Problemist März 2019

Heute hatte ich die PDF-Ausgabe des Problemist in meiner Mailbox — ich habe sowohl die Papier- als auch die elektronische Version abonniert. Natürlich gibt es wieder Einiges für uns Retrofreunde zu le/ösen: Natürlich gibt es wieder Urdrucke, und in den „Selected Proof Games and Retros“ wirft Bernd Gräfrath u.a. einen Blick in die Geschichte eines Themas, das wir beide sehr mögen, nämlich die Hintereinanderschaltung von Rochade und Pseudo-Rochade.

Heute möchte ich euch mal wieder einen „Blick über den Zaun“ empfehlen: Der Problemist verfügt über hervorragende Studien-Teile: Der Urdruckteil (die Lösungen werden neben den Originalen gleich angegeben) wird von Yochanan Afek geleitet, die „Selected Studies“ Rubrik von John Nunn — zwei Namen, die für höchste Qualität bürgen. Darüber hinaus findet sich im aktuellen Heft ein interessanter Artikel von Caspar Bates: „The Idea of ‚The Story‘ in Studies“. Empfehlenswert!

Über den Zaun geschaut

Ein Thema speziell in Beweispartien, das ich sehr gern mag, ist das Spiel mit der Rochade: Das Diagramm zeigt eine Rochadestellung, in Wirklichkeit wurde aber nicht rochiert. Oder das Diagramm zeigt die Partieausgangsstellung von König und Turm, aber die haben rochiert.

Das Thema lässt sich aber nicht nur in Beweispartien darstellen: Eine klassische Auflöse-Aufgabe habe ich hier schon einmal vorgestellt und dabei sogar auf eine Turnierpartie mit diesem „Thema“ hingewiesen. Das älteste Beispiel allerdings, das ich kenne, ist schon über 100 Jahre alt und ist ein Direktmatt; diese Aufgabe möchte ich euch heute zeigen:

Gerard F. Anderseon
Westminster Gazette 1917
#4 (5+4)

Weiß will den schwarzen König auf der h-Linie Matt setzen, und das funktioniert so:

1. 0-0! Kh4 2.Kf2 g3+ 3.Ke1 g4 4.Th1#.
Wenn das nicht hübsch ist, dann weiß ich es nicht!

Vielleicht wird dieser Blick über den Zaun eine kleine Rubrik, ähnlich wie Zwischendurch? Vielleicht habt ihr ja Hinweise auf passende Aufgaben? Ich würde mich darüber freuen!