Retro der Woche 23/2026

Vor 30 Jahren, beim Märchenschachtreffen 1996 in Andernach, demonstrierte Hans Heinrich Schmitz seine neueste Erfindung: “Frisch Auf Circe”. Der zunächst seltsam klingende Name hat etwas mit seiner neuen Heimatstadt zu tun: Als Rentner war er aus Weimar nach Göppingen, zwischen Stuttgart und Ulm gelegen, umgezogen. Und dieser Ort war vor allem bekannt durch seinen Sportverein, der in der ersten Handball-Bundesliga spielte: Frisch Auf Göppingen. Eine Hommage also an seinen Wohnort.

Klaus Wenda war einer der Autoren, der sich gleich mit diesem neuen Mitglied der Circe-Famile beschäftigte, die das Schwalbe-Lexikon so definiert: “Wenn in einer Circe-Aufgabe bekannt oder eindeutig nachweisbar ist, dass eine orthodoxe Figur auf dem Brett durch Umwandlung entstanden ist, ist sie bei ihrer Wiedergeburt (jedesmal) wie eine Märchenfigur zu behandeln: Sie wird also wiedergeboren auf dem Umwandlungsfeld der Linie, auf der sie geschlagen wurde.”

Klaus Wenda
feenschach 1996
s#1 vor 4 Zügen, VRZ Proca, Frisch Auf Circe (12+3)

 

Nicht überraschend wählte Klaus, der bekennender Circe-Fan war und sich auch mit Verteidigungsrückzügern beschäftigte — er sollte später ja den unglaublichen Aufschwung des Anticirce-VRZ initiieren — die Proca-Form für diese Aufgabe.

Und ebenfalls sollte uns nicht überraschen, dass wir es hier mit Neudeutschem Gedankengut zu tun haben. Wenn man überlegt, welcher Stein denn gezwungen werden könnte, den weißen König matt zu setzen, so stellt man schnell fest, dass der erst noch entschlagen werden muss: Die Bauern sind dazu natürlich nicht in der Lage.

So kommt man vielleicht auf den Gedanken, dass ein weißfeldriger schwarzen Läufer entschlagen werden könnte: Schließlich ist c8 besetzt, sodass er unter Circe-Bedingung entschlagen werden kann.

Weiterlesen