In den letzten Wochen hatte ich einige Retro-Preisträger aus der französischen Zeitschrift Phénix vorgestellt, und diese kleine Serie möchte ich heute mit einem weiteren klassischen Retro fortsetzen.
Mit Dmitrij Baibikov und Thomas Volet haben sich zwei Spezialisten für klassische Retros zusammengefunden, und das Ergebnis ist, nicht gerade überraschend, höchst attraktiv, wie ich finde.
Phénix 2022, 3. Preis
Löse auf! (13+15)
Bei Weiß fehlen die Dame und die beiden Springer, bei Schwarz fehlt nur ein Springer. Und der wurde offensichtlich mittels e6xSf7 geschlagen, denn der schwarze Bauer auf f6 kann nicht von e7 gekommen sein: Schwarz schlug offensichtlich axb, und dann auch noch, da ja [Bc2] hinter einen schwarzen gelangt sein musste, ohne selbst noch mangels Schlagopfer selbst geschlagen zu haben, cxd und dxc.
Wie können wir denn die Stellung auflösen? Dazu muss e6xSf7 zurück genommen werden, wonach sich die Stellung relativ einfach weiter öffnen lässt.
Dazu aber muss natürlich sichergestellt sein, dass [Lf8] zu Hause ist — und natürlich muss dann ebenfalls ein schwarzer Turm auf g8 oder h8 stehen.
Zwar ist der Käfig auf der Nordseite, also der schwarzen, des Bretts, aber Weiß ist in der Diagrammstellung in Zugnot: Ihm stehen nur Rückzüge des [Bh2] zur Verfügung; schwarz muss also am Anfang für Weiß erst einmal Rücknahmemöglichkeiten generieren, bevor es mit dem eigentlichen Freispielen der Stellung losgehen kann.
Interessant ist dann auch das Spiel der weißen Steine im Käfig — so muss der wK noch etwas ausweichen. Habt ihr einen Gedanken, wo er sein Refugium aufschlägt?
Aber das wollt ihr vielleicht selbst erforschen; ich glaube, ihr werdet viel Freude am Selbst-(Auf-)Lösen haben!?