Richten des FIDE-Abums

in der neuen Ausgabe von idee & form hat Reto Aschwanden einen bemerkenswerten Beitrag über das Richten der für das FIDE-Album eingesandten Aufgaben und die Einsendepraxis der Autoren geschrieben. Dieser Artikel hat schon zu lebhaften Diskussionen zwischen Preisrichtern geführt.

Ich bin Reto und Thomas Maeder für die Erlaubnis sehr dankbar, diesen Beitrag hier in seiner (leicht überarbeiteten) englischen Fassung veröffentlichen zu dürfen: Vielleicht trägt das zur weiteren Diskussion dieses Themas, das sich auch auf WCCI und WCCT übertragen lässt, bei?!

Hundsdorfer

Ich freue mich, euch einen neuen Beitrag zur (Problem-/Retro) Geschichte auf meiner Website präsentieren zu können: Ralf Binnewirtz hat nach bisher nicht in den Datenbanken dokumentierten Aufgaben und Beiträgen von Wolfgang Hundsdorfer, zusammen mit Thomas R. Dawson Autor des Klassikers „Retrograde Analysis“ aus dem Jahr 1915, geforscht, und er ist fündig geworden!

Seine interessanten Ergebnisse (inklusive einer ausführlichen Analyse eines Hundsdorfer-Retros) stellt er nun vor; ich wünsche euch viel Freude bei der Lektüre!

Retro der Woche 43/2026

Am 10. Oktober hatte ich auf den Preisbericht des Kostas-Prentos-Geburtstagsturnier aufmerksam gemacht und angekündigt, darauf zurück zu kommen — damit will ich heute beginnen.

Gefordert waren jede Art von Retroproblemen, in denen ein Original-Offizier A (nicht umgewandelt) von einem anderen Offizier B geschlagen wird; später wandelt ein Bauer der Partei von A in einen Stein vom Typ A um.

Den ersten Platz gewann ein bemerkenswert zeitökonomischer Allumwandlungs-Task von Christoph Fieberg: herzlichen Glückwunsch dazu! Als Aufgabe zum Lösen eignet sich das Stück vielleicht weniger — schaut es euch direkt im Preisbericht an.

Die zweitplatzierte Aufgabe zeigt das Thema „nur“ zwei Mal, aber auf bemerkenswerte Weise; ich lade euch herzlich ein, euch selbst mit der Aufgabe zu beschäftigen.

Mark Kirtley
Kostat-Prentos-60-Turnier, 2. Preis
Beweispartie in 18.0 Zügen (14+14)

 

„Ein äußerst originelles Konzept“ schreibt der Jubilar in seinem Preisbericht und beschreibt die Aufgabe weiter, wobei ich zumindest einige Details hier auslasse, um nicht allzu viel vorab zu verraten: „Zwei … Figuren werden zu Hause von … Figuren geschlagen, die später… Zudem werden zwei … Bauern zu Figuren derselben Art wie die Opfer umgewandelt.“

Bemerkenswert ist ja schon, dass von der Schlagbilanz zumindest drei der vier Offiziere auf der gegnerischen Grundreihe durch Umwandlung entstanden sein könnten — aber alle vier könnten auch die Originalsteine sein. OK, dies scheidet aus, weil wir ja das Turnierthema kennen …

Warum hat es überhaupt Umwandlungen gegeben? Die fehlenden weiß-schwarzen Bauernpärchen standen ja auf benachbarten Reihen; das Schlagen ist dann häufig die einfachste Sache, erst einmal einen loszuwerden.

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feenschach-Website

Die Website von feenschach ist zurzeit leider technisch gestört. Solange diese Situation noch anhält (hoffentlich nicht mehr lange!), werden aktuelle Informationen zu feenschach und auch Internet-Beiträge hier veröffentlicht.

Den Beginn macht (neben dem in Heft 269 angekündigten Trümmerhaufen) die fulminante Zusammenstellung aller aktuellen Einzügerrekorde (über 1.100 Seiten!) von Horst Bäcker — zum Lesen und Erforschen bestens empfohlen!

Retro der Woche 42/2026

Gestern ging eine Ära zu Ende: Letztmalig erschien in der Stuttgarter Zeitung ein Urdruck. Die Schachrubrik dort hatte eine große Tradition: Seit mehr als 75 Jahren hatte sie einen hervorragenden Ruf, wurde beinahe 50 Jahre lang bis zu seinem Tod von Theo Schuster (3. April 1911 bis 1. September 1998) geleitet, seitdem, also seit 28 Jahren, von Harald Keilhack.

Keilhack, ein starker Partiespieler mit höchster ELO-Zahl über 2.300 und auch jetzt mit über 60 Jahren noch über 2.200, hat nicht nur kompetent von Partieschach-Turnieren berichtet, sondern stets auch sein Augenmerk aufs Problemschach gerichtet. Und speziell in seinen „Weihnachtsrätseln“ mit stets weit über den Verbreitungsraum der StZ reichendem internationalen Teilnehmerkreis hat er sich auf populäre, dennoch inhaltsreiche Retros konzentriert — auch, weil die eben nicht per Computer „gelöst“ werden können. Wichtige Autoren waren, sicher nicht nur wegen des „Lokalkolorits“, Günther Weeth und besonders Werner Keym, auch natürlich Josef Haas.

Konsequenterweise erschien gestern als letzter Urdruck (Nr. 5533) ein zum Lösen einladendes Retrostück von Werner Keym.

Werner Keym
Stuttgarter Zeitung 10.10.2026
Ergänze den schwarzen König, dann Matt in zwei Zügen. Wie viele Lösungen? (14+4)

 

Hier kann man natürlich alle (wenn ich mich nicht verzählt habe: 21) Felder, auf denen der schwarze König nicht im Schach stünde, ausprobieren. Und wenn man dann sein Prüfprogramm fragt, sollte man ja die Lösung finden? So viel sei schon verraten: Wer das glaubt, kennt aber Werner Keym schlecht …

Versuchen wir es also lieber „thematisch“: Ein potenzielles Feld für den schwarzen König springt gleich ins Auge, wenn man sich die weißen Steine im Südwesten anschaut, und da findet sich auch schnell ein Matt.

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Prentos-60 Jubiläumsturnier

Heute ist der Preisbericht zum Kostas-Prentos-60 Jubiläumsturnier erschienen; das Thema in Kurzform: „Jede Art von Retroproblemen (orthodoxe oder Märchen-Beweispartien, klassische Retros, Rückzüger usw.), in denen ein Original-Offizier A (nicht umgewandelt) von einem anderen Offizier B (keinem Bauern) geschlagen wird; später wandelt ein Bauer der Partei von A in einen Stein vom Typ A um.“

Es nahmen 47 Aufgaben teil: 33 orthodoxe Beweispartien, 11 Märchen-Beweispartien und (nur) 3 orthodoxe klassische Retros.

Ich kann euch den sehr ausführlich und gründlich kommentierten Preisbericht des Jubilars zum intensiven Studium oder auch einfach zum Vergnügen nur ans Herz legen; hier im Blog werde ich noch auf das Turnier eingehen.

Stelvio 4.6

Leider erst mit zwei Tagen „Verspätung“ wegen des „Schwalbe-Wochenendes“ komme ich dazu, Reto Aschwandens neue Version 4.6 von Stelvio bereitzustellen. Sie enthält einige funktionale Erweiterungen (erlaubt unter bestimmten Umständen, Inkorrektheiten deutlich schneller zu finden) sowie Verbesserungen an den Lösungs-Ausgaben und ist daher allen Nutzern zur Aktualisierung empfohlen — schaut in diesem Zusammenhang speziell nach den Neuigkeiten der Version 4.6!

Retro der Woche 41/2026

Heute geht in Görlitz das Jahrestreffen der Schwalbe zu Ende, und da will ich noch einmal auf das diesjährige Andernach-Treffen, das vor genau 20 Wochen endete, zurückkommen. Direkt anschließend konnte ich noch nicht vom Retro-Märchen-Thematurnier berichten, da der Preisbericht noch nicht ganz fertiggestellt war — und anschließend ist es mir durchgerutscht, davon zu berichten. Das soll nun heute nachgeholt werden.

Zur Einstimmung empfehle ich euch, noch einmal den Bericht im Retro der Woche 21/2026 nachzulesen; dort wird auch die Bedingung des Thematurniers erläutert:

Beim #C-Schach (C=Color) wechseln nach einem Mattzug alle Steine, die den König bedrohen, die Farbe und das Spiel wird fortgesetzt, es sei denn, dieser Wechsel führt zu einem Selbstschach.

Beinahe traditionell entstanden auch beim diesjährigen Andernach-Thematurnier besonders bei den Retros bemerkenswert gute Probleme; das Siegerstück möchte ich euch heute vorstellen.

Joost Michielsen
Thematurnier Andernach 2026, Abt. 2, 1. Preis
Beweispartie in 18 Zügen, #C-Schach (14+14)

 

Zählen wir ganz „orthodox“ die sichtbaren Züge bei Schwarz: 2+2+2+4+3+5=18: Damit sind alle schwarzen Züge erklärt — speziell schließen wir daraus, dass die fehlenden schwarzen [Be7] und [Lf8] zuhause geschlagen werden mussten: Für sie steht ja kein Zug mehr zur Verfügung.

Bei Weiß fehlt [Ba2], der durch den schwarzen Läufer auf seinem Weg nach b1 geschlagen worden sein kann. Spannender aber ist die Geschichte des [Bd2]: Er muss zumindest auf e7 geschlagen haben, da er auf der d-Linie durch Schwarz nicht beseitigt werden konnte.

Zählen wir auch die sichtbaren weißen Züge (und lassen wir dabei erst einmal wTa5 außen vor), so sehen wir 3+3+0+0+2+1=9. Wir wissen, dass [Bd2] mindestens vier Züge gemacht haben muss, ferner muss wTa5 irgendwie hinter die schwarze Bauernphalanx gekommen sein, und dafür benötigt er mindestens vier weitere Züge, sodass wir 17 weiße Züge sehen — und nun noch exakt einen Zug übrig haben, um sLf8 verschwinden zu lassen.

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