Retro der Woche 35/2026

Die sechs Retros, die ich für das Retro-Löseturnier in Magdeburg ausgesucht hatte, habe ich euch ja hier bereits gezeigt; auch die Lösungen dazu habe ich zwischenzeitlich hier im Blog veröffentlicht.

Dennoch möchte ich auf eine dieser Aufgaben heute noch einmal eingehen: Weil sie nämlich nur von einem einzigen Löser bewältigt worden ist, und weil sie mir gar nicht soo schwer zu lösen erscheint — wenn man denn eine Idee hat, an diese Lösungen heranzugehen.

Hier noch einmal das Stück:

Josef Haas
feenschach 1974, 1.ehrende Erwähnung
Ergänze 4wBB und 4sBB zu einem IC! (5+1)

 

Bei einem Illegal Cluster gilt es, aus der Diagrammstellung unter Ergänzung der angegebenen Steine eine illegale (!) Stellung aufzubauen, die durch Entfernung jedes beliebigen Steines (außer den Königen natürlich!) legal wird.

Welcher Möglichkeiten bieten sich dafür an?

Am bekanntesten und vielleicht am häufigsten genutzt ist die illegale Rochadestellung, bei der meist der Turm dem gegnerischen König Schach bietet, aber aus retroanalytischen Gründen die Rochade nicht zulässig war, aber nach Entfernung eines beliebigen Steins in der jeweils neuen Stellung legal hatte geschehen können.
Das scheidet hier offensichtlich aus.

Eine andere Möglichkeit ist der Aufbau einer vertikalen Bauernleiste, bei der sie Schlagbilanz dann überschritten ist. Das könnte in unserer heutigen Aufgabe nur eine schwarze Bauernsäule leisten, z.B. h7,h6,h5,h4. Das erklärt allerdings nur sechs Schläge, währen bei Weiß 16-5-4=7 Steine fehlen — so bekommen wir keine illegale Schlagbilanz.

Noch trickreicher sind Ein- und Aussperrungen von Figuren von ihrem Standfeld in der Partieausgangsstellung.

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WCCC Retro-Löseturnier

In den letzten Jahren ist es bei den Weltproblemschachtreffen WCCC feste Tradition geworden, neben den regulären Löseturnieren inoffiziell solche für Retros und Märchenaufgaben auszurichten — diese beide Arten des Problemschachs werden bei den offiziellen Turnieren ja nicht berücksichtigt.

Ich hatte wieder das Vergnügen und die Ehre, die Aufgaben für das Retro-Turnier festzulegen und dann auch das Turnier selbst zu leiten.

Gestern Nachmittag (10. August, 16:30 Uhr) trafen sich in Magdeburg 27 Problemisten, um sich mit den Retros lösend zu beschäftigen: alte Hasen, aber auch einige, die erstmals an einem Retro-Turnier teilnahmen. Spaß gemacht hat es offenbar — und an diesem Spaß möchte ich euch natürlich teilhaben lassen:

Schaut euch dazu die Erklärungen zu den Aufgaben sowie die Aufgaben selbst an; tretet damit in den virtuellen Wettkampf mit den Magdeburger Lösern und Löserinnen ein. Wenn ihr wollt, nehmt euch 90 Minuten Zeit, um die Aufgaben so gut wie möglich zu lösen — wie viele Punkte hättet ihr erreicht, wie hättet ihr abgeschnitten?

In einer Woche veröffentliche ich hier die Lösungen und das dann sicher schon offizielle Endergebnis — dann könnt ihr euren Platz selbst herausfinden.

Viel Spaß dabei!

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Wer schon auf der WCCC-Seite gespickt hat, hat natürlich die Lösungen und Ergebnisse bereits gefunden …

Magdeburg

68. WCCC, 49. WCSC

Morgen geht es los im Maritim-Hotel in Magdeburg: Das 68. WCCC (World Congress of Chess Composition) mit dem 49. WCSC (World Chess Solving Championship). Bis zum 15. August treffen sich dort über 200 Problemschach-Freunde aus der ganzen Welt zum Lösen, Komponieren, Tagen, Feiern, Freundschaften erleben.

Ich freue mich darauf — und ich freue mich besonders, viele von euch dort persönlich zu treffen.

Eine gute Anreise wünsche ich euch, bis bald, bis Magdeburg!

WCCC Kompositionsturniere

Heute in sechs Wochen ist es so weit, da startet die 69. Weltkonferenz der Schachkomposition in Magdeburg!

Traditionsgemäß gibt es dort neben der Löseweltmeisterschaft auch viele offizielle und inoffizielle Kompositionsturniere, die teilweise schon vor dem Kongressbeginn schon starten — oder gar enden! Schaut also mal vorbei! Viele der Turniere sind auch für Nicht-Teilnehmer des WCCC offen — und natürlich siind auch Retro-Turniere dabei: Ich sage nur Champagne

Viel Spaß und viel Erfolg wünsche ich euch!

WCCC 2026

Ich hoffe, ihr habt euren Jahresurlaub für dieses Jahr noch nicht komplett verplant? Dann solltet ihr auf alle Fälle die Zeit vom 8. bis zum 15. August für Magdeburg reservieren: Dort richtet in dieser Woche die Schwalbe für die Welt-Problemschachföderation (World Federation for Chess Composition) den 68. Weltproblemschach-Kongress (World Congress of Chess Composition, WCCC) zusammen mit der 49. Löseweltmeisterschaft (World Chess Solving Championship, WCSC) aus. Es gibt auch ein offenes Löseturnier — und wieder eines für Retros.

Dies wird der problemschachliche weltweite Höhepunkt des Jahres sein! Das Treffen findet im Maritim-Hotel in Magdeburg statt und bietet alle Annehmlichkeiten für solch einen Kongress — und für jeden von uns ist das die Gelegenheit, viele der Problemisten, die wir sonst nur von ihrem Namen, ihren Aufgaben kennen, persönlich zu treffen.

Alle nötigen Informationen zum Kongress und den Anmeldungen (so früh wie möglich, spätestens bis zum 8. Juni!) findet ihr auf der eigens dafür eingerichteten Website.

Und was haltet ihr von der Idee, dort ein gemütliches, informelles “Retro-Treffen” zu machen — vielleicht am Donnerstagabend (heute in exakt einem halben Jahr …) in der Bar?! Schreibt es in die Kommentare! Ich freue mich jedenfalls darauf, viele von euch dort erstmals oder erneut zu treffen!

Retro der Woche 30/2025

Nachtrag 26.7.25: Nach einem technischen Problem gestern hatte eine alte Fassung dieses Beitrags online gestanden. Das ist nun hoffentlich korrigiert …

Am 18. Juli habe ich hier den Preisbericht des diesjährigen Champagne-Turniers anlässlich des WCC in Alba Iulia angesprochen und dabei schon angekündigt, dass ich auf dieses Turnier noch zurückkommen werde — das kann ich heute noch nicht tun, da der Bericht noch nicht veröffentlicht ist.

Stattdessen habe ich heute eine Aufgabe aus dem letztjährigen Turnier herausgesucht, zu dem gerade noch Korrekturen veröffentlicht worden sind.

Traditionell wurde das Turnier wieder in zwei Gruppen ausgetragen: Beweispartien und sonstige Retros; in beiden Gruppen waren auch nicht-orthodoxe Stücke zugelassen. Und beide Abteilungen wurden von Märchen-Retros gewonnen …

Dennoch habe ich heute die bestplatzierte orthodoxe Beweispartie ausgesucht. Ofer Comay ist eher als Hilfsmatt-Verfasser bekannt; weitaus die meisten seiner Aufgaben in der PDB sind Hilfsmatts.

Ofer Comay
Champagne-Turnier 2024, 3. Preis Abt. A
Beweispartie in 19,5 Zügen (16+13)

 

Zumindest der Süden das Diagramms schaut ja eher wie ein klassisches Auflöse-Retro aus als eine Beweispartie — speziell der Südwesten mit den drei schwarzen Steinen und der ungewöhnlichen Anordnung der weißen Steine reizte mich sofort, die Aufgabe zu lösen.

Auch zeigen die Bauern überhaupt keine Spur von Schlägen: Nun, bei Weiß sind eh alle Mann an Bord, aber bei Schwarz fehlen ein Springer sowie [Bf7] und [Bg7]— ohne Bauernspuren sind sie verschwunden, können auch nicht von Bauern geschlagen worden sein.

Das Züge-Zählen hilft auch nicht sehr viel weiter: Bei Schwarz sehen wir 1+2+7+4+2+1=17 Züge — zwei sind also noch frei.

Und bei Weiß ist die Sache ja noch fataler: 0+0+2+2+0+4=8 das sind nur 40 Prozent der weißen Züge!

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Preisbericht Champagne-Turnier 2024

Update: Dank an Dirk Borst für den Hinweis auf ein heftiges Versehen …

Im Juni hatte ich hier die Ausschreibung zum Champagne-Turnier 2025 (Thema: Platzwechsel zweier Steine), und nun ist bereits das Update des Preisberichts 2024 erschienen!

Man sieht, dieser Bericht benötigte einen gewissen Reifeprozess, da sich eine Aufgabe zunächst als verbesserungs-resistent gegen die Nebenlösungen erwies — nun ist hoffentlich auch die korrekt.

Wieder einmal ein interessantes Turnier war das; es lohnt sich, den Preisbericht zu studieren — und wenn der 2025er Bericht erscheint, werde ich natürlich hier im Blog darauf eingehen!

Tolle Platzierungen

Update 11.7.2025:
Schaut auch nach dem Bericht des DSB!

Bei den Löseturnieren im Rahmen des WCCC in Alba Iulia gab es aus deutscher Sicht hervorragende Ergebnisse:

Nachdem es am ersten Tag der Löseweltmeisterwschaft (WCSC) nicht danach ausgeschaut hatte, schaffte es das deutsche Löseteam (Boris Tummes, Andreas Rein und Ronald Schäfer) noch aufs Treppchen, belegte hinter Seriensieger Polen und Litauen den großartigen dritten Platz.

Auf diesem Platz landete in der Einzelwertung auch Arno Zude hinter den beiden Polen Piotr Murdzia und Kacper Piorun; damit konnte er gleichzeitig seine Rating-Zahl um beinahe 70 Punkte verbessern.

Boris Tummes hat auch sehr erfolgreich am Retro- und am Märchenschach-Löseturnier teilgenommen, auch dort landete er jeweils auf Platz drei.

So wird Alba Iulia vielleicht als das Bronze-WCCC in die Geschichte der Schwalbe eingehen?!

Die detaillierten Ergebnisse und auch die zu lösenden Aufgaben dieser Wettbewerbe sowie des Open findet ihr auf der entsprechenden Resultate-Seite des WCCC.