Retro der Woche 52/2016

Am heutigen Weihnachtstag wieder ein Blick zwanzig Jahre zurück: Hier können wir also wieder „klassische“ Themen erwarten. Passend eine Beweispartie aus dem hohen Norden, wo der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten, mit den Rentieren gestartet ist.

Unto Heinonen
Springaren 1996, 2. Preis
Beweispartie in 19 Zügen (13+12)

 

Nur ein sichtbarer Bauernschlag durch Schwarz, nur zwei durch Weiß, somit bleiben zunächst jeweils zwei Schläge unerklärt. Aber dann fällt uns hoffentlich sofort der fehlende sLc8 auf: Der kann nicht gezogen haben, muss also zu Hause geschlagen worden sein. Und die Überlegungen, wie der verschwunden ist, werden uns helfen, der Lösung auf die Spur zu kommen.

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Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten
Schöni Wienacht
Merry Christmas
Zalig Kerstfeest
Feliz Navidad
Buon Natale
Joyeux Noël
З Рiздвом Христовым
С Рождеством
Христос се роди
メリークリスマス
圣诞节快乐
Glædelig Jul
Hyvää Joulua
God Jul

Euch allen wünsche ich ein frohes, ein schönes, ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest!

Während ihr noch aufs Christkind wartet, mögt ihr vielleicht zwischendurch noch die folgende kleine Beweispartie lösen?

Thierry Le Gleuher
Probleemblad 2000
Beweispartie in 6,5 Zügen (13+10)

 

Viel Spaß dabei, so schwer ist die Aufgabe gar nicht zu lösen!

Retro der Woche 51/2016

Für den vierten Advent habe ich eine Aufgabe ausgesucht, die ihr vielleicht selbst lösen wollt?! So lang ist sie nicht: Für jede Kerze am Adventkalender vier Züge. Und vor allen Dingen: Sie lässt sich ziemlich logisch lösen!

Also ein Glas Glühwein, ein paar Spekulatius, und dann geht es ans Brett!

Michel Caillaud
Messigny 1995, 1. Preis
Beweispartie in 16 Zügen (16+13)

 

Keine Umwandlungen, Weiß hat noch alle Mann an Bord, und so können wir sogar sehr schnell die drei Schlagfälle bestimmen: [Lf8] starb zu Hause, auf d3 wurde [Bd7] geschlagen (der konnte ja nicht geschlagen haben) und [Dd8] auf f3.

Nun schauen wir wie üblich, ob uns das Zügezählen weiterhilft?

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Retro der Woche 50/2016

Vor gut 10 Jahren hat sich Dmitri Baibikov intensiv mit Retros beschäftigt, in denen zunächst fehlende Steine zu ergänzen waren und dann die Stellung aufgelöst werden sollte. Besonders, wenn nichts über die Art und Anzahl der zu ergänzenden Steine gesagt ist, finde ich das eine sehr attraktive Forderungskombination.

Ein Beispiel habe ich für heute herausgesucht.

Dmitri Baibikov
Problem Paradise 2004-2005, 1.-2. Preis
Ergänze Steine und löse die Stellung auf. (12+13)

 

Wir sehen im Diagramm 25 Steine sowie je zwei Bauernschläge durch Weiß und durch Schwarz. Da der weiße König durch Läufer und Dame im Schach steht, müssen zwei Steine ergänzt werden, um die beiden Schachs aufzuheben. Denn auch der schwarze König steht (durch wSh3) im Schach, sodass wir wissen, dass Weiß mit der Rücknahme beginnen muss.

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Jorge Joaquin Lois 70

Ganz herzliche Glückwünsche gehen heute nach Buenos Aires in Argentinien, wo Jorge Joaquin Lois heute seinen 70. Geburtstag feiert. Die Spezialgebiete von Jorge sind Hilfmatts und natürlich Beweispartien, wo er häufig mit Roberto Osorio zusammenarbeitet.

Ein Gemeinschaftsstück der beiden möchte ich hier auch zeigen: An dieser eigentlich „kleinen“ Aufgabe gefällt mir, wie Schwarz „mittendrin“ plötzlich umschaltet muss…

Roberto Osorio & Jorge Joaquin Lois
StrateGems 2007, 2. Lob
Beweispartie in 16 Zügen (13+16)

 

1.f3 Sc6 2.Kf2 Sd4 3.Kg3 Sxe2+ 4.Kg4 Sg3 5.Se2 Sxh1 6.Sg3 Tb8 7.Le2 Ta8 8.Dg1 Tb8 9.Sf1 Sg3 10.Dc5 Se4 11.d4 Sc3 12.Ld2 Sxa2 13.Le1 Sb4 14.Ta6 Ta8 15.Tc6 Sa6 16.Sfd2 Sb8.

Rundlauf des schwarzen Damenspringers mit raffiniert eingewobenem Turm-Pendel — sehr attraktiv!

Lieber Jorge, im Namen aller Retrofreunde wünsche ich dir für dein kommendes Lebensjahr(zehnt) alles Gute — und heute eine schöne Geburtstagfeier!

Die Schwalbe XII/2016

Am Samstag lag das neue Heft der Schwalbe bei mir im Briefkasten. Jede Menge interessanten Lesestoff gerade für uns Retrofreunde gibt es wieder: Neben den (leider nur) sechs Urdrucken — Nachschub ist also dringend erwünscht! — gibt es den Preisbericht 2013 bis 2015 zu Schachmathematik und sonstigen Aufgaben von Bernd Schwarzkopf, einen Artikel von Nicolas Dupont „Geschlagene Pronkinsteine in ökonomischen orthodoxen Beweispartien“, und auch mein Güstrow-Vortrag über „Retro-Retraktoren“ ist hier in erweiterter Form veröffentlicht.

Viel Spaß bei der Lektüre, beim Lösen/Kommentieren und beim Einsenden guter Urdrucke für Die Schwalbe!

Retro der Woche 49/2016

In seiner Rubrik des The Problemist hat Bernd Gräfrath im aktuellen Novemberheft 2016 drei Aufgaben aus seinem StrateGems Preisbericht für Beweispartien 2014 vorgestellt. Eine weitere Aufgabe aus diesem Preisbericht habe ich für heute ausgesucht.

Silvio Baier
StrateGems 2014, 2. Preis
Beweispartie in 27 Zügen. (14+12)

 

Schauen wir uns das Diagramm an, so fällt auf, dass nur Bauern fehlen. Außerdem sehen wir zwei Schlagfälle durch Weiß und ebenfalls zwei durch Schwarz – letztere erklären die fehlenden weißen Steine.

Damit wissen wir schon, dass mindestens eine weiße Umwandlung stattgefunden hat: Theoretisch kann neben dxe3 und exf3 noch axbxc oder hxgxf geschehen sein, sodass ein weißer Bauer geschlagen worden sein kann – für zwei fehlen Schlagobjekte.

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Nachtrag zum RdW 48/2016

Bernd Schwarzkopf machte mich dankenswerter Weise darauf aufmerksam, dass das Thema des Retro der Woche 48/2016 schon früher bearbeitet wurde: In den Blättern 97 (5.9.1948) sowie 111 und 112 (15.12.1948) von Schachmatt stellte Karl Fabel unter dem Titel „Retro-Rekorde für jedermann!“ Aufgaben vor mit „… kürzester Beweispartie, aus denen sich die letzten 2, 3, 4… Züge retroanalytisch ableiten lassen.“

Allerdings war für die Beweispartien (besser gesagt deren erste Züge) keine Eindeutigkeit verlangt, wie es erst seit den 1980er Jahren üblich geworden ist. Die im Sinne „größtmöglicher prozentualer Anteil der retroanalytisch ableitbaren Züge“ beste Aufgabe gelang Karl Fabel mit Hugo August in Revista Romana de Sah 1949 mit dem Quotienten 16/33, also 48,5%: siehe P0001725.