Lateral Thinking

Diese Aufgabe habe ich heute im Internet bei Facebook gesehen — und die muss ich euch einfach zeigen, damit ihr euch damit „zwischendurch“ beschäftigen könnt. Der Autor meinte, die Aufgabe (schon die Forderung) erfordere „lateral thinking“, also Querdenken.

Trevor Tao
facebook, Chess Endgame Studies and Compositions, 31.1.2020
(acht Forderungen) (15+10)

 

Die Forderungen gebe ich hier einzeln an:

 

a) Matt in 1/7
b) Matt in 1/6
c) Matt in 1/5
d) Matt in 1/4
e) Matt in 1/3
f) Matt in 1/2
g) Matt in p/q mit 1/2<p/q<1 (Was ist der Wert von p/q?)
h) Matt in 1

Viel Spaß beim Querdenken (ich muss gestehen, dass ich zunächst fälschlich Duale reklamiert hatte); wie immer gibt es die Lösung in einer Woche hier.

Dieses Mal habe ich für die Lösungen einen eigenen Beitrag erstellt.

Pendel-Rekorde

Klaus Wenda hat mich heute auf einen Blog-Beitrag von Vlaicu Crişan aufmerksam gemacht; diesen Hinweis möchte ich euch nicht vorenthalten.

Vlaicu beschäftigt sich darin mit Verteidigungsrückzügern, die gleich fünf Pendelmanöver zeigen — das ist der aktuelle Rekord. Die erste und bisher einzige orthodoxe Darstellung gelang Michel Caillaud 2014; aus dem letzten Jahr stammen zwei Anticirce-Beispiele von Andreas Thoma sowie von Vlaicu Crişan selbst.

Das sind natürlich drei hervorragende und anspruchsvolle Aufgaben; die solltet ihr in aller Ruhe genießen! Und vielleicht bekommt ihr ja Ideen dabei, eine weitere Fünffach-Setzung darzustellen — oder gar den Rekord zu verbessern? Die Aufgabe hätte ich dann gern für Die Schwalbe! 🙂

Viel Spaß und Erfolg!

Retro der Woche 05/2020

Haben wir uns in den ersten Retros der Woche für das neue Jahr mit „geschichtlichen“ Stücken beschäftigt, so werden wir heute ziemlich aktuell: Die Lösung der heutigen Aufgabe ist im ersten StrateGems Heft des Jahres 2020 erschienen, sodass ich das Stück nun hier besprechen kann, ohne irgendwelchen Lösewettbewerbe zu beeinflussen.

Andrej Frolkin & Sergej Tkatschenko
StrateGems 2019
Beweispartie in 18,5 Zügen (13+12)

 

Das reine Zählen der sichtbaren Züge könnte einen zur Verzweiflung bringen: Bei Weiß sehen wir nur 2+1+1+2+1+1=8, bei Schwarz 4+1+1+1+3+2=12 — immerhin, aber auch allein noch nicht sehr hilfreich.

Aber schauen wir doch, ob wir erkennen können, was an fehlenden Steine wo geschlagen wurde? Auffällig sind besonders die Doppelbauern: Für wBa3 liegt natürlich der Verdacht nahe: sTa3 und bxTa3. So einfach ist das für den Doppelbauern auf b6 nicht!

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Konstruktionswettbewerb und Jacobi

Auch im letzten Jahr hatte der Schachverband Württemberg e.V. wieder ein Konstruktionsturnier ausgeschrieben: Ich hatte offensichtlich vergessen, hier darauf hinzuweisen, da dieses Mal kein Retro gefordert war; es ging um eine Folge von Mattsetzungen: Nach einem Matt werden die schachbietenden Steine entfernt, und es geht weiter.

Ausschreibung und Preisbericht habe ich zusammengefasst; die sind nicht nur interessant, weil mit dem Team Andrej Frolkin und Chris Tylor echte Retrofreunde gewonnen haben, sondern von Chris stammt eine englische Beschreibung, wie sie das „Märchen-Beweispartie-Prüfprogramm Jacobi“ hierzu intensiv genutzt haben. (Dank an Chris, dass er mir erlaubt hat, diesen Bericht hier vorzustellen.)

Das sollte sicher einige von euch interessieren. Viel Spaß bei der Lektüre!

Treffen im Mai

Die offizielle Ankündigung für das Andernach-Treffen — nicht wirklich überraschend am Himmelfahrts-Wochenende vom 21. bis zu 24. Mai wieder im „Stammbaum“ — kommt in den nächsten Tagen; ihr könnt beruhigt schon buchen!

Am Pfingst-Wochenende findet ebenso traditionell das französische R.I.F.A.C.E. Problemschachtreffen (u.a. mit dem bekannten Retro-Löseturnier) statt, in diesem Jahr also vom 29. Mai bis zum 1. Juni in der Nähe von Lyon statt. Die Einladung mit Informationen auf Englisch und Französisch zum Programm und zur Buchung enthält auch die Kontaktdaten des Organisators Jérôme Auclair.

Retro der Woche 04/2020

Heute feiert der Bulgare Nikolai Beluchow einen runden Geburtstag. Ende des Jahres 2009 tauchte er plötzlich mit ausgefeilten Urdrucken in Phénix, Probleemblad und der Schwalbe auf –und im Laufe des Jahres 2012 verschwand er schon wieder von der aktiven Komponistenbühne. Dies hatte, wie er mir damals schrieb, mit seinem Mathematikstudium und Beruf zu tun -– als er seine ersten Urdrucke verschickte, war er gerade 19 Jahre alt; heute feiert er seinen 30. Geburtstag – ganz herzlichen Glückwunsch dazu!

Und wenn ich mir etwas zu seinem Geburtstag wünschen darf, dann ist es, dass er Zeit und Muße findet, sich bald wieder ans Konstruktionsbrett zu setzen!

Mit der Aufgabe, die für heute herausgesucht habe, belegte er den zweiten Platz im 1. FIDE World Cup 2010 — ein bemerkenswertes Resultat für einen frischgebackenen Twen! Welch Riesentalent Nikolai ist, zeigt sich allein schon daran, dass er mit 15 Retros im FIDE-Album 2010-2012 vertreten ist, dafür wurde er 2014 zum FIDE-Meister für Schachkompositionen ernannt.

Nikolai Beluchow
FIDE World Cup 2000, 2. Preis
Letzte 30 Einzelzüge? (11+14)

 

Im Diagramm sieht man direkt zwei Schlagfälle schwarzer Bauern auf die f-Linie. Damit die schwarzen und weißen Bauern auf dem Damenflügel aneinander vorbeikommen, sind vier weitere Schläge erforderlich. Die können nicht alle von Schwarz ausgeführt sein, da bei Weiß nur fünf Steine fehlen. Also ist die Aufteilung dort „2:2“, und es bleibt noch ein schwarzer Schlagfall offen.

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Retro der Woche 03/2020

Bleiben wir noch etwas im Jahr 2000: Um 2007–2008 herum hatten Hans Gruber, Ulrich Ring und ich uns vorgenommen, verschiedene noch ausstehende Preisberichte, für die der vorgesehene Richter nicht mehr zur Verfügung stand, gemeinsam zu richten; das war für verschiedene Zeitungen und in verschiedenen Abteilungen: Riesenspaß hat das gemacht!

Den ersten Preis bei der Schwalbe aus dem Jahr 2000 möchte ich euch heute vorstellen -– und es mir damit recht leicht machen: Ich zitiere hier ziemlich unverändert unseren Kommentar aus dem Preisbericht (Die Schwalbe 233, Oktober 2008, S. 578—582). Dabei wird natürlich schon das Thema beschrieben, wird auch auf die Strategie eingegangen. Wer also selbst lösen möchte, sollte nicht sofort auf „Weiterlesen“ klicken…

Satoshi Hashimoto
Die Schwalbe 2000, 1. Preis
Beweispartie in 19 Zügen (15+14)

 

 

 

 

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