Erinnerung: Brand-Gräfrath-120

Denkt bitte daran: Am 20. Oktober 2018 ist Einsendeschluss für das Brand-Gräfrath-120 Thematurnier der Schwalbe:

Gefordert sind (ohne Märchenschach, ohne A-nach-B, ohne Schach-960) OHNE Bauernumwandlungen in zwei Abteilungen: klassische Retros und Beweispartien; es steht ein Preisfonds von 500 EUR zur Verfügung.

Einsendungen bitte an Turnierdirektor Hans Gruber (Mail: hans.gruber(at)ur.de). Die genaue Ausschreibung könnt ihr auf der Schwalbe-Website finden.

Retro der Woche 35/2018

Vorbemerkung: Das heutige „Retro der Woche“ ist ein Gastbeitrag meines Sachbearbeiter-Kollegen Arnold Beine, der für Die Schwalbe die Märchenschach-Abteilung betreut. Und ein wenig märchenhaft ist auch sein Beitrag; herzlichen Dank dafür, Arnold!

Seit etwa einem Jahr findet man in den Retro-Abteilungen diverser Zeitschriften Diagramme, die aussehen wie ein — quadratisches — Nest mit Ostereiern. Die Eier zu finden ist nicht das Problem, aber den Inhalt zu erkunden, hält manche Überraschung bereit — also ein Nest mit Überraschungseiern. Die vermutlich erste Darstellung dieser Art stammt vom rumänischen Autor Vasile I. Tacu (1910-1993) und soll heute hier vorgestellt werden.

Vasile I. Tacu
Europe Echecs 1991
Stellung nach dem 6. Zug von Schwarz, #1; 31 unbestimmte Steine

 

Worum geht es? Im Diagramm ist eine Stellung abgebildet, die nach dem 6. schwarzen Zug entstanden ist. Allerdings weiß man nur, welche Felder besetzt sind; aber von dem jeweiligen „Besetzer“ kennt man weder Farbe noch Steinart. Alles ist wie unter einem Nebelschleier verhüllt. Man weiß aber noch etwas: In dieser Stellung ist ein #1 möglich. Aus diesen wenigen Informationen soll der Löser die zur Diagrammstellung gehörige Beweispartie und den anschließenden Mattzug rekonstruieren.

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bernd ellinghoven 65

Heute feiert bernd ellinghoven seinen 65. Geburtstag, und dazu gehen herzliche Glückwünsche nach Aachen. Im Namen aller Leser hier wünsche ich dir für dein neues Lebensjahr zunächst einmal Gesundheit, und dann weiterhin viel vielseitige Schach-Kraft!

Ihr alle kennt bernd als Hilfsmatt-Revolutionär, als jahrzehntelangen Vertreter der Schwalbe beim WFCC (Früher PCCC), der internationalen Problemschach-Vereinigung, als ebenso jahrzehntelangen Herausgeben von feenschach. bernd ist aber auch ein ausgewiesener Freund und Kenner unserer Lieblings-Problemart, und eine Aufgabe, die er zusammen mit Klaus Wenda gebaut hat, möchte ich heute vorstellen.

bernd ellinghoven & Klaus Wenda
feenschach 1989, 3. Lob
Letzter Zug? Madrasi (9+4)

 

Madrasi (entnommen dem Schwalbe-Märchenschachlexikon): Wird ein Stein (außer König) von einem gleichartigen Stein des Gegners beobachtet, wird er gelähmt und verliert während der Beobachtung jede Zugmöglichkeit und Wirkung außer seinerseits gegnerische gleichartige Steine zu lähmen. Eine Rochade (=Königszug) mit einem gelähmten Turm ist möglich. Ein doppelschrittig ziehender Bauer ist e. p.-schlagbar.

Ich zitiere die damalige Lösung von Alexander Ettinger; spielt sie in Ruhe nach und prüft, wenn euch Madrasi neu ist, bei jedem Zug, warum er unter dieser Bedingung möglich ist: “Alle Hochachtung – ich war schon fast verzweifelt, denn Schwarz hat überhaupt keinen letzten Zug, und für Weiß hatte ich nur Kxg1 oder Sxh2 in Betracht gezogen (und dann hätte Schwarz wieder keinen letzten Zug), bis der Groschen fiel: Der letzte wZug war 0-0! mit dem Rückspiel Kg2-g3, Sg4-h2, Kg3-g2, Tf1-f2, Tg2-e2+, S-g4, Ld1-e2, S-, La6(z.B.)-e2, S-, Kf4-g3, e2-e3 usw. Ja, sogar Humor kann man bei guten Retros finden!”

Ein anderes Märchen-Retrostück von bernd (Co-Produktion mit Hans Peter Rehm) findet ihr in dessen Ladatio zu seinem 75. Geburtstag.

Auch wenn er keinen “runden” Geburtstag feiert: Auch Hans Gruber herzliche Glückwünsche zu seinem heutigen Geburtstag!

Murfatlar-Turnier beim WCCC

Neben dem bereits erwähnten Champagner-Turnier gibt es beim WCCC in Ohrid ein weiteres Retro-Turnier, ausgerichtet von Paul Rãican: Im ersten Murfatlar-Turnier geht es um Beweispartien mit Berolinabauern — die ziehen diagonal und schlagen vertikal “nach vorn”; sie können mit anderen Märchenbedingungen, nicht aber Märchensteinen kombiniert werden. Das Turnier ist offen auch für Nicht-Kongressteilnehmer, Einsendeschluss ist der 3. September 2018.

Die genauen Bedingungen mit zwei Beispielaufgaben findet ihr auf der WCCC-Turnierseite zum Download. Viel Spaß und Erfolg beim Komponieren!

Champagner-Turnier 2018

Traditionell richtet Michel Caillaud zu den WCCC Kongress ein Retro-Turnier aus, so auch beim diesjährigen 61. WCCC in Ohrid; der Turniername ergibt sich aus den ausgelobten Preisen…

Dieses Jahr geht es um das Valladão-Thema, also die Darstellung von Umwandlung, ep-Schlag und Rochade in einer Lösung. ausgeschrieben ist es in zwei Gruppen: Beweispartien und andere Retros; Märchenbedingungen sind erlaubt. Das Turnier ist offen NUR für Kongressteilnehmer, Co-Produktionen mit Nicht-Teilnehmern sind zulässig.

Die genauen Bedingungen mit zwei Beispielaufgaben findet ihr auf der WCCC-Turnierseite zum Download. Viel Spaß und Erfolg!

Retro der Woche 33/2018

Eine außergewöhnliche Aufgabe habe ich für das heute „Retro der Woche“ herausgesucht, bei der sofort die Diagrammposition ins Auge sticht.

Jorge Lois & Roberto Osorio
Phénix 2016
Beweispartie in 16 Zügen (14+10)

 

Offensichtliche Züge für Weiß zu zählen, bringt offensichtlich noch nicht viel, da alle weißen Steine in Homebase Position stehen. Das Zählen der schwarzen Züge ist schon deutlich interessanter:

Da kommen wir auf 1+2+1+0+12=16 – alle schwarzen Züge sind erforderlich, um die Diagrammposition in der geforderten Zügezahl zu erspielen! Damit ist klar, dass Schwarz rochiert hat – und dass von den immerhin sechs fehlenden schwarzen Steinen keiner gezogen haben kann.

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Zwischendurch 55

Langsam wird es wieder ein wenig kühler in Deutschland, und da macht vielleicht “für Zwischendurch” ein kleines Knobelstück wieder Spaß?

Auch heute ist das, wie in der letzen Woche, ein Stück aus der französischen Retro-Lösemeisterschaft, dieses Mal aus dem Jahr 2016. Das heutige Stück finde ich noch verblüffender als das der letzten Woche — und hat mich auch ein wenig mehr Zeit gekostet, weil ich mich von einer ersten Idee lösen musste, die sich nicht realisieren lässt.

François Labelle
Phénix 2016
Ergänze zu einer Beweispartie in 4,0 Zügen, die mit Matt endet (0+1)

 

Das würde mich schon interessieren, was euer erster Gedanke war, wo der weiße König matt gesetzt wird?

Retro der Woche 32/2018 — GL70

Am heutigen Sonntag feiert Günter Lauinger seinen 70. Geburtstag, und im Namen aller Leser hier gehen dazu ganz herzliche Glückwünsche nach Ravensburg. Lieber Günter, ich wünsche dir von Herzen alles Gute, vor allen Dingen natürlich Gesundheit, für dein neues Lebensjahr(zehnt)!

Günter ist Rekordhalter der Schwalbe: Weit über 30 Jahre, von Heft II/1977 bis zu Heft IV/2008, war er dort Retro-Sachbearbeiter und hat unglaublich viel zur Popularisierung unserer Lieblings-Problemgattung beigetragen: Durch seine großartig geführte Rubrik mit ausführlichen, sehr lehrreichen Lösungsbesprechungen, die auch Retro-Neulingen zugänglich waren, durch seine vielen Artikel, durch seine hervorragenden Preisberichte. Als ein weit über das Problemschach hinaus interessierter Mensch beschäftigt er sich beispielsweise intensiv mit Astronomie, wozu er auch Fachvorträge hält und auf diesem Gebiet Menschen begeistert.

Über diese vielen Aufgaben – und einen sehr zeitaufwändigen Beruf übte er ja auch noch aus – ist er leider nicht so viel zum Komponieren gekommen. Eine seiner (Gemeinschafts-)Aufgaben möchte ich hier vorstellen.

Günter Lauinger, Wolfgang Dittmann & Bernd Schwarzkopf
Die Schwalbe 1981
Welches war der drittletzte Einzelzug? (15+1)

 

Schauen wir uns zunächst die Schlagbilanz der Bauern an: Da sehen wir insgesamt 14 Schläge, nämlich z.B. [Bb2]-e5 (3), [Bc2]-g6 (4), [Bd2]-h7 (4) und jeweils ein Schlag durch f3, g3 und h4. Darüber hinaus ist einer der schwarzfeldrigen weißen Läufer durch Umwandlung des [Ba2] entstanden. Die Umwandlung muss wegen der Feldfarbe auf b8 erfolgt sein, was einen Schlag erforderte. Damit sind alle fehlenden schwarzen Steine durch Bauernschläge erklärt.

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