Weihnachtsknobelei

Auch wenn es leider das Weihnachtsrätsel der Stuttgarter Zeitung nicht mehr gibt, so ist dort wieder ein „Weihnachtsknobeln im Kleinformat“ veröffentlicht worden; die beiden Aufgaben zeige ich euch hier.

Jens Guballa
Stuttgarter Zeitung 21.12.2019
Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück und setzt stattdessen in einem Zug matt (6+3)

 

 

 

Werner Keym
Stuttgarter Zeitung 21.12.2019
Ergänze den schwarzen König, dann Matt in einem Zug (15+1+1)

 

 

 

Lapidar heißt es zu den Aufgaben: „Zu prüfen ist stets, ob es mehrere Lösungen gibt.“

Die werden dann in der Stuttgarter Zeitung am 11. Januar 2020 veröffentlicht; vorher gibt es hier auch nichts zu sehen …

Viel Spaß beim Knobeln!

Nachtrag 12.1.2020: Hier die versprochenen Lösungen

Lösung Guballa

R c5xBd6 & vor: Te8# (De3#?)
R c5xBd6ep & vor: De3# (Te8#?)
R d5-d6 & vor: Df4#
Alle möglichen Rücknahmen des wBd6; hübsche Dualvermeidung.
Lösung Keym

+sKa8 & c8=D#
+sKf3 & O-O#
+sKd4 & dxe6ep#
Valldao-Task

11 thoughts on “Weihnachtsknobelei

  1. zur Lösung Guballa:
    die ersten beiden Lösungen müssen den T doch auf e8 (anstatt d8) bringen?

    zur Lösung Keym (Frage eines Einsteigers):
    warum ist davon auszugehen, dass in der 3. Lösung der sB „zuletzt“ von d7 gezogen ist, könnte er „zuletzt“ nicht auch von d6 gekommen sein – denn dann wäre e.p. doch nicht möglich und der wBd5 würde daher nicht die Angriffslinie des wT öffnen?
    WFCC Art 16(2): … An en-passant capture on the first move is permitted only if it can be proved that the last move was the double step of the pawn which is to be captured.
    Wie kann grundsätzlich bewiesen werden, dass es zuletzt der „DOUBLE step“ war?
    Vermutlich genügt nach WFCC die gleichmöglich alternative Möglichkeit, dass es entweder ein single ODER double step war? Danke!

    • Guballa: Tippfehler oder „Knick in der Optik“ — ist korrigiert; danke für den Hinweis.
      Keym: Für ep muss natürlich der Doppelschritt bewiesen werden können. Hier geht das so: sK auf d4 hat keinen letzten Zug. Zuletzt f6xe5 geht nicht, da nur der weiße weißfeldrige Läufer fehlt, der nicht auf dem schwarzen Feld e5 geschlagen werden konnte. Zuletzt e6-e5 geht nicht, da dann das Schach durch wLh8 nicht erklärt werden kann (keine Umwandlung wegen acht weißer Bauern, kein Abzugsschach möglich). Das Abzugsschach ist nur nach Rücknahme von e7-e5 möglich: davor Tf6-d6+. Also war e7-e5 letzter schwarzer Zug, also ist ep zulässig (und hier Matt).

  2. Interpretations-Frage zu Guballa: „Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück…“
    Falls wTc8 durch Bauern-Umwandlung zustande gekommen sein sollte, stellt sich die Frage, ob dann nur der „Gesamtzug“ bis zum wBc7 bzw d7 (aber was stand davor auf c8?) als Zurücknahme angesehen würde, oder als „Teilzug“ auch die Art der Verwandlung (zB in einen L anstelle des T). Ich denke „Zug“ bedeutet zwingend ersteres, oder…?

    • sorry für den Doppeleintrag, wieso auch immer…
      Ich sollte meine Frage präzisieren: bedeutet „zurücknehmen“ den Zug an sich „ungeschehen machen“, oder nur dessen „Wirkungen“ zurücknehmen (im Sinne der Synonyme „revidieren“, „ändern“, etc.)…?

      • Ja, so ist es! Beispiele mit dem Turm:
        R Th8-c8 >> der wT steht nun auf h8
        R Th8xLc8 >> der wT steht nun auf h8, auf c8 ein sL
        R c7-c8=T >> der wT verschwindet vom Brett, auf c7 steht ein wB
        R d7xSd8=T >> der wT verschwindet, auf d7 steht ein wB, auf c8 ein sS.

      • danke für die Klärung, sie ist die naheliegendere „Zug-Zurücknahme“-Interpretation, eine „bloß geänderte“ Umwandlung in L/D auf c8 hätte eine zusätzliche Lösung ergeben…
        denn „der letzte w Zug“ hätte auch der Zug *VOR* dem letzten s Zug (zB sLa8-b7) gewesen sein können, allerdings spricht das Wort „stattdessen“ deutlich gegen diese Interpretation…

  3. Interpretations-Frage zu Guballa: „Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück…“
    Falls wTc8 durch Bauern-Umwandlung zustande gekommen sein sollte, stellt sich die Frage, ob dann nur der „Gesamtzug“ bis zum wBc7 bzw d7 (aber was stand davor auf c8?) als Zurücknahme angesehen würde, oder als „Teilzug“ auch die Art der Verwandlung (zB in einen L anstelle des T). Ich denke „Zug“ bedeutet zwingend ersteres, oder…?

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