fragestellung unter dem Diagramm bereits auf den wesentlichen Inhalt ihrer Aufgabe aufmerksam: Statt einfach die Auflösung der Stellung zu fordern, fragen sie nach bestimmten Manövern, die im Rahmen der Auflösung dann auch eindeutig sein sollten, während wie üblich bei den anderen Teilen der Auflösung Zugumstellungen meist tolerierbar sind.

Hier wird nun witzigerweise nach dem Weg des einzig im Diagramm fehlenden Bauern gefragt.
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Für zwischendurch

Folgende Kleinigkeit ist mir vor ein paar Tagen über den Weg gelaufen; ich finde, die ist ideal für die Frühstücks- oder Mittagspause! Außerdem passt sie gut zum morgigen französichen Nationalfeiertag.

Alexandre Leroux
Retro Championnat de France, RIFACE 2015
Ergänze zu einer Beweispartie in 7 Zügen (2+1)

 

Im ersten Moment verblüffend, dass das eindeutig gehen soll? Dann wird aber schnell klar, dass unbedingt 3.– Xxd2 4.Kxd2 geschehen musste. Nun fragt sich nur, was ist X, woher kam X und warum gehen nicht andere Schläge auf d2? Verblüffende Eindeutigkeit!

Viel Spaß beim Knobeln, und viellleicht zeigt ihr das Stück ja auch euren Schachfreunden, die sonst mit Retro nicht so viel am Hut haben? Nein, die Lösung verrate ich hier nicht…

Retro der Woche 29/2015

Beweispartien mit „Homebase“ Diagrammstellungen, wo also zumindest eine Seite all ihre Steine in der Partieanfangsstellung stehen hat, wirken auf mich immer besonders attraktiv, denn eigentlich müsste diese Partei ja gar nicht ziehen!

Aber davor kann sie sich ja nicht drücken — und häufig ist es auch erforderlich zu ziehen, nämlich um etwa einige eigene Steine aktiv loswerden zu können. So auch bei dem Stück, das ich heute ausgewählt habe.

Michael Barth
Die Schwalbe 2012, 3. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 19 Zügen (12+15)

 

Bei Weiß fehlen vier Bauer, alle anderen weißen Steine stehen auf passenden Feldern der Partieausgangsstellung — das muss ich so vorsichtig formulieren, denn theoretisch könnten ja auch die Springer oder gar die Türme ihre Plätze getauscht haben.

Bei Schwarz fehlt nur ein Bauer, und es sind keine Doppelbauern vorhanden, die etwas über das Verschwinden der fehlenden weißen Bauern verraten könnten.

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Märchen-Retro-Preisbericht

Die tolle Märchenschach-Seite Julia’s Fairies von Julia Vysotska pflegt auch eine (Märchen-) Retroabteilung für Urdrucke — wie heißt das richtige Wort hierfür im Internet, denn „gedruckt“ wird da ja nichts?

Nun ist der erste Preisbericht, er umfasst die Jahre 2013 und 2014, erschienen: Von 26 Original-Aufgaben erwiesen sich zehn als inkorrekt, von den verbleibenden hat Preisrichter Hans Gruber sechs ausgezeichnet.

Das ist selbstverständlich sehr lesenwerte Lektüre (ebenso „selbstverständlich“ auf Englisch…); viel Spaß dabei!