WCCC in Batumi

Ab kommenden Sonnabend, 21. September, ist das georgische Batumi das Zentrum der Problemschachwelt, dann beginnt dort das einwöchige WCCC, World Congress of Chess Composition. Auf die dortige Tagungs-Agenda mit einigen spannenden Anträgen hatte ich bereits in der letzten Woche hingewiesen, hier möchte ich noch Link auf die Ausschreibungen der verschiedensten Kompositionsturniere, die teilweise auch für Nicht-Teilnehmer offen sind, hinweisen.

Retro der Woche 38/2013

Schon lange, bevor ich die Schwalbe-Sachbearbeitung für Retros übernommen hatte, habe ich dort immer wieder intensiv hingeschaut – besonders intensiv im Jahr 2002, da ich dort die Urdrucke richten durfte.

Eine der Aufgaben möchte ich euch heute vorstellen; sie hat für mich nicht unerwartet den Sprung ins FIDE-Album geschafft, und ich finde sie auch heute noch faszinierend.

Rustam Ubaidullajev
11587 Die Schwalbe 2002, 2. Preis
Beweispartie in 23 Zügen (14+16)

 

Dass die schwarzen Läufer so auffällig auf dem Brett stehen, ist kein Zufall: sie bilden die Hauptfiguren dieser Beweispartie.

Die beiden [wLc1] und [sLf8] kommen, so sollte man meinen, leicht aneinander vorbei: sLf8-g7-a1, dann wLc1-b2-g7-f8, und ähnlich kann sich auch die weiße Dame auf ihr Zielfeld schleichen. Aber ihr vermutet es sicherlich schon: Soo leicht ist die Sache nun auch nicht!

Und auch der [sLc8] scheint ja sehr einfach nach h1 gekommen zu sein: Irgendwann ist er auf die lange Diagonale marschiert, nachdem der weiße König g2 und f3 bereits wieder verlassen hatte?! Aber soo leicht ist auch diese Sache nicht!
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Retros beim WCCT?

Am Sonnabend kommender Woche (21. September) beginnt in Batumi, Georgien der 56. Weltkongress für Schachkomposition, und dort gibt es neben der Löseweltmeisterschaft und vielen Kompositionsturnieren natürlich auch die eigentlichen Kongress-Sitzungen, auf denen offizielle Anträge verhandelt werden, die auch für uns Retrofreunde interessant sind.

Neben dem bereits hier erwähnten Antrag der Schwalbe gibt es auch einen Antrag aus Frankreich, der fordert, beim nächsten WCCT, der “Länderweltmeisterachaft im Komponieren”, auch Retros zu berücksichtigen; dies ist bisher die einzige Problemschach-Disziplin, die (noch) außen vor bleiben muss.

Die Begründung erscheint mir einleuchtend: Analogie zu den FIDE-Alben und zum WCCI (der Kompositions-Einzelweltmeisterschaft) und immer weiter wachsende Internationaliät der Retrofreunde.

Ich würde mich freuen, wenn dieser Antrag akzeptiert würde!

Ein Jahr Retroblog

Heute feiert dieser Blog seinen ersten Geburtstag! 140 Artikel sind bisher erschienen, beinahe hundert Kommentare habt ihr hier im Blog dazu abgegeben, dazu kommen viele Hinweise und Anregungen, die ihr mir per Mail geschickt, im persönlichen Gespräch gegeben habt: Euch allen ganz herzlichen Dank dafür; das zeigt mir, dass ich die Beiträge offensichtlich nicht nur allein für mich schreibe.

Nach einem Jahr habe ich natürlich ein paar Ideen, wie sich der Blog weiterentwickeln kann und soll. Ein wenig Zeit braucht das noch, und ihr werdet die Ergebnisse dann, so hoffe ich, direkt sehen. Und wenn es auf dieser Seite weitere Angebote für euch gibt, werdet ihr es hier natürlich als erste erfahren!

Retro der Woche 37/2013

Luigi Ceriani (23.1.1894 — 8.10.1969) war einer der besten und produktivsten Retro-Komponisten des vorigen Jahrhunderts, und seine beide Bücher 32 personaggi e un autore (1955) und La genesi delle posizioni (1961) gehören für mich neben Dawson/Hundsdorfers Retrograde Analysis (1915) und Dittmanns Der Blick zurück (2006) zu den absoluten Klassikern der Retroanalyse-Literatur, all diese Werke verdienen eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung.

Ein Beispiel sei heute von ihm vorgestellt — besonders das erstgenannte Buch kann man einfach aufschlagen, und man findet eine interessante Aufgabe.

Luigi Ceriani
32 personaggi e 1 autore 1955, Nr. 91
Öffne den Südkäfig (13+12)

Ceriani liebte es, seine Forderung sehr beschreibend darzustellen; heute ist mehr “Löse die Stellung auf” üblich (und so findet sich die Aufgabe auch in der PDB), aber er schrieb unter das Diagramm “aprire la gabbia Sud”, und das habe ich hier übernommen.

Der Südosten kann erst befreit werden, wenn der sLe1 hinaus kann, dafür fehlen im Moment aber noch die Voraussetzungen, nämlich dass der sKd2 nach d1 zurückziehen kann.

Gleichzeitig sind in der Diagrammstellung sofort beide Parteien in Zugnot: Schwarz kann nur a7-a6 und e7xXf6 zurüchnehmen (d7-d6 scheidet aus, da es den Originalläufer auf h1 aussperren würde), und Weiß hat gar keinen Rückzug, denn h3-h4 würde entweder den wLh2 oder den sKd2 abklemmen.

Damit ist auch schon die Frage beantwortet, welche Seite mit der Rücknahme beginnen muss: Schwarz, und zwar mit e7xXf6.
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Retros fürs FIDE-Album

Anfang der Woche habe ich, ebenso wie die beiden anderen Richter Henrik Juel und Satoshi Hashimoto, die eingesandten Retro-Aufgaben für das FIDE-Album 2010-2012 erhalten: Genau 400 sind das. Nun werde ich in den kommenden Monaten also sicherlich nicht unter Langeweile leiden müssen: Die wollen alle bewertet und bepunktet werden.

Einen schönen Nebeneffekt für den Blog hat das: Dadurch stoße ich auch auf gute Aufgaben aus nicht ganz so populären und leicht zugänglichen Quellen, so dass ich sicherlich die eine oder andere Aufgabe hier, beispielsweise im Retro der Woche, verwenden kann.

Diagrammfehler!

Durch meine Schuld hat sich in der August-2013-Schwalbe (Heft 262) bei den Urdrucken ein Diagrammfehler eingeschlichen: In Nr. 15669 fehlt eine wDb8.

Danke an Urs Handschin, dass er mich drauf aufmerksam gemacht hat, meine Entschuldigung an den Autor und die Bewidmeten!

Hier das korrigierte Diagramm:

Michael Schlosser
15669V Die Schwalbe VIII/2013, Chr. Potthoff zum 70. & R. Staudte zum 60. Geburtstag gewidmet
#2 (7+1)

 

Schwalbe und Problemist

Heute hat sich bei mir der Blick in den Briefkasten mal wieder gelohnt: Keine Rechnung, dafür das August-Heft der Schwalbe und das Septemberheft des Problemist.

Jede Menge Lesestoff, auch wenn dieses Mal die Schwalbe keinen eigenen Retro-Artikel enthält (zwei Preisberichte liegen schon wieder vor und auch noch ein größerer Artikel). aber so habt ihr vielleicht ein wenig mehr Zeit zum lösen und kommentieren? Das wäre klasse!

Und wenn ihr mir, also der Schwalbe, auch noch den einen oder anderen guten Urdruck schickt, ist das noch besser: In meiner Mappe herrscht nämlich zur Zeit ein wenig Ebbe…

Nachtrag:
Silvio Baier machte mich darauf aufmerksam, dass ich vergessen hatte, auf das in der Schwalbe ausgeschriebene Konstruktionsturnier (gleichzeitig 213. Thematurnier der Schwalbe) Matt durch einen Stein/eine Steinart, ausgeschrieben von Silvio Baier und Bernd Schwarzkopf, hinzuweisen.

Konstruiere eine orthodoxe, legale Stellung, in der Weiß (am Zug) nur Mattzüge hat. Alle werden von A) demselben Stein, B) derselben Steinart ausgeführt. Der weiße König steht in der Diagrammstellung nicht im Schach. Umwandlungsfiguren sind a) nicht zulässig, b) zulässig. In jeder Untergruppe (Aa, Ab, Ba, Bb) wird je eine möglichst ökonomische Stelltung zu K, D, T, L, S, B gesucht. Bauernumwandlungen sind erlaubt, jede Umwandlung zählt.

Einsendungen bis zum 28. Februar 2014 möglichst per Mail an Silvio Baier (hilfsmatts(at)dieschwalbe.de); weitere Details finden sich im Artikel im Augustheft der Schwalbe, Seite 180f.