Ich finde es immer wieder interessant, ein wenig in die Vergangenheit zu schauen, um einerseits zu sehen, wie sich etwa die Retroanalyse weiterentwickelt hat und welche auch technisch hervorragende Aufgaben andererseits schon entstanden sind. Besonders spannend finde ich das bei Beweispartien, da sich diese Gattung ja eigentlich erst innerhalb der letzten vierzig Jahre zu der entwickelt hat, die sie heute ist.
Schauen wir also heute 15 Jahre zurück. Bemerkenswert erscheint mir dort, dass sich die Tendenz zu „Märchen-Retros“ damals schon deutlich zeigte, wobei feenschach dabei natürlich eine Vorreiterrolle einnahm: Die beiden Preisträger sind orthodox, die fünf weiteren ausgezeichneten Aufgaben nutzen allesamt Märchenbedingungen.
feenschach 2011, 2. Preis
Beweispartie in 22 Zügen (13+13)
Das Zählen der sichtbaren schwarzen Züge ist schnell erledigt, das der weißen lohnt eher: 2+2+5+3+1+5=18. Aber auch damit sind noch vier weiße Züge frei. Und auch die Bauernstellung verrät nur einen Schlag.
Andererseits: Es fehlen auf beiden Seiten jeweils drei Bauern, und die müssen ja irgendwieverschwunden sein? Und bei „drei Bauern fehlen bei 21 freien Zügen“ kommt man sicher schnell auf den Gedanken, dass es um Umwandlungen gehen könnte?