Hundsdorfer

Ich freue mich, euch einen neuen Beitrag zur (Problem-/Retro) Geschichte auf meiner Website präsentieren zu können: Ralf Binnewirtz hat nach bisher nicht in den Datenbanken dokumentierten Aufgaben und Beiträgen von Wolfgang Hundsdorfer, zusammen mit Thomas R. Dawson Autor des Klassikers „Retrograde Analysis“ aus dem Jahr 1915, geforscht, und er ist fündig geworden!

Seine interessanten Ergebnisse (inklusive einer ausführlichen Analyse eines Hundsdorfer-Retros) stellt er nun vor; ich wünsche euch viel Freude bei der Lektüre!

feenschach-Website

Die Website von feenschach ist zurzeit leider technisch gestört. Solange diese Situation noch anhält (hoffentlich nicht mehr lange!), werden aktuelle Informationen zu feenschach und auch Internet-Beiträge hier veröffentlicht.

Den Beginn macht (neben dem in Heft 269 angekündigten Trümmerhaufen) die fulminante Zusammenstellung aller aktuellen Einzügerrekorde (über 1.100 Seiten!) von Horst Bäcker — zum Lesen und Erforschen bestens empfohlen!

Prentos-60 Jubiläumsturnier

Heute ist der Preisbericht zum Kostas-Prentos-60 Jubiläumsturnier erschienen; das Thema in Kurzform: „Jede Art von Retroproblemen (orthodoxe oder Märchen-Beweispartien, klassische Retros, Rückzüger usw.), in denen ein Original-Offizier A (nicht umgewandelt) von einem anderen Offizier B (keinem Bauern) geschlagen wird; später wandelt ein Bauer der Partei von A in einen Stein vom Typ A um.“

Es nahmen 47 Aufgaben teil: 33 orthodoxe Beweispartien, 11 Märchen-Beweispartien und (nur) 3 orthodoxe klassische Retros.

Ich kann euch den sehr ausführlich und gründlich kommentierten Preisbericht des Jubilars zum intensiven Studium oder auch einfach zum Vergnügen nur ans Herz legen; hier im Blog werde ich noch auf das Turnier eingehen.

Retro der Woche 39/2026

Silvio Baier hat nicht nur die vor einigen Tagen hier veröffentlichte Übersicht von Beweispartien mit der Themenverbindung „Ceriani-Frolkin und Pronkin“ zusammengestellt, sondern wesentlich selbst be- und erarbeitet.

Das wird schon an ein wenig Statistik deutlich: Von den 94 dort wiedergegebenen Aufgaben stammen 77 (!) aus seiner Dresdner Werkstatt, hinzu kommt eine Aufgabe, an der er als Co-Autor beteiligt war: Das ist ein „Eigenanteil“ von 83%!

Eines der neuesten Stücke aus dieser Veröffentlichung möchte ich heute mit euch zusammen anschauen:

Silvio Baier
The Hopper Magazine 2026
Beweispartie in 29,5 Zügen (14+11)

 

Zunächst fällt beim Blick aufs Diagramm der schwarze Umwandlungsläufer auf: Der muss aus dem [Ba7] entstanden sein, der dann mittels a2xXb1=L umwandelte: Der neu entstandene Läufer kann ja den Südwest-Käfig nie verlassen haben. Und zusammen mit dxYc6 sind beide schwarze Schlagfälle geklärt.

Bei Weiß fehlen nur zwei Bauern auf dem Königsflügel — die müssen sich also beide umgewandelt haben, um sich selbst in Westen schlagen zu lassen oder ein originales Schlagopfer zu ersetzen.

Rechnet man für die Schlagbilanz den sLa2 als a-Bauer, so stellt man fest, dass neben der Dame bei Schwarz genau die vier Bauern des Königsflügels fehlen. Drei Schlagfälle durch Weiß sehen wir auf b3, c3 und d3; die beiden anderen sind noch verborgen — wir hegen aber schon einmal den Verdacht, dass es sich hier um das Schlagen von Originalbauern handelt, die damit den Weg zur doppelten Umwandlung des Weißen freigeben.

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Ceriani-Frolkin und Pronkin

Silvio Baier beschäftigt sich schon lange intensiv mit „Beweispartien der Zukunft“ (FPG, Future Proof Games), speziell mit der Verbindung von Ceriani-Frolkin-Thema und Pronkin-Thema, wie einige Artikel von ihm aus der letzten Zeit belegen.

Nun hat er alle ihm bekannten dargestellten Kombinationen von CF/PR mit FPG-artigen Verteilungen (4+0 oder 2+2 und paarweisen Figurentypen bzw. AUW) zusammengestellt, die er dankenswerter Weise hier im Blog veröffentlicht. Eine hochinteressante Sammlung von 94 (bei dieser Themenverbindung quasi automatisch) hochklassigen Aufgaben — viel Vergnügen beim Studium und Nachspielen!

Bald geht es los!

In einer guten Woche, am 8. August, beginnt das Weltproblemschachtreffen in Magdeburg. Wer es bis dahin kaum abwarten kann, für den habe ich hier ein paar Internet-Tipps mit etwas ungewöhnlichen, aber um so interessanteren Inhalten:

In der englisch-sprachigen Ausgabe von ChessBase ist der Artikel Shifts and mirrors in a chess problem über einen Schwalbe-Urdruck von Werner Keym erschienen: über eine Studie ohne Diagramm, bei der natürlich auch Retro-Überlegungen eine Rolle spielen. Da lohnt es sich hineinzuschauen.

Der erst 14-jährige Christian Glöckler hat in Biel nicht nur seine erste Großmeister-Norm im Partieschach erfüllt, sondern auch das dortige Löseturnier erfolgreich auf Platz drei, mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz eins, beendet. In einem Interview, das auf YouTube veröffentlicht wurde, erklärt er sein Interesse am Problemschach: höchst interessant! Übrigens spielt Christian nun das Dortmunder Sparkassen-Open, um dann zum Lösen nach Magdeburg zu kommen!

Wer jeden Tag eine problemschachliche Herausforderung, Unterhaltung sucht, den verweise ich auf Mustermatt, dem von Johannes Quack so großartig geführten YouTube-Kanal der Schwalbe. Jede Woche bringt er dort sehr abwechslungsreich einen Beitrag aus allen Bereichen des Problemschachs. Jetzt zur Ferienzeit gibt es mehr: Die Serie „30 Tage – 30 Rätsel“, von der heute Tag 5 ist. Jeden Tag kann eine Aufgabe gelöst werden, die sich eher an noch nicht so erfahrene Problemisten wendet, für die Experten aber sicher auch spannend und interessant ist. Lösung noch am gleichen Tag einsenden, und das mindestens fünf Mal, dann winken attraktive Preise. Viel Spaß und Erfolg!

Hartmut Laue 75

Korrektur 7.6.2026: Fehler bei Daten korrigiert: Typo 1998 > 1968; beim Erscheinen (April 1968) war Hartmut erst 15.

Meine herzlichen Glückwünsche gehen in den hohen Norden, nach Kronshagen bei Kiel, zu Hartmut Laue, der heute seinen 75. Geburtstag feiern kann.

Schon als Schüler problemschachlich aktiv, hat er sich nicht nur zu einem hervorragenden Komponisten entwickelt, dessen Schwerpunkte “orthodox” sind: Direkte Zwei- und Dreizüger, heute überwiegend kurze Selbstmatts, wobei er besonders großen Wert auf die Nutzung S#-typischer Ideen und Motive bei Schwarz und Weiß legt. Entsprechend ist er vielseitig publizistisch tätig, etwa als “Indexer” bei FIDE Alben, als S#-Sachbearbeiter der Schwalbe seit Oktober 2005, lange Zeit als Redakteur “Selected Selfmates” im Problemist, gesuchter Preisrichter und Artikel-Schreiber. Hier empfehle ich besonders seine “Dies# file mir auf” Serie in der Schwalbe. Und auch seine immense Unterstützung beim Aufbau der Maßmann-Sammlung bei der Kieler Landesbibliothek sollte man nicht vergessen.

Auch im Bereich des Märchenschachs ist er gelegentlich aktiv: Gerade in seiner Anfangszeit mit Längstzügern, dann als Erfinder von “take&make” und “make&take”, Zug-Kombinationen für den Schlagfall: Schlag (“take”), und anschließend bzw. vorher ein Zug in der Gangart des Schlagopfers (make”). Das führt meist zu äußerst komplexen Aufgaben; dazu kann ich euch das Studium seiner make&take Beweispartie P1372758 ans Herz legen.

Für Zwischendurch serviere ich euch leichtere Kost, einen Längstzüger des 15-jährigen Hartmut; die Lösung findet ihr hier wie immer in einer Woche.

Hartmut Laue
Schach-Echo 1968
s#2, Längstzüger (7+9)

 

 

 

Lösung

1.Ta1!
1… bxa1=D 2.e4 Dg1#
1… bxa1=T 2.Lb1 Ta5#
1… bxa1=L 2.e4 Ld4#
1… bxa1=S 2.Lb1 Sxb3#

(Natürlich) Allumwandlung; hübsch finde ich, dass auch der Schlüssel der längsmögliche Zug bei Weiß ist.

Ralf Binnewirtz 75

Heute gehen herzliche Glückwünsche nach Meerbusch, wo Ralf Binnewirtz seinen 75. Geburtstag feiert.

Ralf hat sich seit vielen Jahren einen Namen als Schachbuchsammler, vor allen Dingen aber als Publizist gemacht und ist auch immer wieder auf der Seite hier vertreten: Die Rubrik Geschichte beispielsweise hat er quasi allein gestaltet.

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