Hilmar Alquiros 11.4.1950 — 3.3.2026

Als ich heute Morgen in meine Mailbox schaute, sprang mir eine Nachricht wegen ihres Betreffs sofort ins Auge: schlicht „Hilmar Alquiros“. So etwas bedeutet selten Gutes, und so auch hier: Lilian, seine liebe Frau, teilte mir mit, dass Hilmar am 3. März verstorben sei. Ihr, seiner Familie und seinen Freunden gilt meine herzliche Anteilnahme.

2012 sind Hilmar und Lilian auf die Philippinen gezogen, wo er sich offensichtlich trotz seiner angeschlagenen Gesundheit pudelwohl fühlte, wo er weiterhin thematisch vielseitig schreibend aktiv blieb. Wir blieben in engem Mailaustausch, immer geprägt von Hilmars hintergründigem und subtilem Humor, zu einem unglaublich breiten Themenfeld von (natürlich) Schach — Hilmar war auch ein sehr starker Partiespieler — zu Literatur, Naturwissenschaft, Religion, Philosophie, …

Seine unzähligen Veröffentlichungen schachlicher und nicht-schachlicher Art hat er sorgsam dokumentiert und viele direkt im Internet zugänglich gemacht. Ich kann euch nur empfehlen, auf seiner Website zu stöbern — und ich muss euch gleichzeitig davor warnen: Ich kenne nur wenige Seiten, auf denen ich immer wieder in die Gefahr laufe, komplett Zeit, Raum, Essen und Schlafen zu vergessen.

Zu Hilmars problemschachlichen Schwerpunkten verweise ich einfach auf meine Beiträge zu seinem 70. bzw. 75. Geburtstag.

„Über den Zaun“ blickend möchte ich euch einen humorvollen Vierzüger vorstellen, den Hilmar im Alter von 25 Jahren veröffentlicht hat. Wie immer gibt es die Lösung hier in einer Woche.

Hilmar Ebert
Welt am Sonntag 7.12.1975
#4 (2+4)

Aus dem Internet

Traditionell gibt es “zwischen den Jahren” (ein, wie ich finde, ziemlich blöder Begriff, denn eigentlich liegt dazwischen ja nicht mal eine Nanosekunde…) auf der englischen Seite von Chessbase wieder “Christmas Puzzles”. Los ging es am 25. Dezember mit einem Problem, das ihr sicher alle kennt — aber vielleicht die Variationen dazu nicht?

Schaut einfach auf die Startseite, dort sind die einzelnen Puzzles verlinkt.

Von Werner Keym stammt auch noch ein weiterer Lese-Hinweis (auch herzlichen Dank dafür, Werner!) auf einen Adventskalender der besonderen Art, der aber auch im Nachhinein noch zum intensiven Schmökern einlädt: Vom größten norwegischen Schachclub wurde jeden Tag ein Türchen präsentiert — denen nachzuspüren bietet großes Vergnügen, auch wenn es für Gewinnmöglichkeiten (ein von Gründer und Vorsitzendem Magnus Carlsen signiertes Schachbrett) langsam zeitlich recht eng wird …

Viel Spaß dabei!

Dittmann-Buch

Nachtrag 29.11.25 20:00: Das Buch ist verkauft!

Aus den tiefsten Tiefen des Nachlasses von bernd ellinghoven ist noch ein Exemplar des heute bereits legendären Der Blick zurück von Wolfgang Dittmann aufgetaucht: Band 11 der EDITION feenschach-phénix, 2006, über 500 Seiten, davon etwa 200 Seiten Einführung in die Retroanalyse, etwa 300 Seiten Auswahl eigener Ausgaben.

Bevor dieser eigentlich längst vergriffene Band wieder auf der feenschach-Bücherliste auftaucht, soll er hier zunächst euch Retrofreunden exklusiv angeboten werden. Preis unverändert 40,–€ plus Versandkosten.

Wer Interesse daran hat, schicke mir eine E-Mail (t.brand(at)gmx.net) — “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” oder, um es negativ auszudrücken “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”. Also: Die erste Mail gewinnt; ich gebe sie dann an Hans Gruber weiter, der leitet Rechnungsstellung und Versand in die Wege.

Retro der Woche 41/2025

An diesem Wochenende findet in Leimen das Jahrestreffen der Schwalbe statt — und was passt da heute besser als ein Retro zweier wichtiger Gründungsmitglieder dieser Organisation?

Anton Trilling war der Essener Initiator (angeregt von Wilhelm Maßmann in Kiel) der Schwalbe-Gründung im Jahr 1924 und ihr erster Vorsitzender, Hugo August mit damals 21 Jahren jüngstes Gründungsmitglied; gerade er hat sich als hervorragender Retro-Komponist profiliert.

Hugo August & Anton Trilling
Die Schwalbe 1940, 33. Thematurnier
Die letzten 15 Züge waren Schachzüge! (11+14)

 

In dem immer noch lesenswerten Artikel „Höchstleistungen und Themen in exakten Rückzügern“ hatte Luigi Ceriani im Juniheft 1939 der Schwalbe (Seite 513–516) 13 Aufgaben mit aktuellen Längenrekorden vorgestellt, in denen also die letzten Züge vor Erreichung der Diagrammstellung eindeutig bestimmbar sein mussten. Hierzu schrieb er das 33. Thematurnier aus, in dem Überbietungen der im Aufsatz angegebenen Rekorde gefordert waren.

In diesem Aufsatz hatte Ceriani „unser“ Thema mit 10 Zügen dargestellt; er vermutete, dass 11 oder 12 gingen — mit 15 hatte er nicht gerechnet, wie er im Preisbericht im Februarheft 1940 der Schwalbe (Seite 513–516) bekannte.

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FIDE-Album 2022-2024

Langsam wird es Zeit: Einsendeschluss der Aufgaben für das FIDE Album 2022-2024 ist der 1. September, das ist schon in etwa drei Wochen!

Wer seine Aufgaben, speziell seine Retros, noch nicht eingesendet hat, sollte dies möglichst schnell erledigen: Sendet dazu eure Retros an den Direktor Silvio Baier, Mail-Adresse: silvio.baier(at)gmx.de — und eure Aufgaben für die anderen Gruppen natürlich an die dortigen Direktoren. Und die Regeln für die Einsendung solltet ihr im Zweifel noch einmal nachschlagen.

Ihr könnt das Thema dann für euch abhaken — und ihr helft gleichzeitig dem Direktor und den Richtern, möglichst zügig mit der Auswahl der Aufgaben beginnen zu können! Und das wiederum beschleunigt die Album-Produktion …

FIDE Album 2019—2021

Schwere Literatur ist das, was vorgestern bei mir angekommen ist: Das neue FIDE -Album für die Jahre 2019 bis 2021 bringt 1.628 Gramm auf meine Küchenwaage — Vorsicht also, wer im Bett darin lesen/lösen möchte, dass es einem nicht auf die Nase fällt!

Das Album enthält auf 819 Seiten insgesamt 1840 Aufgaben, davon (nur) 77 Retros, die aus 9540 (bei den Retros: 376) Einsendungen ausgewählt wurden. In allen Alben seit 1914 sind damit 29354 Stücke erschienen, dabei führen immer noch die Zweizüger (5864). Drei der Retros wurden hier im Blog urgedruckt!

Die umfangreichsten Abteilungen in der neuen Ausgabe sind Fairies, Hilfsmatts und Selbstmatts mit 383, 362 bzw. 270 Aufgaben, die mit Abstand meisten Einsendungen (2447) kamen für die Hilfsmatts.

Ich kann das neue Album nur wieder empfehlen: Nirgendwo gibt es solch eine breite Wiedergabe guter Aufgaben wie hier. Dafür ist allen an der Auswahl und Erstellung Beteiligten herzlich zu danken. Bei den Retros waren dies Direktor Vlaicu Crisan, die Richter Dmitry Baibikov, Silvio Baier und der zwischenzeitlich verstorbene Henrik Juel; den Index hat wieder Thierry Le Gleuher erstellt.

Natürlich werde ich hier noch auf die eine oder andere Aufgabe zurückkommen, aber persönlich freue ich mich schon besonders auf das Schmökern in der Studien-Abteilung …

Loveday zum letzten?

Nachdem vor etwa anderthalb Jahren einige Beiträge von Ralf Binnewirtz zur Veröffentlichungsgeschichte des berühmten Indischen Problems für Aufsehen und Verwirrung gesorgt hatten, da schon vor 180 Jahren auf angegebene Datumsinformationen nicht unbedingt Verlass sein konnte, hat er sich des Themas noch einmal angenommen und auf der Geschichte-Seite einen (nun vielleicht endgültigen) Nach-Nachtrag veröffentlicht.

Für die Schachhistoriker sicherlich “Pflichtlektüre”.

FIDE Album 2022-2024

Nun geht es Schlag auf Schlag: Heute ist die Ausschreibung fürs FIDE Album 2022-2024 veröffentlicht worden. Einsendeschluss ist der 1. September 2025.

Mit diesem Album gibt es wieder einige Änderungen an den Randbedingungen, da facto haben wir nun zwölf Abteilungen. Dadurch sind die Retros aber dennoch weiterhin Abteilung H, aber die Abteilungen E (Hilfsmatts) und G (Märchenschach) sind in jeweils drei Unterabteilungen gegliedert.

Schaut euch die Ausschreibungsbedingungen genau an, bevor ihr eure Einsendungen vorbereitet; es gibt viel zu beachten!

Retros müssen an den Direktor Silvio Baier (silvio.baier@gmx.de) geschickt werden; Richter sind Andrij Frolkin (Reserve: Kostas Prentos), Thierry le Gleuher und Reto Aschwanden für Beweispartien sowie Andrew Buchanan für andere Retros.