feenschach 231 und 232

Heute hatte ich die beiden neuen feenschach-Hefte 231 und 232 im Briefkasten. Damit sind Band XXXV und der Jahrgang 2018 abgeschlossen.

Gerade für uns Retrofreunde enthalten die Hefte jede Menge interessanten Stoff: In den beiden Urdruckteilen zusammen 32 (!) Aufgaben, einen ausführlichen und höchst interessanten Artikel von Klaus Wenda „Verteidigungsrückzüger mit Märchenfiguren“ — dazu ist auch ein Thematurnier ausgeschrieben — und fast 27 Seiten „Turnierberichte — Retros und Beweispartien“ von Hans Gruber.

Darüber hinaus gibt es wie immer jede Menge Spannendes zu lesen und zu bestaunen, z.B. „Uraltfotos“ diverser Geburtstagskinder (na ja, „Kind“ waren die vor längerer Zeit …). viel Spaß also beim Stöbern, lesen, lösen und komponieren!

Ergebnis SVW-Wettbewerb

Im Juli 2018 hatte ich euch auf den 7. Problemschach-Wettbewerb des Schachverbandes Württemberg hingewiesen: Es war eine möglichst kurze Beweispartie zu konstruieren, die zur „Viele-Väter-Stellung“ führt und in der nur Könige und Bauern ziehen dürfen.

Nun ist das Ergebnis erschienen — mit gleich drei Siegern: Andreas Niebler, Martin Hintz sowie das Team Bernhard Geismann & Christoph Fieberg teilen sich das Preisgeld (jeweils 85 €).

Den sehr interessanten Bericht von Wolfgang Erben könnt ihr in der Ausgabe 02/2019 von Schach für Tiger finden; zum Studium sehr empfohlen!

Dezember-Schwalben

Mitte Dezember hatte ich darauf hingewiesen, dass die letzten 2018er-Ausgaben von Die Schwalbe und feenschach verspätet erscheinen würden.

Nun sind die Dezember-Schwalbe-Hefte erscheinen: Ja, der Plural ist richtig, das ist ein Doppelheft 294-1 und 294-2 mit insgesamt 104 Seiten! Es lagen so viele Beiträge vor, dass der Schwalbevorstand beschlossen hatte, dieses Mal ein Doppelheft zu veröffentlichen, anstatt über längere Zeit speziell einen Berg an Preisberichten vor sich her zu schieben.

So enthalten die beiden Hefte neben Berichten von Schwalbe-Treffen 2018 in Bad Segeberg viele Entscheide aus Informalturnieren, aber auch die der Geburtstagsturniere „Hans Peter Rehm 75“ und „bernd ellinghoven 64“. Natürlich ist auch für uns Retrofrennde wieder eine Menge Lese- und Lösestoff dabei, darunter ein ausführlicher Beitrag von Bernd Schwarzkopf „Letzter Zug? — mit nur einer Steinart“ sowie mein Segeberg-Vortrag.

Ich möchte aber euer besonderes Augenmerk auf zwei Beiträge jenseits der Retroanalyse richten, die ich beide begeistert verschlungen habe: Die Selbstmatt-Serie „Dies# fiel mir auf“ von Hartmut Laue, zu der nun bereits der 17. Beitrag erschienen ist, sowie der Beitrag von Stephen Rothwell „Natürliche Eleganz — Die Studien von Hermann Mattison“.

Über Lesen und Genießen solltet ihr nun aber nicht das Lösen und Kommentieren vergessen: Zehn wie ich finde sehr abwechslungsreiche Urdrucke laden dazu ein.

Und wenn nun in den nächsten Tagen auch noch die letzten beiden feenschach-Hefte des Jahres 2018 (ebenfalls mit viel Retro-Lese- und Lösespaß, das kann ich schon versprechen) erscheinen…

Christmas puzzles

Auf der Chessbase Website ist am Silvestertag ein Retro-Weihnachtspuzzle erschienen, in dem Frederic Friedel hauptsächlich Hilfsrückzüger vorstellt. Das ist auf dieser von Partiespielern stark frequentierten Website wieder einmal tolle Werbung für Retros — und der Beitrag ist lesenswert!

Nachtrag 2. Januar 2019:
Heute erschien ein weiterer Artikel auf der Seite: Problem chess with Noam Elkies. Dabei geht es auch um die Schwalbe und die PDB — auch sehr lesenswert!

ChessProblems.ca

Die von Cornel Pacurar herausgegebene kanadische Online-Zeitung ChessProblems.ca beschäftigt sich überwiegend mit Serienzügern, bietet aber uns Retrofreunden auch immer wieder interessante Beiträge.

In der neuesten Ausgabe finden sich auf 45 Seiten unter Anderem Aufsätze über Anticirce-Verteidigungsrückzüger mit der (recht wilden) Zusatzbedingungn „Assassin“ von Vlaicu Crişan sowie drei „Neujahrs-Rebusse“ (ja, ich habe extra im Duden nachgeschaut: Der Plural von „Rebus“ ist wirklich „Rebusse“ …) von Jeff Coakley und Andrej Frolkin.

Viele Spaß beim Lesen und Lösen!

Constraints

Prüfprogramme für Beweispartien haben besonders dann große Probleme, in überschaubarer Zeit ein Prüfergebnis zu liefern, wenn sowohl bei Weiß als auch bei Schwarz „freie“, also nicht aus dem Diagramm ableitbare Züge vorhanden sind: Beim „Brute Force“ Rechnen, also der Berücksichtigung aller theoretisch möglichen Züge, führt dies schnell zu extremen Prüfzeiten, die etwa exponenziell mit der Anzahl der freien Züge wächst. Wie sagte mal ein Professor während meines Studiums? „Nichts wächst so schnell wie exponenziell.“ (Schaut euch mal die Ackermannfunktion an, wenn ihr sehen wollt, wie schnell „exponenziell“ wachsen kann!)

Kann man einem Prüfprogramm nun „menschliche Erkenntnisse“ zum Beispiel zu Reihenfolgen von Zügen oder zur Mindest- und Höchstzahl von Zügen eines Steins mitteilen, so kann man damit die Prüfzeiten drastisch verkürzen — man muss sich dabei „nur“ darüber im Klaren sein, dass dies keine vollständige Computerprüfung darstellt, denn wenn die Überlegungen zu möglichen Einschränkungen (englisch: „constraints“) des Suchbaums einen Denk- oder Notationsfehler enthalten, kann das Ergebnis unseres Rechenknechts (englisch: „computer“) natürlich nicht korrekt sein.

Natch und Euklide enthalten rudimentäre Möglichkeiten, solche „constrains“ einzugeben und zu nutzen; diese wurden bei Jacobi noch erweitert. In dem interessanten Artikel „Solving program Jacobi equipped with constraints — a new tool to check proof games“ haben nun Michel Caillaud, Nicolas Dupont und François Labelle anhand von jeweils drei orthodoxen und Märchen-Beweispartien die Möglichkeiten ausführlich dargestellt. Dieser lesenswerte Artikel kann auf Julias Fairy-Seite als pdf-Datei gelesen bzw. direkt heruntergeladen werden.

Sehr empfehlenswerte Lektüre!

Wunderland der Schachaufgaben

[Werbung] Heute lag bei mir das Dezemberheft der Zeitschrift SCHACH im Briefkasten. Bereits im Oktoberheft hatte Bernd Gräfrath dort einen fünfseitigen Beitrag unter dem Titel „Rätsel und Schachkompositionen oder wie finde ich einen Zugang zum Problemschach?“ veröffentlicht. Hierbei gibt Bernd Literaturempfehlungen zum Einstieg ins Problemschach speziell durch die Partiespieler-Brille.

Im Dezemberheft folgt nun von mir die ebenfalls fünfseitige Fortsetzung „Das Wunderland der Schachaufgaben“. Dabei lege ich den Fokus mehr auf die Inhalte der Probleme, sprich: Auf die ihnen zu Grunde liegenden Ideen. Auch ich mache das anhand von fünf Buchenpfehlungen und stelle daraus jeweils zwei Aufgaben vor. Ich habe versucht, die Aufgaben so zu beschreiben, dass sie das Interesse eines Partiespielers wecken. Dabei vermeide ich „Problemisten-Slang“ und nutze nur ganz vorsichtig einige problemschachliche Begriffe.

Ich kann euch nur empfehlen und bitten: Nehmt beide Aufsätze mit in euren Schachclub, schaut euch zusammen mit ein paar „klassischen Partiespielern“ die eine oder andere Aufgabe an: So könnt ihr prächtig Werbung für euer Lieblings-Hobby betreiben!

Nachbemerkung:
Nein, mein Blog wird auch zukünftig keine bezahlte Werbung enthalten! Auch für den heutigen Hinweis auf die Zeitschrift SCHACH, deren Abonnent ich bin, ziehe ich keine Vorteile für mich. Aber einige Abmahnanwälte haben eine neue „Geschäftsidee“ entwickelt: Blogger kostenpflichtig abzumahnen, weil sie angebliche Werbung in ihren Beiträgen nicht gekennzeichnet haben. Dieses Risiko möchte ich natürlich nicht eingehen.

Lange Abende

Ab kommendem Sonntag werden die Abende wieder deutlich länger, und da passt es gut, dass nun reichlich und reichhaltiger problemschachlicher Lesestoff eintrudelt: Gerade sind das Schwalbe-Heft Oktober 2018 sowie zwei neue Ausgaben von feenschach erschienen!

Sie bieten selbstverständlich wieder interessantes Lesevergnügen nicht nur zur Retroanalyse. Die Schwalbe enthält wieder neun Retro-Urdrucke, die zum Lösen und Kommentieren einladen, und die beiden Geburtstagsbeiträge haben auch teilweise mit Retroanalyse zu tun, ansonsten lädt der ausführliche Märchenschach-Preisbericht 2013 zum Stöbern und Staunen an.

„Am Rande der Retroanalyse“ bewegen sich verschiedene Beiträge in feenschach Heft 229, neben den Urdrucken mit acht Retros sowie Lösungsbesprechungen auch ein mysteriöser Geburtstags-Artikel von Bernd Gräfrath für einen mir bisher namentlich überhaupt nicht bekannten Problemfreund, der sich irgendwie auch mit Retroanalyse zu beschäftigen scheint.

Heft 230 schließlich ist speziell der Andernach-Berichterstattung gewidmet, und da wurden ja viele Retro-Vorträge gehalten, die hier, teilweise erweitert, alle nachzulesen sind. Den Abschluss des Heftes bildet die bereits 18. Folge der „Retros und Beweispartien“ Abteilung in der „Turnierberichte“ Serie.

Da können die Winterabende kaum lang genug sein…