Retro der Woche 07/2018

Die heutige Aufgabe passt, so glaube ich, sehr gut zum Karnevals- bzw. Faschingswochenende: Schließlich haben sich alle weißen Steine verkleidet. Und wenn dann die närrische Zahl 11 ihre Finger im Spiel hat …

Andrej Kornilow
Die Schwalbe 1982, 7. Lob
Färbe die Steine. Letzte 11 Einzelzüge? (24)

 

Andrej Kornilow (4.5.1944–14.11.2011) war ein Spezialist für diese Art von Färbeaufgaben; in dieser Rubrik hatte ich schon zwei gezeigt: RdW 47/2014 und RdW 15/2015.

Wie löst man nun solche Aufgaben? Am besten schaut man nach den beiden Königen und betrachtet zunächst die Steine, die einen König oder gar beide der Könige beobachten. Daraus kann man meist schon einige Steine eindeutig färben, oft auch die Könige schon selbst.

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Herbst

Nun haben wir richtig Herbst, die Blätter färben sich an den Bäumen. Vielleicht habt ihr ja Lust, ein wenig das Schachbrett einzufärben — besser gesagt die Figuren dadrauf?

Werner Keym
Stuttgarter Zeitung 2010
siehe Text (6+0)

 

Alle Klötze können natürlich nicht weiß sein — und die Forderung zu diesem Diagramm lautet:
Färbe die Steine so, dass die Stellung matt ist.
a) Diagramm
b) gedreht um 90 Grad (Db4)
Wie viele Lösungen?

Viel Spaß dabei!

ChessProblems.ca

Vor ein paar Tagen ist die neunte Ausgabe des von Cornel Pacurar herausgegebenen ChessProblems.ca erschienen, sie kann im Internet angeschaut bzw. heruntergeladen werden.

Überwiegend widmet sich ChessProblems.ca den Serienzügern, aber auch dieses Mal ist für uns Retrofreunde wieder viel Lesenswertes dabei, z.B. der Artikel von Jeff Coakley und Andrej Frolkin „Exploring Colours in Chess Rebuses“, aber auch viele andere interessante Sachen.

Viel Spaß beim Lesen!

Regen-Wochenende

Das kommende Wochenende soll ja ziemlich feucht werden. Wenn ihr da nicht gerade Retros für Die Schwalbe baut oder eure Einsendungen für das FIDE-Album vorbereitet, habt ihr vielleicht Lust auf eine „Zwischendurch“-Kleinigkeit (Nr. 17)?

Nikolai Buljajew
Schachmati w SSSR 1977, Lob
Färbe – letzte drei Züge? (??+??=6)

 

Das sollte nicht allzu schwierig sein, aber diese Art von Aufgaben finde ich sehr attraktiv. Viel Spaß also beim Lösen — und vielleicht fällt euch hierzu ja auch etwas ein?

Retro der Woche 48/2015

Heute möchte ich etwa 25 Jahre zurück gehen und eine Aufgabe vorstellen, die mir als ich sie zum ersten Mal gesehen hatte, sofort sehr gut gefallen hatte. Ich könnte mir vorstellen, dass es euch ähnlich geht.

Im heutigen Diagramm scheint ein wenig schwarze Farbe zu fehlen — da müssen wir also selbst nachhelfen und zunächst 15 oder 16 Steine (es fehlt a insgesamt nur ein Klotz) schwarz färben, um dann in der „korrigierten“ Stellung die Beweispartie zu lösen.

Andrej Frolkin
The Problemist 1989, 3. Preis (1998-1990)
Färbe für eine Beweispartie in 17,5 Zügen (31+0)

 

Schauen wir uns die Bauernstruktur an, so sehen wir nur auf der e-Linie drei Bauern und auf der f-Linie einen. Damit ist klar, dass die fehlende Dame mittels fxe geschlagen wurde, dass Bf2 von anderer Farbe als der Schläger sein muss.

Wir haben also ganz sicher auf der e-Linie entweder zwei weiße Bauern — dann ist Bf2 schwarz — oder zwei schwarze Bauern, und dann ist Bf2 weiß. Nun betrachten wir die beiden Alternativen genauer.

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Retro der Woche 15/2015

Sicher seid ihr am heutigen Ostersonntag längt mit dem Färben der Eier fertig — vielleicht habt ihr dann Lust, Figuren zu färben? Nein, ihr sollt jetzt nicht die weißen Steine in eurer Schachklötzchen-Kiste bunt anmalen, sondern euch am Färben der Steine im Diagramm versuchen. Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an das Retro der Woche 47/2014?

Mitte der 90er Jahre hat sich Andrej Kornilow recht intensiv mit den Möglichkeiten der Färbung auseinander gesetzt; auch das Ergebnis, das ich euch heute vorstelle, erscheint mir sehr interessant.

Andrej Kornilow
Die Schwalbe 1995, Karl Fabel zum Gedenken
Färbe die Steine. Letzte 11 Einzelzüge? (30+0)

 

Es geht also nicht nur um das Färben, sondern auch noch um weitere eindeutige Auflösung der Stellung.

Auch bei diesem Aufgabentyp ist es sinnvoll, zunächst einmal Inventur zu machen und die Schlagfälle zu betrachten. Es fehlt ein Bauer und ein (weißfeldriger) Läufer; die Bauern haben zwei Mal geschlagen (exf und hxg).

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Retro der Woche 47/2014

Vor wenigen Tagen jährte sich zum dritten Male der Todestag des Moskauer Retro-Spezialisten Andrej Kornilow (*4.5.1944 †14.11.2011). Ihm zum Gedenken habe ich heute eine Aufgabe von ihm herausgesucht.

Schaut euch auch noch einmal den großartigen Nachruf von Andrej Frolkin und Nikolai Beluchow auf ihn in feenschach 190, XII 2011, S. 229 bis 234 an. Und wenn ihr gerade dabei seid, dann holt auch sofort noch einmal das „Retro-Heft“ feenschach 192, III-IV 2012 hervor, das inhaltlich hauptsächlich von Andrej Kornilow und Andrej Frolkin bestritten worden war: Herrliche Lektüre für lange Herbstabende!

Andrej Kornilow
Redkie schanri plus 1997, Lob
Färbe die Steine. Letzte zwei Einzelzüge? (30+0)

 

Vor dem Finden der beiden letzten Züge gilt es also zunächst einmal, die genaue Stellung zu finden, das heißt herauszufinden, welche Steine Weiß und welche Schwarz sind. Doch bevor nun der Optimist dem Diagramm mit einem schwarzen Kugelschreiber zu Leibe rückt (der Pessimist nimmt sicher einen Bleistift) und mit dem Ausmalen beginnt, sollten wir zunächst einige retroanalystische Überlegungen bezüglich der Schlagfälle anstellen – und dann werdet ihr relativ schnell sehen, dass die Aufgabe gar nicht so schwer zu lösen ist!

Betrachten wir zunächst einmal die Stellung der Könige und der Steine, die sie beobachten, und mögliche Schlagfälle. Damit haben wir dann schon einen Großteil der Lösung gefunden.

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