Herzlichen Dank!

Ganz herzlich bedanke ich mich für die vielen guten Wünsche und Grüße zu meinem Geburtstag, die mich auf den verschiedensten Wegen erreicht haben!

Einen ganz besonderen Gruß möchte ich hier vorstellen und euch zum Lösen animieren:

Andrej Frolkin & Jeff Coakley
Urdruck — Happy 60th! zum 25. April 2018
Bestimme die Stellung und wenn möglich den letzten Zug (6+4 oder 4+6)

 

Hierbei bedeuten wie immer gleiche Buchstaben gleiche Steine sowie Großbuchstaben die eine und Kleinbuchstaben die andere Farbe.

Viel Spaß beim Lösen!

Retro der Woche 29/2017

Bei einigen Autoren kann man ein wesentliches Thema schon erraten, auch wenn man die Lösung der Aufgaben noch nicht kennt. Ein solcher Autor ist Tom Volet, der einen ganz eigenen Stil, der sein Lieblingsthema hat.

Thomas Volet
Die Schwalbe 2011 (V) 4. Preis, Dmitri Baibikow gewidmet
Löse die Stellung auf (13+14)

 

Beginnen wir wie üblich mit der Inventur: Schwarz hat mit seinen drei Bauernschlägen (axb, c7xd6xe5) alle fehlenden weißen Steine abgeräumt – das sind [Ba2], [Bb2] und [Bc2]. Von denen konnte nur der b-Bauer direkt geschlagen werden, und [Ba2] und [Bc2] mussten umwandeln. Die Umwandlungen mussten schlagfrei erfolgen, denn Weiß schlug die beiden fehlenden schwarzen Steine auf f3 und g7.

Bei Schwarz fehlt ein Turm sowie der h-Bauer, der aus den gleichen Gründen wie seine weißen Kollegen auf dem Damenflügel schlagfrei umwandeln musste.

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Retro der Woche 02/2017

Rustam Ubaidullajew ist einer meiner Lieblings-Beweispartiekomponisten, da er immer interessante Ideen ein wenig abseits des Mainstream sehr elegant aufs Brett zaubert.

So auch das heutige Stück, dessen Inhalt man beim Blick aufs Diagramm wohl noch nicht sofort erkennen oder erraten wird?

Rustam Ubaidullajew
feenschach 2004 – für Anna – 4. Preis
Beweispartie in 23 Zügen (16+15)

 

Nur ein einziger Stein fehlt: [Bg7] wurde von [Bh2] geschlagen. Damit wissen wir schon, dass [Bg7] gezogen haben muss – und damit sind wir schon beim Betrachten der sichtbaren erforderlichen Züge im Diagramm.

Bei Schwarz ist es erst einmal einfach: [Ke8] brauchte wegen seines Umweges über f8 mindestens acht Züge bis d1. Ferner hatten wir schon gesehen, dass [Bg7] gezogen hat. Damit [Ke8] seine heimatlichen Gefilde verlassen konnte, musste auch [Lf8] ziehen und schließlich wieder nach Hause zurückkehren. Damit haben wir elf schwarze Züge erklärt – zwölf sind noch frei!

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Lösung des Widmungs-Rebus

In der letzten Woche hatte ich das Widmungs-Rebus von Andrej Frolkin zur Geburt von Gina Delisa veröffentlicht. Wie versprochen nun die Lösung.

Zunächst noch einmal die Aufgabe:

Andrej Frolkin, Gina Delisa gewidmet
www.thbrand.de, 11.01.2016
Wie ist die Stellung? (27)

 

Besonders auffällig sind die zehn „G“: Daraus lässt sich schließen, dass alle acht Bauern der „G-Farbe“ umgewandelt wurden, und als „G“ scheidet auch die Dame aus: Die kann es ja maximal neun Mal geben. „S“ und „N“ müssen die Könige sein, da sie die einzigen beiden Buchstaben sind, die genau einmal vorkommen. „A“, D“ und „I“ sind von anderer Farbe als die „G“, da sie jeweils auch Umwandlungen erfordern.

Nun bedenken wir noch, dass bei 27 Steinen zwei Offiziers-Typen fehlen — das können nur die Damen sein wegen der anderen Umwandlungen. Gerade dies scheint eine neue Argumentation in Rebus-Aufgaben zu sein.

Damit Sind die Alternativen schon deutlich eingeschränkt, mit ein wenig Probieren kommt man dann zur Lösung.

Andrej Frolkin, Gina Delisa gewidmet
www.thbrand.de, 11.01.2016
Lösung (15+12)

 

Die Farbe der Könige (und damit dann auch die der Offiziere ergibt sich durch die letzten zwei Züge:
R 1.Se2-c3+ a2-a1=L+.

Widmungs-Rebus

Andrej Frolkin möchte seinen lieben Freunden Lena Kuschnir und Max Sterngel in New York zur Geburt ihrer Tochter Gina Delisa gratulieren.

In dem Rebus (gleiche Buchstaben sind gleiche Steine), den er ihr widmet, kann man ihren Doppelnamen in den Reihen 5-6 und 1 finden, gleichzeitig konnte Andrej auch noch eine Nachricht an Max (Felder b8, c8, d8, d1, e1, f2, g2, h2, h3) einbauen.

Andrej Frolkin, Gina Delisa gewidmet
Urdruck
Wie ist die Stellung? (27)

 

Viel Spaß beim Lösen und Prüfen; die Lösung selbst werde ich am kommenden Montag hier veröffentlichen.

Jorge Joaquim Lois

Herzliche Glückwünsche gehen über den Atlantik, nach Argentinien, nach Buenos Aires, wo heute Jorge Joaquim Lois seinen Geburtstag feiert.
Wir alle kennen Jorge besonders als hervorragenden Beweispartie-Komponisten, vielfach zusammen mit seinem Freund Roberto Osorio, aber heute möchte ich eine andere Aufgabe von ihm vorstellen, in Erinnerung rufen: Sie ist für mich ein Klassiker unter den illegal Clusters (ein „illegal Cluster“ ist eine illegale Stellung, die durch Entfernen eines beliebigen Steins außer den Königen legal wird).

 

Jorge Joaquim Lois
feenschach 1976, Peter Kniest gewidmet; 4. Lob
Ergänze sBB und a) wD, b) wT, c) wL, d) wS, e) wB zu einem illegal Cluster (1+2)

 

Nur zu a) gebe ich für diejenigen unter euch, die mit illegal Cluster noch nicht vertraut sind, die Lösung an: Ergänze sBa7a5 und wDa6. Die Stellung ist illegal, da es keinen Damenzug gibt, der das Schachgebot erklären kann, da bei jeden letzten weißen Zug Schwarz schon im Schach gestanden haben muss. Entfernt man nun die wD, ist die Stellung offensichtlich legal, entfernt man einen der schwarzen Bauern, so hat die weiße Dame einen letzten Zug zur Verfügung, der das Schachgebot legal erklärt. Die Lösungen zu den anderen Teilen findet ihr sicherlich selbst!? die Idee ist einheitlich solch ein nicht legal erklärbares Schachgebot.

Die Mehrlingsbildung erinnert an eines der berühmtesten Hilfsmatts, das ich hier (auch ohne Lösung!) zitieren möchte:

 

Henry Forsberg
Pauli-Gedenkturnier 1934-35, 1. Preis
Hilfsmatt in 2 Zügen b) sTa6, c) sLa6, d) sSa6, e) sBa6 (3+2)

 

Nach dem Autor nennt man diese Art der Mehrlingsbildung „Forsberg-Zwillinge“.

Retro der Woche 36/2013

Bei „Vorwärts-Aufgaben“ wird oft großer Wert auf einen Schlüsselzug gelegt, der möglichst versteckt ist: Klar, bei einem Zweizüger bleiben nicht viele weitere Möglichkeiten, dem Löser Schwierigkeiten zu bereiten („Probleme zu schaffen“) bei seinem Versuch, sich selbst die Aufgabe zu erschließen.

Anders schaut dies häufig bei Retros aus: Bei Auflöse-Aufgaben ist ein offensichtlicher letzter Zug nicht unbedingt ein Makel, sondern häufig als technisches Mittel erforderlich, um die Partei zu definieren, die in der Stellung am Zug ist. Die Schwierigkeit und auch der eigentliche Inhalt der Aufgabe ergibt sich halt nicht aus der ersten Zugrücknahme, sondern aus der weiteren Auflösung.

So auch bei dem Stück, das ich euch heute vorstellen möchte: Der letzte Zug ist sehr leicht, quasi sofort zu sehen, aber das ist nicht schlimm.

Michel Caillaud
Die Schwalbe 2006, 2. Preis (Werner Keym gewidmet)
Löse die Stellung auf (16+7)

 

Dass Schwarz zuletzt gezogen hat, ist durch das Schach gegen den weißen König offensichtlich, das Schachgebot ist nur durch 1.– Lc3-h8+ zu erklären. Dabei kann der Läufer auf h8 nicht geschlagen haben, da Weiß noch über all seine 16 Steine verfügt.

Wenn wir diesen Zug zurücknehmen, sehen wir allerdings schnell, dass Schwarz nun über keine Retrozüge mehr verfügt, Weiß muss also Schwarz Züge ermöglichen, um das drohende  Retropatt des Schwarzen zu vermeiden, erst dann kann er sich konkrete Gedanken um die Auflösung des Käfigs im Süden machen.

Zur Auflösung muss Weiß den fehlenden schwarzen Springer auf b2 entschlagen, damit der auf d1 Schachschutz geben kann für die Rücknahme von De1-e2.
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Glückwunsch nach Stuttgart!

Herzliche Geburtstags-Glückwünsche gehen heute nach Stuttgart zu Günther Weeth. In den letzten Jahren durch sein Engagement besonders für Anticirce-Procas bekannt geworden, für die er in vielen Vorträgen und Aufsätzen wirbt, reicht seine Liebe zu Retros aber schon länger zurück; hier sei das älteste mir von ihm bekannte Retro-Stück vorgestellt.

Günther Weeth & Werner Keym
Die Schwalbe 1991; Theo Schuster zum 80. Geburtstag
Wer setzt in 2 Zügen matt? (12+12)

Bei Schwarz sieht man vier Bauernschläge (cxbxa, dxc, exd), bei Weiß drei (bxa, dxcxb); außerdem muss er den [sBh7] geschlagen haben, der nicht anders verschwunden sein kann. Also 1.gxf7+ Kxf8 2.Se6#? Nein, denn Schwarz hat keinen letzten Zug, ist also selbst am Zug. Also 1.Sxc6+ Kd6 2.0-0-0#? Auch nicht, denn die schwarze Rochade ist nicht mehr zulässig, da der [wBe2] auf e8 hat umwandeln müssen.

Die richtige Antwort also: Keiner!