Hartmut Laue 75

Korrektur 7.6.2026: Fehler bei Daten korrigiert: Typo 1998 > 1968; beim Erscheinen (April 1968) war Hartmut erst 15.

Meine herzlichen Glückwünsche gehen in den hohen Norden, nach Kronshagen bei Kiel, zu Hartmut Laue, der heute seinen 75. Geburtstag feiern kann.

Schon als Schüler problemschachlich aktiv, hat er sich nicht nur zu einem hervorragenden Komponisten entwickelt, dessen Schwerpunkte “orthodox” sind: Direkte Zwei- und Dreizüger, heute überwiegend kurze Selbstmatts, wobei er besonders großen Wert auf die Nutzung S#-typischer Ideen und Motive bei Schwarz und Weiß legt. Entsprechend ist er vielseitig publizistisch tätig, etwa als “Indexer” bei FIDE Alben, als S#-Sachbearbeiter der Schwalbe seit Oktober 2005, lange Zeit als Redakteur “Selected Selfmates” im Problemist, gesuchter Preisrichter und Artikel-Schreiber. Hier empfehle ich besonders seine “Dies# file mir auf” Serie in der Schwalbe. Und auch seine immense Unterstützung beim Aufbau der Maßmann-Sammlung bei der Kieler Landesbibliothek sollte man nicht vergessen.

Auch im Bereich des Märchenschachs ist er gelegentlich aktiv: Gerade in seiner Anfangszeit mit Längstzügern, dann als Erfinder von “take&make” und “make&take”, Zug-Kombinationen für den Schlagfall: Schlag (“take”), und anschließend bzw. vorher ein Zug in der Gangart des Schlagopfers (make”). Das führt meist zu äußerst komplexen Aufgaben; dazu kann ich euch das Studium seiner make&take Beweispartie P1372758 ans Herz legen.

Für Zwischendurch serviere ich euch leichtere Kost, einen Längstzüger des 15-jährigen Hartmut; die Lösung findet ihr hier wie immer in einer Woche.

Hartmut Laue
Schach-Echo 1968
s#2, Längstzüger (7+9)

 

 

 

Lösung

1.Ta1!
1… bxa1=D 2.e4 Dg1#
1… bxa1=T 2.Lb1 Ta5#
1… bxa1=L 2.e4 Ld4#
1… bxa1=S 2.Lb1 Sxb3#

(Natürlich) Allumwandlung; hübsch finde ich, dass auch der Schlüssel der längsmögliche Zug bei Weiß ist.

Retro der Woche 35/2025

Der 65. Geburtstag hat heute eigentlich nicht mehr die Bedeutung wie früher: Da stand er meist für das Ausscheiden aus dem Berufsleben — das ist heute im Regelfall eine Weile später. Aber der 65. Geburtstag ist für uns Schachleute dennoch etwas Besonderes: quasi der erste Geburtstag auf dem „zweiten Lebensbrett“; das erste war ja mit dem 64. komplett besetzt.

Zu diesem „ersten Geburtstag“ gehen heute ganz herzliche Glückwünsche nach Österreich, wo Hans Gruber den heutigen Tag aus beruflichen Gründen verbringt.

Über ihn kann ich euch sicher nicht viel Neues berichten: Ehrenvorsitzender der Schwalbe, feenschach-Macher, Autor, Prüfer, Richter, der etwa 25 Stunden am Tag acht Tage in der Woche fürs Problemschach da ist, aber auch noch jede Menge andere Aufgaben, Interessen und Hobbys hat.

Problemschachlich ist Hans extrem breit aufgestellt vom Zweizüger über Studien bis zu extremem Märchenschach, seine (un)heimliche Liebe gilt allerdings der Retroanalyse — und da war er schon als Teeny aktiv:

Hans Gruber
feenschach 1978
Ergänze wTTLBB zu einem Illegal Cluster b) Ba4->a3 (2+1)

 
Bei Illegal Clusters wird der Löser bekanntlich zum Konstrukteur: Die Diagrammstellung ist durch die in der Forderung angegebenen Steine zu ergänzen — und zwar derart, dass die neue Stellung illegal ist (daher der Name), aber legal wird, wenn man jeweils einen Stein vom Brett entfernt — abgesehen natürlich von den Königen.

Wie kann man Illegal Clusters lösen? Indem man nach Optionen Ausschau hält, die vielleicht ein illegales Schach beinhalten, eine illegale Rochade oder einen illegalen ep-Schlag oder auch einen eingeklemmten oder ausgesperrten Stein — die Illegalität muss dann durch „Belüften“ der Stellung (Entfernung eines Steins) behebbar sein.

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