Gligor Denkovski (20.08.1946 – 15.01.2015)

Im Altern von 68 Jahren ist am vergangenen Donnerstag Gligor Denkovski in Skopje verstorben. Er war ein vielseitiger Komponist, der sich aber auf Hilfsmatts und Beweispartien konzentriert hatte und viele Aufgaben gemeinsam mit seinem Sohn Ivan komponiert hat.

Eine seiner Beweispartien möchte ich hier vorstellen:

Gligor Denkovski
Thema Danicum 2003, 2. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 18 Zügen (15+14)

 

Die entscheidende Frage ist, wie die beiden fehlenden Läufer geschlagen wurden? 1.Sc3 d5 2.Sxd5 Lf5 3.Sc3 Dd3 4.Sb1 Sd7 5.c3 Dc2 6.h4 Dxc1 7.h5 Dc2 8.h6 Dd3 9.Da4 OOO 10.Kd1 Sdf6 11.De8 Kb8 12.Dxf8 Tc8 13.De8 Dd8 14.Da4 Se8 15.Kc1 Sgf6 16.Dd1 Tf8 17.De1 Sg8 18.Kd1 f6. Sehr originelles Spiel mit einer tollen Eröffnung, wie ich finde. Mit dem Platzwechsel von Dame und König hat Gligor Denkovski sich mehrfach beschäftigt.

Retro der Woche 03/2015

Retro der Woche 03/2015 für 11.1.15

Interessant ist es, den Retro-Preisbericht der Schwalbe (Oktober 2006, von Ersatzrichter Ronald Schäfer) zu lesen: Er geht dabei u.a. auf die Weiterentwicklung der Retroanalyse in diesen zehn Jahren ein: Damals lag der Anteil der Beweispartien am Gesamtturnier noch deutlich unter 20% (10 von 56 Aufgaben); das war 2006 schon völlig anders. Ronalds Vermutung war, dass der Aufschwung der Beweispartien auch auf die Verfügbarkeit von Löseprogrammen wie natch und euclide zurückzuführen sei: vorher galten Beweispartien als chronisch nebenlösig.

Ich möchte heute den ersten Preis der Beweispartien-Abteilung vorstellen, der auch heute noch in Turnieren eine gute Figur machen würde.

Andrej Frolkin
Die Schwalbe 1996, 1. Preis
Beweispartie in 23,5 Zügen (14+13)

 

Zählen wir die direkt im Diagramm sichtbaren Züge, kommen wir nicht viel weiter: Bei Weiß sind das 0+2+2+1+3+2=10, bei Schwarz sind es 3+2+2+1+1+5=14 – dabei habe ich schon berücksichtigt, dass [Dd8] gezogen haben muss, um [Ke8] vorbei zu lassen. Aber vielleicht hilft ja die harmlos ausschauende Bauernstruktur weiter?

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Retro der Woche 02/2015

Kuriose Zufälle gibt es manchmal…

Das folgende Stück von Gerd Wilts wurde im Phénix Turnier 2004 mit dem vierten Preis ausgezeichnet, und das wollen wir uns genauer anschauen.

Gerd Wilts
Phénix 2004, 4. Preis
Beweispartie in 18,5 Zügen (14+14)

 

Zählen wir die weißen Züge, so stellen wir fest, dass alle im Diagramm verbraucht sind: 2+1+4+4+4+4=19. Daraus ergibt sich auch, dass Weiß rochiert haben muss, denn ansonsten benötigte der weiße König drei Züge bis b1. Ferner ist klar, dass die drei Zentralbauern des Weißen jeweils einen Doppelschritt gemacht haben müssen. Sie also können nicht trickreich die beiden fehlenden schwarzen Bauern geschlagen haben.

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Dinner for One

Geht es euch auch so wir mir? Für mich gehört schon seit Jahrzehnten Dinner for One einfach unbedingt zu Silvester!

Vielleicht könnt und wollt ihr euch die Zeit, während der Butler James das Abendessen für Miss Sophy und ihre vier leider verstorbenen Freunde bereitet, mit dem Lösen einer kleinen Beweispartie verkürzen.

Wie wäre es mit dieser?

Andrew Buchanan (nach B. Gräfrath)
Problem Paradise 2013
Beweispartie in 9,5 Zügen (13+13)

 

Die Lösung verrate ich natürlich nicht…

Frohe Weihnachten!

Allen Retrofreunden wünsche ich
ein frohes und friedliches Weihnachtsfest!

Vielleicht habt ihr ja über die Feiertage Zeit, Lust und Muße, noch einmal das feenschach-Heft 207 hervor zu holen und den aus meiner Sicht Retro-literarischen Höhepunkt des Jahres 2014 noch einmal zu genießen? Den Artikel von Nicolas Dupont A compilation of some fascinating open problems
in the Proof Game genre
, den ihr übrigens auch im Internet lesen könnt!

Nun ein wenig Muße?

Ich hoffe, ihr habt den Stress der Vorweihnachtszeit nun hinter euch gelassen, und ihr findet nun ein wenig Ruhe und Muße.

Vielleicht habt ihr Lust, ganz gemütlich eine gar nicht so schwere, aber doch, wie ich finde, sehr attraktive Beweispartie zu lösen? Nein, die Lösung verrate ich hier und heute nicht…

Andrew Buchanan, nach Joost de Heer
Phenix 2014
Beweispartie in 9 Zügen (15+15)

 

Viel Spaß dabei!

Retro der Woche 52/2014

Geht es euch auch so wie mir? In dieser eigentlich so ruhigen (wie die Bayern so herrlich, beinahe schon lautmalerisch, sagen: „staaden“) Adventszeit kommt immer wieder Hektik auf: Nicht nur wegen der Vorbereitungen für Weihnachten, sondern auch beruflich kommt dann meist zum Ende des Jahres noch eine Menge zusammen.

Diesen Wechsel aus Hektik und Ruhe finden wir auch in der Aufgabe, die ich euch heute vorstellen möchte – oder an die ich euch erinnern möchte, denn für mich ist dieses schon 30 Jahre alte Stück ein echter Klassiker.

Andrej Frolkin
Thèmes 64 1984, 1. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 14 Zügen (15+15)

 

Zunächst einmal stellen wir fest, dass auf beiden Seiten jeweils genau ein Turm fehlt. Damit scheiden Umwandlungen aus, speziell der sSh1 ist ein Originalspringer.

Also zählen wir die sichtbaren Züge: Das sind bei Weiß 3+2+0+2+1+5=13 und bei Schwarz 0+0+0+0+5+4=9. Gut, bei Schwarz müssen noch drei Turmzüge hinzu kommen, da der fehlende [Ta8] ja auf d3 geschlagen worden ist.

Damit haben wir also 12 schwarze Züge, aber es fehlen immer noch drei Halbzüge. Die Frage ist nun natürlich, wo die sich verstecken.

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Retro der Woche 50/2014

Heute stelle ich ein „kleines“ Stück vor: klein bezüglich der Zügezahl, aber mit interessantem und originellem Inhalt — aber hättet ihr das bei dem Autor anders erwartet? Ich auch nicht…

Reto Aschwanden
Die Schwalbe 2003, 1. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 14,0 Zügen (14+14)

 

Um euch noch ein wenig neugieriger zu machen hier der Beginn des Kommentars zu dieser Aufgabe in der PDB: „Interessante und neue Idee, die gar nicht so leicht zu beschreiben ist.“

Das sollte euch dann endgültig zum Selbstlösen ermuntern, allzu schwer ist das Stück auch nicht…

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