Retro der Woche 38/2013

Schon lange, bevor ich die Schwalbe-Sachbearbeitung für Retros übernommen hatte, habe ich dort immer wieder intensiv hingeschaut – besonders intensiv im Jahr 2002, da ich dort die Urdrucke richten durfte.

Eine der Aufgaben möchte ich euch heute vorstellen; sie hat für mich nicht unerwartet den Sprung ins FIDE-Album geschafft, und ich finde sie auch heute noch faszinierend.

Rustam Ubaidullajev
11587 Die Schwalbe 2002, 2. Preis
Beweispartie in 23 Zügen (14+16)

 

Dass die schwarzen Läufer so auffällig auf dem Brett stehen, ist kein Zufall: sie bilden die Hauptfiguren dieser Beweispartie.

Die beiden [wLc1] und [sLf8] kommen, so sollte man meinen, leicht aneinander vorbei: sLf8-g7-a1, dann wLc1-b2-g7-f8, und ähnlich kann sich auch die weiße Dame auf ihr Zielfeld schleichen. Aber ihr vermutet es sicherlich schon: Soo leicht ist die Sache nun auch nicht!

Und auch der [sLc8] scheint ja sehr einfach nach h1 gekommen zu sein: Irgendwann ist er auf die lange Diagonale marschiert, nachdem der weiße König g2 und f3 bereits wieder verlassen hatte?! Aber soo leicht ist auch diese Sache nicht!
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Retro der Woche 16/2013

Platzwechsel finde ich meist sehr attraktiv, besonders, wenn sie unauffällig sind. Springer und Türme beispielsweise können ihre Plätze tauschen, ohne dass man dies der Diagrammstellung unbedingt sofort ansieht.

Aber auch unterschiedliche Figuren können “unsichtbar” ihre Plätze tauschen — wenn sie dies gleich zwei Mal tun, also quasi zunächst “hin” und anschließend wieder “zurück”.

Die beiden Argentinier, die unsere heutige Aufgabe gebaut haben, haben sich mit dieser Art des Platzwechsels, mit diesem sehr anspruchsvollen Thema schon intensiv beschäftigt. Versucht doch einfach mal, anhand der Diagrammstellung zu tippen, welche zwei Steine ihre Plätze getauscht haben und welches Manöver dies erforderlich gemacht hat.

Jorge Lois & Roberto Osorio
Mat Plus 2009, 1. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 18,5 Zügen (14+14)

Irgendwie scheint sich ja etwas auf der langen Diagonale h1-a8 abzuspielen: Könnte das vielleicht mit den Platzwechseln zusammenhängen?

Aber betrachten wir doch zunächst einmal die Bauernstruktur, mögliche Bauernschläge: sichtbar ist nur g7xh6: wer könnte sich dort geopfert haben?
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