Dezember-Schwalben

Mitte Dezember hatte ich darauf hingewiesen, dass die letzten 2018er-Ausgaben von Die Schwalbe und feenschach verspätet erscheinen würden.

Nun sind die Dezember-Schwalbe-Hefte erscheinen: Ja, der Plural ist richtig, das ist ein Doppelheft 294-1 und 294-2 mit insgesamt 104 Seiten! Es lagen so viele Beiträge vor, dass der Schwalbevorstand beschlossen hatte, dieses Mal ein Doppelheft zu veröffentlichen, anstatt über längere Zeit speziell einen Berg an Preisberichten vor sich her zu schieben.

So enthalten die beiden Hefte neben Berichten von Schwalbe-Treffen 2018 in Bad Segeberg viele Entscheide aus Informalturnieren, aber auch die der Geburtstagsturniere „Hans Peter Rehm 75“ und „bernd ellinghoven 64“. Natürlich ist auch für uns Retrofrennde wieder eine Menge Lese- und Lösestoff dabei, darunter ein ausführlicher Beitrag von Bernd Schwarzkopf „Letzter Zug? — mit nur einer Steinart“ sowie mein Segeberg-Vortrag.

Ich möchte aber euer besonderes Augenmerk auf zwei Beiträge jenseits der Retroanalyse richten, die ich beide begeistert verschlungen habe: Die Selbstmatt-Serie „Dies# fiel mir auf“ von Hartmut Laue, zu der nun bereits der 17. Beitrag erschienen ist, sowie der Beitrag von Stephen Rothwell „Natürliche Eleganz — Die Studien von Hermann Mattison“.

Über Lesen und Genießen solltet ihr nun aber nicht das Lösen und Kommentieren vergessen: Zehn wie ich finde sehr abwechslungsreiche Urdrucke laden dazu ein.

Und wenn nun in den nächsten Tagen auch noch die letzten beiden feenschach-Hefte des Jahres 2018 (ebenfalls mit viel Retro-Lese- und Lösespaß, das kann ich schon versprechen) erscheinen…

Peter Kniest

Heute vor 25 Jahren, am 15. Dezember 1994, verstarb an seinem 79. Geburtstag Peter Kniest nach einer Operation.

Unglaublich viel hat er für das Problemschach getan; hier auch zu versuchen, halbwegs alles aufzuzählen, wäre zum Scheitern verurteilt: Schriftleiter und quasi Retter der Schwalbe, Herausgeber von feenschach, Mitveranstalter der Andernach-Treffen, Autor und Herausgeber vielfältiger Problemliteratur, hervorragender Komponist, Förderer besonders des Märchenschachs wie kaum ein anderer.

Mit Retros hat sich Peter Kniest hauptsächlich um Zusammenhang mit Hilfsrückzügern beschäftigt; eine dieser hübschen Kleinigkeiten möchte ich hier zeigen:

Peter Kniest
Die Schwalbe 1933
Weiß nimmt 1 Zug so zurück, dass Weiß und Schwarz sofort mattsetzen können. Duplex (3+3)

 

Weiß: R 1.Tc3xSc4, dann Sb4# bzw. Lb2# — Schwarz: R 1.Ld4xSa1, dann Le3# bzw. Txa4#.

Peter Kniest war einer meiner ersten Problemschach-Kontakte; speziell in Andernach habe ich immer die Gespräche und Diskussionen mit ihm genossen. Ein toller Mensch, an den ich stets gern zurückdenke.

Schwalbe und feenschach

Die letzten Hefte des Jahres 2018 von Die Schwalbe und feenschach werden wegen einer Erkrankung des Druckers bernd ellinghoven etwas später als üblich erscheinen.

Wir werden aber dafür sorgen, dass notfalls zumindest die jeweiligen Urdrucke und auch die Preisberichte zu den Geburtstagsturnieren bernd ellinghoven 64 und Hans Peter Rehm 75 so rechtzeitig auf den oben genannten Internet-Seiten publiziert werden, dass die Autoren ihre Aufgaben noch für das WCCI und das FIDE-Album einsenden können.

Lieber bernd, auch von dieser Stelle gute Besserung!

Schulpflichtig?!

Seit heute wäre mein Blog, wäre er ein echtes Kind, schulpflichtig: Heute feiert er nämlich seinen sechsten Geburtstag.

863 Beiträge gab es hier seit dem 8. September 2012, als es hier kurz vor dem Schwalbe-Treffen in Traunstein losging, zu lesen, davon 313 „Retro der Woche“ und 56 Beiträge aus der Rubrik „für zwischendurch“.

Ich hoffe, ihr bleibt dem Blog weiterhin gewogen; ich freue mich über jeden lobenden, aber mindestens genau so über jeden kritischen Kommentar — nicht nur über die Kommentar-Funktion im Blog, sondern auch auf jedem anderen Wege, und dafür danke ich euch herzlich!

Retro der Woche 34/2018

Bleiben wir noch ein wenig bei Aufgaben aus Phénix 2015 und 2016: Vor drei Wochen hatte ich von Joaquim Crusats (zusammen mit Andrej Frolkin) bereits einen Verteidigungsrückzüger vorgestellt, heute nun eine klasse Auflöse-Aufgabe.

Joaquim Crusats
Phénix 2016
Löse auf! (15+13)

 

Schauen wir wie üblich zunächst nach den Schlagfällen: Die weißen Doppelbauern auf der b-, der f- un der g-Linie stehen für die fehlenden schwarzen Steine, und der schwarze Doppelbauer auf der d-Linie erklärt den fehlenden weißen Stein.

Der Knoten im Nordosten kann erst nach e6xXf7, aufgelöst werden, der im Nordwesten kann scheinbar durch c6xTb7 aufgelöst werden. Warum geht das nicht sofort? Dazu schauen wir uns an, welche Steine fehlen: Das sind bei Schwarz die beiden Türme und ein Bauer, bei Weiß ein Bauer.

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Schwalbe-Tagung 2018 in Bad Segeberg

Gar nicht mehr lange hin ist es bis zur nächsten Schwalbe-Tagung! Sie findet statt vom 28. bis zum 30. September 2018 in Bad Segeberg.

Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann das noch tun: Direkt beim Organisator Andreas Thoma (Mail: juanthoma(at)t-online.de). Auch wenn ihr „nur“ teilnehmen wollt, aber keine Übernachtungsmöglichkeiten benötigt, teilt dies aus organisatorischen Gründen bitte Andreas mit.

Detaillierte Informationen findet ihr im Veranstaltungskalender und noch detaillierter unter https://www.dieschwalbe.de/aktuelles20180217.htm, dort kann auch das Programm einschließlich der touristischen Aktivitäten (Eutiner Schloss, Fünf-Seen-Fahrt) angesehen und heruntergeladen werden.

Im Programm haben noch ein paar Vorträge Platz! Wer einen Vortrag halten möchte, wendet sich bitte direkt an Andreas.

Ich freue mich schon drauf, viele von euch in Bad Segeberg zu treffen!

Andreas Thoma 75

Laut Wikipedia hat die Gemeinde Groß Rönnau mit Stand 31.12.2016 genau 583 Einwohner. Einer von ihnen feiert heute seinen 75. Geburtstag, der viel mehr Probleme gemacht hat, als seine Heimat Einwohner hat: Der Name Perlenfischer 1500 der letzten Ausgabe seiner gesammelten Werke verrät dies schon.

Die Breite des Schaffens von Andreas Thoma ist bemerkenswert und deckt alle Bereiche des Problemschachs ab, besonders allerdings Märchenschach, seit 2011 auch Retros, speziell Verteidigungsrückzüger mit der Bedingung „Anticirce“: Sein Buch enthält davon genau 333 Beispiele.

Eines davon, sein „Erstling“, sei hier vorgestellt:

Andreas Thoma
Šachová Skladba 2011, Lob
-9 & #1, VRZ Proca, Anticirce Cheylan (3+4)

 

R 1.Kb6-a5 Tf8-g8+ 2.Kc6-b6 Tc8-f8+ 3.Kc5-c6 Tf8-c8+ 4.Kd5-c5 Tc8-f8+ 5.Kd4-d5 Tf8-c8+ 6.Ke4-d4 Tc8-f8+ 7.Ke3-e4 Tf8-c8+ 8.Kf3-e3 Tc8-f8+ 9. B7-b8=S & v: 1.bxa8=D [Dd1] # Die berühmte Läufertreppe – hier zur (Beschäftigungs-)Lenkung des sT.

Aber nicht nur kompositorisch ist Andreas sehr aktiv, sondern auch publizistisch in Form von Aufsätzen, Turnierausschreibungen, Lösungsturnieren und Vorträgen; mein Blog konnte davon schon vielfach profitieren.

Übrigens richtet Andreas in einem Vorort von Groß Rönnau, nämlich Bad Segeberg, in diesem Jahr (28.-30. September) die Schwalbetagung aus: Wer sich noch nicht angemeldet hat, der sollte sich beeilen!

Lieber Andreas, persönlich, aber auch im Namen aller Leser hier gratuliere ich dir von Herzen zum Geburtstag und wünsche dir alles denkbar Gute für das nächste Vierteljahrhundert!