Retro der Woche 03/2020

Bleiben wir noch etwas im Jahr 2000: Um 2007–2008 herum hatten Hans Gruber, Ulrich Ring und ich uns vorgenommen, verschiedene noch ausstehende Preisberichte, für die der vorgesehene Richter nicht mehr zur Verfügung stand, gemeinsam zu richten; das war für verschiedene Zeitungen und in verschiedenen Abteilungen: Riesenspaß hat das gemacht!

Den ersten Preis bei der Schwalbe aus dem Jahr 2000 möchte ich euch heute vorstellen -– und es mir damit recht leicht machen: Ich zitiere hier ziemlich unverändert unseren Kommentar aus dem Preisbericht (Die Schwalbe 233, Oktober 2008, S. 578—582). Dabei wird natürlich schon das Thema beschrieben, wird auch auf die Strategie eingegangen. Wer also selbst lösen möchte, sollte nicht sofort auf „Weiterlesen“ klicken…

Satoshi Hashimoto
Die Schwalbe 2000, 1. Preis
Beweispartie in 19 Zügen (15+14)

 

 

 

 

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Zwischendurch 87

Eine hübsche, nette Kleinigkeit möchte ich euch heute vorstellen und euch zum Lösen einladen:

Mario Parrinello
R459 Probleemblad 2017
Beweispartie in 9 Zügen (16+16)

 

Dass das Stück etwas mit „Rochade“ zu tun hat, muss ich sicher nicht erwähnen?

Wie immer kommt die Lösung in etwa einer Woche — und hier ist sie nun!

Lösung

Minimale schlagefrei Darstellung von echter langer und pseudo-kurzer Rochade.

Retro der Woche 02/2020

Nachdem wir in der letzten Woche das neue Jahr in dieser Rubrik mit einem „Blick zurück“ um 90 Jahre begonnen hatten, möchte ich mit euch heute 20 Jahre zurückblicken – das passt ja gut zu „2020“…

Und da dieses Stück auch noch 2.0 Lösungen hat, passt es gar doppelt gut!

Michel Caillaud
Probleemblad 2000, 1. Preis, Joost de Heer gewidmet
Beweispartie in 16 Zügen, 2 Lösungen (14+13)

 

Bei Weiß sind nur zwei Züge sichtbar, 14 sind also noch frei. Bei Schwarz schaut das aus Lösersicht schon besser aus: Wir sehen 1+1+3+1+3+5=14 – also sind noch genau die Hälfte der erforderlichen Züge noch frei.

Aber wir können aus Der Stellung noch eine Menge an Schlüssen ziehen, sodass es gar nicht so schwer wird zu lösen.

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Neujahrs-Probleme

Zum Neujahrstag gibt es häufig spezielle Aufgaben, die Schach (häufig Beweispartien) und Mathematik (Kombinatorik) miteinander verbinden.

Gestern erschienen hierzu auf der indischen ChessBase-Seite unter einem Link Beiträge von Satanick Mukhuty und Andrew Buchanan, die einen Überblick über diese spezielle Art von Problemen geben und natürlich auch mit Aufgaben zum neuen Jahr 2020 aufwarten. Während sich die Frage „Wie viele Lösungen?“ meist intuitiv leicht beantworten lässt, ist deren (mathematisch-kombinatorische) Herleitung manchmal gar nicht so einfach.

Während die meisten von euch Andrew sicherlich z.B. als sehr aktiven PDB-Unterstützer und als Erfinder der Dead-Reckoning Probleme kennen, ist euch Satanick vielleicht (noch) unbekannt? Er ist Mathematiker und führender Mitarbeiter der indischen ChessBase-Redaktion. Dabei hat er sich besonders dem Problemschach zugewandt und will weiterhin weltweit dafür werben. Allein schon aus diesem Grund lohnt ein gelegentlicher Besuch auf dieser Seite!

2020

Allen Retrofreunden wünsche ich
ein gutes neues Jahr 2020!

Schauen wir 100 Jahre zurück, so sah es mit der Retroanalyse längst nicht so gut aus wie heute: Die PDB weist für dieses Jahr genau 12 (zwölf!) Retros auf, WinChloe gar nur sechs — und man könnte den Eindruck gewinnen, es habe damals auf der ganzen Welt nur einen einzigen Retro-Komponisten gegeben: Thomas R. Dawson.

Von ihm nun eine bekannte und nette Kleinigkeit, die sich sicherlich auch nach reichlichem Genuss von Silvesterpunsch noch lösen lässt — ansonsten gibt es die Lösung wieder in einer Woche hier!

Thomas R. Dawson
The Chess Amateur 1920
Weiß nimmt 1 Zug zurück, dann #2 (5+4)

 

 

 

Lösung

Weiß nimmt h2-h4 zurück — und spielt vorwärts 1.h2-h4! Damit steht Schwarz nicht patt, sondern muss 1.– gxh3ep spielen, worauf 2.Lxg6# folgt. (Nicht 1.h2-h3? wegen 1.– Kg5!)