42. WCSC — Polen wieder Weltmeister

Gestern war es noch so knapp gewesen, in den drei heutigen Runden (h#, #n, s#) zog sich das Feld jedoch noch deutlich auseinander, und gerade die Hilfsmatts wurden dem deutschen Team zum Verhängnis: Hier konnten nur 11,5 von möglichen 30 Punkten ergattert werden. Damit war ein Platz auf dem Treppchen, wie noch im letzten Jahr in Dresden, nicht mehr möglich.

Wie in den letzten neun Jahren wurde Polen wieder Weltmeister, jedoch mit nur 0,25 Punkten vor Russland. Knapp war auch die Entscheidung um Bronze, wo sich Großbritannien vor der Ukraine durchsetzen konnte. Mit einem halben Punkt Vorsprung vor Serbien belegte Deutschland schließlich hinter der Slowakei den sechsten Rang.

Auch in der Einzelwertung schüttelte sich noch eine Menge durch, und zum Schluss setzten sich die Favoriten Piotr Murdzia vor Kacper Piorun (beide Polen) vor dem slowakischen Überraschungs-Dritten Tomas Peitl durch. Die deutschen Großmeister Arno Zude, Boris Tummes und Michael Pfannkuche (als Einzellöser) landete auf den Plätzen 21, 26 und 38, Frank Richter auf Platz 47.

42. WCSC – Ergebnisse des ersten Tags

Heute fand in Ohrid der erste Tag der 42. Problemschach-Löseweltmeisterschaft (WCSC) statt. Nachdem gestern John Nunn vor Arno Zude das Open-Turnier gewonnen hatte, sieht das Einzelergebnis heute bei der WM nach dem ersten Tag identisch aus! Gestern belegte Ofer Comay den dritten Platz, heute liegt dort Alexander Mista.

Bei der Team-WM liegt nach dem ersten Tag erwartungsgemäß Polen vorn, knapp gefolgt von Russland, der Ukraine, Deutschland, Großbritannien und Serbien. Der Abstand vom ersten auf den sechsten Platz beträgt gerade mal fünf Punkte, sodass es morgen auch bei der Team-Weltmeisterschaft noch sehr spannend wird!

Wer sich für die Aufgaben des Open-Turniers interessiert, kann hier die Probleme und die Lösungen anschauen bzw. herunterladen, um sich selbst daran zu versuchen.

f-Retrolösewettbewerb

In feenschach Heft 223 ist auf Seite 27 ein Retro-Lösewettbewerb von Andreas Thoma erschienen: Fünf Anticirce-Proca-Verteidigungsrückzweizüger sind zu lösen; für die drei besten Einsender hat der Autor Buchpreise ausgelobt.

Als Einsendeschluss war der 31. Dezember 2017 angegeben — das war etwas knapp, wo das Heft doch erst Anfang Januar 2018 erschienen ist: Da müsste die Löse-Mail schon in deutlich Überlichtgeschwindigkeit bei Andreas ankommen.

Da die feenschach-Redaktion hierauf nicht vertrauen wollte, wurde gemeinsam mit dem Ausschreibenden als neuer Einsendeschluss der 28. Februar 2018 festgelegt.

Viel Spaß und Erfolg beim Lösen!

Einstimmung auf Andernach

Heute in zehn Tagen beginnt das alljährliche Problemschachtreffen in Andernach, und zur Einstimmung auf den märchenschachlichen Höhepunkt des Jahres hat Andreas Thoma ein kleines Löseturnier organisiert. Ihr ahnt es sicher schon, es geht um Anticirce-Verteidigungsrückzüger.

Die Aufgaben für das Turnier könnt ihr natürlich bei mir herunterladen. Andreas verspricht jedem, der ihm in Andernach mindestens vier richtige Lösungen vorlegen kann, einen flüssigen Preis.

Viel Spaß — und vergesst, wenn ihr nach Andernach fahrt, nicht eure Lösungsaufzeichnungen!

Lösungen StZ und Schachbundesliga

Als Ersatz für den traditionellen Lösewettbewerb der Stuttgarter Zeitung waren dort am Heiligen Abend und Silvester 2016 zwei Retro-Originale erschienen, die ich hier bereits „nachgedruckt“ hatte.

Nun sind am letzen Sonnabend die Lösungen erschienen, die ich wie versprochen nun nachtrage (Dank an Werner Keym für die Zusendung!).

Sergej Tkachenko & Andrej Frolkin
Stuttgarter Zeitung 24.12.2016
Matt in 2 Zügen; b) nach dem Schlüsselzug von a) (13+11)

 

a) 1.e7:d8=S! (1.e7:d8=L!?) Zugzwang K:d3 2.0-0-0#
b) Nach dem Zug 1.e7:d8=S! folgt 1.S:b7! Zugzwang K:d3 2.0-0-0#. Zuletzt geschah 1.– Kc1:Lc2! 2.Lb1-c2+ Kc2-c1 3.La2-b1+ Kc1-c2 4.Lb1:Ba2 a3-a2. Der wUW-L wird zur Stellungsauflösung bei Erhalt des Rochaderechtes benötigt. Deswegen kann der Schlüsselzug zu a) nicht 1.e7:d8=L? sein. Die Lösungen zu a) und b) hängen voneinander ab. Sehr originell!

 

Werner Keym
Stuttgarter Zeitung 31.12.2016
Ergänze möglichst viele Steine (6+8)

 

Die Läufer von f1, c8 und f8 wurden auf ihren Ursprungsfeldern geschlagen. Der La4 entstand auf b1 oder d1 nach 6 Schlägen des Bh7; hinzu kamen 3 Schläge des Ba7 bis d4. Der La2 und der La6 entstanden auf g8 nach 4 Schlägen der Bauern f2 und h2. Also können höchstens vier schwarze Steine ergänzt werden, nämlich Ke8, Dd8, Lc8 und Lf8.

Ich hoffe, dass die Tradition der Stuttgarter Zeitung, in der Weihnachtszeit weiterhin einen Retro-Lösewettbewerb anzubieten, fortgesetzt werden kann.

Vielleicht hilft dabei ja auch die positive Erfahrung mit dem Wettbewerb von schachbundesliga.de, der aus zwölf Problemen (Retros, Studien, direkte Matts, Hilfs- und Selbstmatts) bestand, die für reine Partiespieler teilweise sicher nicht so leicht waren. Dennoch gab es 98 richtige Einsendungen! Es lohnt sich, sich den Wettbewerb noch einmal genau anzusehen, vielleicht könnt ihr daraus auch Anregungen für Problemschach-Werbung in eurem Schachverein finden?

Stuttgarter Zeitung

Der traditionelle Lösewettbewerb der Stuttgarter Zeitung zum Jahresende mit Retroproblemen kann leider aus verschiedenen Gründen nicht mehr stattfinden. Als kleinen Ersatz sind dort am Heiligen Abend und heute zwei Retro-Originale erschienen, die ich natürlich gern hier auch „nachdrucke“.

Sergej Tkachenko & Andrej Frolkin
Stuttgarter Zeitung 24.12.2016
Matt in 2 Zügen; b) nach dem Schlüsselzug von a) (13+11)

 

 

 

Werner Keym
Stuttgarter Zeitung 31.12.2016
Ergänze möglichst viele Steine (6+8)

 

Die Lösungen sollen am 14. Januar 2017 erscheinen; anschließend bringe ich dir hier auch. Anregungen, Kommentare, Lösungen könnt ihr per Mail an Werner Keym senden (w.keym(at)gmx.net). Viel Spaß!

Schachbundesliga Weihnachtsrätsel

Gestern hat das bis zum 6. Januar 2017 laufende Weihnachtsrätsel der schachbundesliga.de begonnen. Wer nun erwartet, dass es hier nur um „Partyschach“ geht, täuscht sich: Bei den ersten beiden Fragen geht es um eine Beweispartie und ein Hilfsmatt!

Schaut doch täglich einmal vorbei, vielleicht seid ihr dann glücklicher Gewinner eines — nun wird es doch noch Partyschach — von den Teilnehmern des Grand Chess Tour Turniers in Leuven 2016 signierten Schachbretts mit Figuren (u.a. mit den Unterschriften von Carlsen, Aronian, So, Nakamura usw.).

Solving in Style

Im Jahre 1985 erschien die erste Auflage des Buches Solving in Style von Partie- und Löse-Großmeister John Nunn, in dem er sich speziell mit dem Lösen von Schachproblemen beschäftigt. Schon in dieser Auflage gab es ein Kapitel über (klassische) Retros.

Nun hat John, den viele sicher auch als Studien-Sachbaerbeiter des Problemist kennen, eine zweite, verbesserte und erweiterte Auflage (in englischer Sprache) vorgestellt, die nun u.a. auch ein eigenes Kapitel über Beweispartien enthält.

Heute noch ungewöhnlich ist, dass das Buch nur elektronisch erschienen ist; eine Papierausgabe der 2. Auflage gibt es also nicht. Für die elektronische Form gibt es zwei Alternativen:

  • Als App-Book: hierzu ist eine kostenlose App des Gambit-Verlages erforderlich, damit können dann die Züge und Varianten interaktiv gespielt werden. Nachteil: Diese App ist nur für Smartphones und Tablets unter Adroid bzw. iOS verfügbar.
  • Als e-Book im Kindle Format, das eher dem normalen Buch entspricht, d.h. ohne interaktive Diagramme auskommt. Dafür kann es nicht nur auf Smartphones und Tablets (und natürlich den Kindle-Geräten) gelesen werden, sondern auch auf Apple- und Windows-PC, da es hierfür kostenlose Leseprogramme von Amazon gibt.
Beide Versionen kosten jeweils nur etwa neun Euro (!!) — das ist einfach ein MUSS für jeden Problem- und Retro-Freund! Ich jedenfalls bin von der zweiten Auflage hellauf begeistert.