Neues FEE=NIX Buch

Als 13. Band (nein, das ist keine Unglückszahl!) in der FEE=NIX Reihe, von bernd ellinghoven zusammen mit dem viel zu früh verstorbenen Denis Blondel gegründet, ist nun Subtleties on 64 Squares — Some Chess Problems von René J. Millour erschienen.

Ich hatte bereits das Vergnügen, das Manuskript zu sehen, und ich kann euch versichern, dass es unglaublich vielseitige, interessante, spannende, exotische, tiefe, faszinierende Aufgaben enthält — auch und gerade aus dem Bereich der (Märchen-) Retroanalyse.

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist das Buch in Englisch erschienen; kein Grund, sich davon abschrecken zu lassen! Im Gegenteil: Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der ein breites Interesse an Schachproblemen hat, der auch neugierig ist, eventuell ihm neue Märchenschach-Arten zu entdecken und näher kennen zu lernen: Viele anregende, spannende, unterhaltsame Stunden sind garantiert.

Das Buch könnt ihr direkt bei bernd ellinghoven (be.fee(at)t-online.de) zum Preis von 45 EUR einschließlich Porto bestellen.

Retro der Woche 33/2015

Vielleicht reizt das heiße Wetter ja dazu, nicht allzu hart zu lösen, sondern einmal etwas Anderes im weiten Retro-Land zu genießen?

Aus dem Preisbericht, der schon letzte Woche diese Rubrik gefüttert hatte, habe ich heute den dritten Preis ausgesucht: Er zeigt eine Beweispartie mit der Bedingung „Duellantenschach“. Die ist sehr einfach erklärt: Beide Parteien müssen, so weit es nach den orthodoxen Schachregeln möglich ist, mit dem Stein ziehen, der bereits den letzten Zug vollführt hat.

Ein Beispiel: Nach 1.e4 e6 hat Weiß keine Auswahl, sondern muss 2.e5 ziehen; Schwarz kann nicht mehr mit seinem e-Bauern ziehen, muss nun also einen neuen „Duellanten“ aussuchen und beispielsweise 2.– d5 spielen, wonach der nächste weiße Zug schon wieder feststeht: 3.exd6ep. Spielt Schwarz nun beispielsweise 3.–a6, so muss Weiß wieder mit seinem ehemaligen e-Bauern ziehen: 4.d7+. Das wiederum kann [Ba6] nicht parieren, also wechselt Schwarz wieder den Duellanten, z.B. 4.–Dxd7. Nun erst kann Weiß einen neuen Stein zum Ziehen aussuchen, und Schwarz muss mit seiner Dame weiter ziehen.

Paul Raican, Vlaicu Crisan & Ion Murarasu
Die Schwalbe 2009, 3. Preis
Beweispartie in 34 Zügen, Duellantenschach (15+12)

 

Damit haben wir gesehen: Ein ziehender Stein kann abgelöst werden durch Blockade, durch Schlag, durch ein Schachgebot, das er nicht parieren kann. Dazu kommt noch die Fesselung als Ablösegrund.

Also erfolgen im Duellantenschach ausschließlich orthodox-legale Züge (wie etwa auch bei der Längstzüger-Bedingung), die Bedingung schränkt also „nur“ die legalen Zugmöglichkeiten ein.

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Ergebnisse des 39. WCSC

Bei der Problemschach-Löseweltmeisterschaft, die am Dienstag und Mittwoch in Ostroda ausgetragen wurde, konnte sich wieder einmal das polnische Team klar durchsetzen; auf den Plätzen zwei bis vier folgten Großbritannien, Serbien und Deutschland.

Bemerkenswerte Ergebnisse gab es bei den Einzel-Resultaten: Hinter dem Einzel-Weltmeister Kacper Piorun aus Polen belegte „Senior“ John Nunn (er war im April 60 geworden) nur ganz knapp geschlagen den zweiten Platz deutlich vor Jorma Paavilainen aus Finnalnd und dem Rating-Führenden Piotr Murdzia (Polen).

Erfreulich gleichmäßig und gut waren die Ergebnisse der deutschen Löser: Arno Zude 11., Ronald Schäfer (Individuallöser) und Boris Tummes beide auf Platz 15 direkt vor Michael Pfannkuche.

Die genauen Ergebnisse könnt ihr auf der WCCC-Seite anschauen.

Für zwischendurch (2)

Vielleicht hat es ja jemand geahnt, als ich einen Beitrag unter ähnlichem Titel kategorisiert hatte: „Für zwischendurch“ soll eine zweite, unregelmäßig erscheinende Rubrik hier im Blog werden mit kleinen Stücken, die vielleicht ohne Brett und relativ schnell gelöst werden können, eben „zwischendurch“. Aber gewissen Pfiff sollen sie immer haben.

Und den hat auch unser zweites Stück dieser Rubrik. Der Autor ist besonders durch eine andere „Kleinigkeit“, den nun schon berühmten Beweispartie-Zweisteiner bekannt, die aber garantiert nicht zwischendurch gelöst werden kann. Diese heutige Aufgabe hingegen macht Spaß zu lösen und ist sicher wieder einmal ein tolles Werbestück für Beweispartien im Schachclub.

François Labelle
Retro Championnat de France, RIFACE 2013
Beweispartie in 5,0 Zügen, 2 Lösungen (14+15)

 

Die Lösung wird natürlich nicht verraten, aber ich finde, diese Kleinigkeit bietet „sehr viel Inhalt fürs Geld“.

Wenn ihr Vorschläge für die neue Rubrik habt, freue ich mich natürlich über eure Anregungen!

Retro der Woche 32/2015

Am Freitag habe ich erfahren, dass nun das FIDE-Album 2007-2009 endgültig erschienen ist; mir selbst liegt es allerdings noch nicht vor.

Daher weiß ich auch nicht, ob die Aufgabe, die ich für heute ausgesucht habe, dort enthalten ist — es würde mich aber wundern, wenn nicht!

Nicolas Dupont
Die Schwalbe 2009, 4. Preis
Beweispartie in 27 Zügen (15+11)

 

Bei Schwarz fehlen in seiner Homebase-Stellung genau fünf Bauern, von denen wegen er weißen Bauernstruktur nur der [Bg7] auf seiner Linie geschlagen worden sein kann. Die weißen Schläge sind offensichtlich axb, cxb, exf, gxf und hxg. Damit mussten sich außer dem [Bg7] alle anderen vier fehlenden schwarzen Bauern umwandeln, um entweder als Umwandlungssteine zu sterben oder geschlagene Originalsteine im Diagramm zu ersetzen.

Mit diesen Schlag-Überlegungen wissen wir auch bereits, dass nur [Bd2] bei Weiß fehlt.

Betrachten wir nun die sichtbaren Züge:

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Schwalbe-Augustheft

Erster August — und just an diesem Tag hatte ich eben das August-Heft der Schwalbe im Briefkasten!

Neben den zehn Retro-Urdrucken, die zum Lösen (und Kommentieren!!) einladen sollen, gibt es wie immer jede Menge interessanten Lesestoff rund um unuser Lieblingshobby „Problemschach“: speziell zu Dreizügern und Selbstmatts, darüber hinaus überaus interessante Artikel von Jürgen Tschöpe über „Märchenschach“ im Mittelalter und von Michael Schlosser „Zur Ästhetik von Schachstellungen“.

Das Wochenende ist also gerettet!

Grüße nach Ostroda

Heute beginnt im polnischen Ostroda der 58. World Congress of Chess Composition (WCCC); innerhalb seines Programms wird auch die 39. World Chess Solving Championship (WCSC) ausgetragen.

Die über 200 Teilnehmer werden sicherlich regelmäßig auf die Homepage des Kongresses schauen, da dort u.a. das genaue Programm vorgestellt wird, aber auch für die „daheim gebliebenen“ lohnt wieder ein Blick dorthin: Es werden dort auch die verschiedensten Kompositionsturniere ausgeschrieben, von denen einige auch für Komponisten offen sind, die nicht am Kongress teilnehmen.

Allen Teilnehmern wünsche ich eine interessante Woche in Ostroda. Über Ergebnisse des Kongresses (Löseweltmeisterschaft, wichtige Beschlüsse etc.) werde ich hier selbstverständlich berichten.