Euclide 1.1

Kaum hatte ich hier die neue Version von Natch angekündigt, gibt es auch vom „Konkurrenzprodukt“ Euclide von Étienne Dupuis ein Update: In der Version 1.1 kann man Einschränkungen bezüglich der Lösung angeben, beispielsweise Euclide mitteilen, dass ein bestimmter Bauer auf einem bestimmten Feld in eine bestimmte Figur umgewandelt werden muss.

Mit diesen Möglichkeiten, die die Prüfdauer deutlich verkürzen können, muss man natürlich sehr vorsichtig umgehen, da man damit möglicherweise nicht nur viele Fehlversuche, sondern auch Nebenlösungen ausblenden kann. Sie hilft also besonders während des Kompositionsprozesses, ersetzt schlussendlich aber keine vollständige Prüfung. Auch wenn ihr das sonst nicht so mögt: Lest unbedingt vorher die Beschreibung dazu in der Hilfe-Datei durch!

Dennoch natürlich ein tolles Feature, das Euclide sicher noch attraktiver als bisher schon macht.

Euclide 1.00

Am 18. Februar hatte ich hier über die Fehler in Euclide 0.99 berichtet, die Bernd Gräfrath und Silvio Baier entdeckt hatten.

Heute hat nun Étienne Dupuis die Version 1.00 von Euclide freigegeben, die diese Probleme behebt. Ihr könnt die neue Version von Euclide’s Homepage herunterladen.

Übrigens lässt sich die Frage, was den eigentlich „Co+“ bedeutet, nicht nur auf mögliche Fehler bei Euclide reduzieren: So ist die neueste Popeye-Version im Wesentlichen ein Bugfix-Release — aber noch spannender finde ich die Frage der Interpretation von Märchenschach-Bedingungen, speziell deren Verknüpfung. Und hier interpretieren die drei „Marktführer“ (in alphabetischer Reihenfolge) Alybadix, Popeye und WinChloe Bedingungen häufig unterschiedlich und kommen damit zu unterschiedlichen Prüfergebnissen (was für den einen korrekt ist, ist für den anderen vielleicht unlösbar oder nebenlösig).

Eigentlich reicht also eine Angabe „Co+“ nicht aus; sie benötigt die Zusatzinformation, mit welchem Programm in welcher Version getestet wurde, um aussagekräftig zu sein.

Problem mit Euclide

Ziemlich überraschend sind Bernd Gräfrath und Silvio Baier auf ein Problem mit dem Prüfprogramm für Beweispartien Euclide gestoßen: Für eine Beweispartie findet Euclide keine Lösung, obgleich eine existiert, die auch von Natch gefunden wird.

Bernd stellt in einem Beitrag, den ihr hier herunterladen könnt, die Aufgabe vor — sie ist nicht nur wegen dieses Fehlers sehenswert!

Übrigens findet Euclide bei den angegebenen Vergleichsaufgaben die Lösungen. Ich persönlich vermute, dass eine Optimierung zu „scharf“ geschaltet ist. Über die weitere Entwicklung werde ich jedenfalls gern berichten.