Gestern hatte ich hier im Blog auf die Kompositionsturniere im Rahmen des WCCC 2026 in Magdeburg hingewiesen und dabei besonders das traditionelle Champagne Retro-Turnier erwähnt, das schon seit vielen Jahren Michel Caillaud und Éric Pichouron gemeinsam in wechselnden Rollen als Direktor bzw. Preisrichter ausrichten.
Die beiden können aber nicht nur gemeinsam organisieren, sondern auch erfolgreich komponieren. Als Beispiel möchte ich euch eine ziemlich kurze Beweispartie der beiden vorstellen, mit der sie vor fünf Jahren den zweiten Preis im Phénix Retro-Informalturnier gewinnen konnten.
Phénix 2021, 2. Preis
Beweispartie in 15 Zügen (13+15)
Na, wenn das keine Stellung ist, die gleich zum Lösen einlädt, dann weiß ich es auch nicht: überschaubare Zügezahl, weiße Home Base Stellung, und bei Schwarz eine Menge sichtbare Züge, die wir auch gleich zählen wollen:
Wir sehen 2+0+3+3+2+5=15 schwarze Züge — also alle, die Schwarz ausgeführt hat!
Nun könnte man einwenden, dass meine drei gezählten Züge des sTc3 aber reichlich bemessen seien, er könne ja schließlich auch über a3 in zwei Zügen nach c3 gelangt sein. Richtig — aber dann müssen wir zwei Züge für [sBa7] ansetzen, damit der dem Turm Platz schaffen kann: In Summe ändert sich also nichts.
Diese beiden Steine sind damit auch die einzigen, deren Weg nicht komplett eindeutig aus dem Diagramm abzulesen ist.
Und daraus kann man schon eine ganze Menge mehr ableiten!