Retro der Woche 51/2014

Während im letzten Retro der Woche nach genau 28 Einzelzügen seit der Partieanfangsstellung gefragt war, wird in der heutigen Aufgabe schlicht nach den letzten 28 Einzelzügen gefragt, ohne dass damit die Partieausgangsstellung erreicht wird.

Das macht den Unterschied zwischen Beweispartien und klassischen Auslöse-Retros vom Typ „letzte n Einzelzüge“ ganz deutlich: Eigentlich ist die Fragestellung die gleiche – bis auf den Zeitdruck, der in der Beweispartie hinzukommt, da dort die Startstellung bekannt und in der minimalen Zügezahl erreicht werden muss.

[php]tb_dia(„5bR1/4p1p1/3p4/2B3N1/1Pp3P1/Q1P1P1Pk/P1pPpPrp/2NbKnrq“, „Andrej Kornilow & Andrej Frolkin“, „Schachmatnaja Komposizia 2011“, „Letzte 28 Einzelzüge? (14+14)“); [/php]

 

Beginnen wir wie üblich mit der Analyse der Schlagfälle: Bei Weiß fehlen der weißfeldrige Läufer und ein Turm; sie verschwanden durch bxc2 bzw. fxe2. Bei Schwarz fehlt ein Springer sowie [Ba7]. Letzterer musste auf seiner Linie geschlagen werden (er konnte mangels weißer Schlagobjekte nicht auf die b-Linie schlagen), während der fehlende Springer durch hxg verschwand.

Damit sind alle Schlagfälle prinzipiell geklärt. Auch ist klar, dass Weiß mit der Rücknahme beginnen muss, da der sK im Schach steht. Doch wohin mit dem wSg5 – ihm stehen schließlich fünf mögliche letzte Felder zur Verfügung?

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So ruhig hier…

Im Moment ist es recht ruhig hier im Blog: Das liegt daran, dass ich im Moment beruflich ziemlich unter Dampf stehe — ich hoffe, dass es hier bald wieder ein wenig unruhiger zugehen wird…

Und dabei gibt es eigentlich eine Menge zu berichten, auch wenn ich davon noch nicht berichten darf: So habe ich schon ein paar Preisberichte gesehen, die auch für uns Retrofreunde sehr interessant sind. Aber die müssen ja erst veröffentlicht sein, bevor ich darauf Bezug nehmen kann.

Retro der Woche 50/2014

Heute stelle ich ein „kleines“ Stück vor: klein bezüglich der Zügezahl, aber mit interessantem und originellem Inhalt — aber hättet ihr das bei dem Autor anders erwartet? Ich auch nicht…

[php]tb_dia(„r1bn4/ppnp1k1q/7B/2p2p1p/8/b2Pr3/PPP1P1P1/RN1QKBNR“, „Reto Aschwanden“, „Die Schwalbe 2003, 1. ehrende Erwähnung“, „Beweispartie in 14,0 Zügen (14+14)“); [/php]

 

Um euch noch ein wenig neugieriger zu machen hier der Beginn des Kommentars zu dieser Aufgabe in der PDB: „Interessante und neue Idee, die gar nicht so leicht zu beschreiben ist.“

Das sollte euch dann endgültig zum Selbstlösen ermuntern, allzu schwer ist das Stück auch nicht…

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Überraschend

Vor ein paar Tagen konnte ich bereits den Preisbericht zum 3. Problemschach-Wettbewerb des Schachverbandes Württemberg zur möglichst schnellen Rochade im Alphabet-Schach einsehen; er wird im Januar veröffentlicht.

Gefreut hat es mich zu lesen, dass einige Einsender wohl durch den Beitrag hier im Blog auf den Wettbewerb aufmerksam geworden sind!

Nicht verblüffend ist für mich, dass die meisten Einsendungen mit 1.a4 a5 2.Ta3 Ta6 begannen — wohin geht dann im 3. Zug der weiße Turm, um die Rochade möglichst schnell zu ermöglichen? Bleibt er am Damenflügel (3.Tb3/Tc3)? Oder verschwindet er rasch ganz weit weg auf dem Königsflügel (3.Th3/Tg3)? Oder gibt es eine andere vielversprechende Möglichkeit??

Darüber noch einmal nachzudenken lohnt — und dann lasst euch vielleicht überraschen!

Retro der Woche 49/2014

Wenn ein solcher Könner wie Silvio Baier einen offensichtlichen Umwandlungsstein im Diagramm einer Beweispartie stehen lässt, wenn dann dieses Stück auch noch die höchste Auszeichnung in einem bedeutenden Turnier gewinnt, dann muss diese Umwandlungsdame entweder thematisch sein — oder der Inhalt muss so originell sein, dass der Preisrichter sie deswegen akzeptiert.

Wenn ihr das Stück noch nicht kennt, dann ratet einmal, was nun der Grund ist?

[php]tb_dia(„3k4/3np3/n3r2p/p2pr1b1/6bp/7q/4PPPq/RNBQKB1R“, „Silvio Baier“, „FIDE World Cup 2011, 1. Preis“, „Beweispartie in 25,0 Zügen (10+14)“); [/php]

 

Bei Weiß sieht die Stellung sehr einfach aus: Home Base, also alle weißen Steine, die noch auf dem Brett zu finden sind, stehen auf ihren Standfeldern der Partieausgangsstellung.

Beginnen wir also mit dem Zählen der minimalen Züge bei Schwarz: Egal, welche der beiden schwarzen Damen Original oder Umwandlungsstein ist, bedurfte es mindestens dreier Damenzüge: entweder h1-h3 und d8-d6-h2 oder g1/h1-h2 und d8-d7-h3. Die Züge zur Umwandlung müssen wir nun den Bauernzügen zuschlagen. Damit haben wir offensichtlich 1+3+4+3+3+10=24.

Damit ist noch ein schwarzer Zug offen.

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Problemist November 2014

Die neue Ausgabe des Problemist  enthält wieder viel Lesestoff für uns Retrofreunde: Neben den (leider nun nur noch zwei) Urdrucken und der wie immer sehr lesenswerten Proof Games & Retros Auswahl von Bernd Gräfrath findet sich in diesem Heft ein weiterer Artikel von Bernd: The Lives of Raymond Smullyan, der uns aus Anlass einer Buch-Neuerscheinung von Smullyan  diesen vielseitigen Mann (Künstler, Mathematiker, Philosoph — was noch alles?) näher bringt, den die meisten sicher von seinen Retro-Büchern The Chess Mysteries of Sherlock Holmes sowie The Chess Mysteries of the Arabian Knights kennen.

Und selbst das Supplement enthält dieses Mal einen kleinen Retro-Aufsatz: Pawn Retros in Growing Men von Ronald Turnbull.

Viel Freude beim Lesen!

Probleemblad

Nachdem die Retro-Abteilung des Probleemblad leider ziemlich verwaist war, wird sie ab jetzt wieder mit neuem Leben erfüllt: Ab sofort übernimmt Roberto Osorio die Sachbearbeitung; Urdrucke (Beweispartien und klassische Retros, auch mit Märchenbedingungen) werden ab 2015 wieder erscheinen; Preisrichter 2015-2016 ist Hans Gruber.

Roberto freut sich über gute Retros (Mail: raosorio(at)fibertel.com.ar). Bitte unterstützt ihn — solange ihr Die Schwalbe dabei nicht vergesst 🙂

Retro der Woche 48/2014

Das war gestern wahrlich kurios: Das heutige Retro der Woche hatte ich schon herausgesucht, als ich das Rätsel der Woche in Spiegel Online fand. Dieses Mal geht es um Schach – um einen Weg des sTa8 nach h1.

Ihr kennt das Rätsel? Wenn nicht, schaut es euch an!

Lustigerweise geht es auch bei unserer heutigen Aufgabe um einen auffälligen schwarzen Turm auf h1. Der, so ist zu vermuten, von a8 kommt.

[php]tb_dia(„1nbq1knr/2p1ppbp/p2R2p1/1Q2B3/PpP1RPBK/3P2PN/1P2P2P/1N5r“, „Michel Caillaud & Noam Livnat“, „StrateGems 1998, 3. Preis“, „Beweispartie in 21,5 Zügen (16+15)“); [/php]

 

Zunächst sehen wir sehr schnell, dass wir uns heute nicht mit Umwandlungen beschäftigen: Es fehlt genau [sBd7]; der aber kann nicht umgewandelt haben, da alle weißen Steine noch auf dem Brett sind und er schlagfrei nicht auf die erste Reihe kommen konnte.

Nun zählen wir einmal die weißen Züge. Das ist bis auf eine Steinart sehr einfach.

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