Alben

Das Pfingst-Wochenende habe ich genutzt, um die Bewertung der eingereichten Aufgaben für das FIDE-Album 2010-2012 fertig zu stellen. Genau 400 Aufgaben gab es da zu bewerten.

Es hat nicht nur viel Freude gemacht, sich mit so vielen überwiegend guten bis hervorragenden Retros intensiv zu beschäftigen. Besonders schön ist es natürlich, dadurch auch viele Aufgaben aus Quellen zu sehen, zu denen ich normalerweise keinen direkten Zugang habe.

Die Arbeit werde ich auch für diesen Blog nutzen können: Ich komme sicherlich noch auf die eine oder andere Aufgabe aus den Einsendungen, unabhängig von meiner „Bepunktung“, zum Beispiel bei den Retros der Woche zurück.

Als ich die FIDE-Album Bewertung abgeschlossen hatte, konnte ich mich auch sofort den Aufgaben für das Ukraine-Album 2010-2012 widmen: Das war nicht allzu viel Arbeit, da ich die meisten Aufgaben bereits für das FIDE-Album bewertet hatte und nur recht wenige, davon leider einige defekte, hinzu gekommen waren.

Nun bin ich auf die Bewertung meiner Richter-Kollegen (Henrik Juel für beide Alben, Satoshi Hashimoto nur für das FIDE-Album) gespannt, darauf, welche Stücke den Weg in die Alben finden werden.

Retro der Woche 24/2014

In meinem kurzen Andernach-Bericht hatte ich auch die beiden neuen feenschach-Hefte erwähnt sowie den Artikel von Nicolas Dupont. Darin schreibt er über 57 Task-Darstellungen, die er sich wünscht, die aber noch nicht realisiert sind und zeigt dabei 62 Beweispartien, die „knapp dran“ sind.

Eines dieser Stücke, schon ein älteres, möchte ich euch heute zeigen.

Andrej Frolkin
Die Schwalbe 1990
Beweispartie in 19 Zügen (14+15)

 

Wenn man sich anschaut, wie und wo die Umwandlungstürme entstanden sind, ist die Lösung sicherlich gar nicht mehr so schwer.

Zunächst einmal stellen wir fest, dass die beiden c-Bauern die einzigen Bauern sind, die im Diagramm fehlen; sie also müssen umgewandelt haben. Das können sie wegen der eingemauerten Damenläufern aber nicht auf ihrer Reihe. Wo sonst?

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Frühstückspausen-Lösung

Hier nun rasch die Lösung der kleinen Beweispartie vom letzten Dienstag:

1.g4 Sc6 2.Lg2 Se5 3.Lc6 dxc6 4.g5 Dxd2+ 5.Sxd2 Ld7 6.g6 OOO 7.gxf7 Le8 8.fxe8=T Kd7 9.Txf8 Ta8 10.Te8 Kxe8.

Viel Thematik, wie ich finde: Bei Schwarz eine Anti-Rochade, also Rücknahme der Rochade in die Ausgangsstellung des Königs und des Turms, um Weiß eine Donati-Umwandlung (der umgewandelte Stein kehrt auf sein Umwandlungsfeld zurück) zu ermöglichen, wobei der Umwandlungsstein just dort geschlagen wird: Das geht natürlich nur mit einem Offizier, also gleichzeitig Prentos-Thema. All das ist nur notwendig, um den sLf8 verschwinden zu lassen.

Klasse und elegant!

Für die Frühstückspause

In Andernach habe ich mit Hans Gruber – er ist in dem Turnier Preisrichter – einige Retros aus dem 2011er Jahrgang von Phénix angeschaut.

Eines der Stücke möchte ich euch zum Lösen für die Frühstückspause empfehlen:

 

Michel Caillaud
Phénix 5-6 2011
Beweispartie in 10 Zügen (13+12)

 

Ich finde, eine Menge Inhalt für die doch recht kurze Lösung – und wenn man sich überlegt hat, wie der [sLf8] verschwinden konnte, auch nicht soo schrecklich schwer zu lösen? Lasst also zunächst einmal den Computer ausgeschaltet…

Andernach-Treffen beendet

Allzu schnell sind die Tage des Problemschachtreffens in Andernach wieder vergangen; ein paar Informationen von dort möchte ich mit euch teilen.

Das Treffen war hervorragend besucht (weit mehr als 50 Teilnehmer u.a. aus Finnland, Schweden, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Italien) und ging mal wieder viel zu schnell vorbei.

Schon am Donnerstag wurden die beiden neuen feenschach-Hefte 206 und 207 verteilt, die in den kommenden Tagen an die nicht-Andernach-Besucher verschickt werden. In den Heften findet sich wieder jede Menge interessanter Lesestoff für Retro-Freunde, z.B. ein wie ich finde fantastischer, 20-seitiger Aufsatz von Nikolas Dupont: A compilation of some fascinating open problems in the Proof Game genre.

Das Lösungsturnier am Freitag gewann überlegen Michel Caillaud vor Hemmo Axt, der wieder mit Vorsprung vor den knapp beieinander liegenden Norbert Geissler, Thomas Maeder und Wilfried Neef vor den restlichen Teilnehmern.

Es bleibt zu hoffen, dass das Andernach-Treffen auch im kommenden Jahr wieder stattfinden kann: Im Juni wechseln die Eigentümer des Kolpinghauses, aber Zdravko Maslar und bernd ellinghoven werden bald mit den neuen Eigentümern deswegen Kontakt aufnehmen. Daumen drücken…

Retro der Woche 23/2014

Eine im ersten Moment ulkig erscheinende Frage findet sich unter dem heutigen Retro der Woche: „Natürlich steht der schwarze König im Matt, denn der weiße Turm bietet ihm Schach, und dem Schachgebot kann er nicht ausweichen – also Matt.“ Und damit ist die Aufgabe gelöst?

Nein, natürlich nicht – es gilt herauszufinden, ob die Stellung legal ist, ob das Diagramm also ein partiemögliches Matt zeigt.

 

Andrej Kornilow
Uralski Problemist 2004, 1. Preis
Matt? (13+11)

 

Und diese Frage beantwortet sich nicht ganz von selbst, denn der Retroknoten im Nordosten scheint nicht so leicht aufzulösen zu sein: Innerhalb des Knotens sind nur zwei Steine direkt (retro-)beweglich, nämlich der schwarze König und die weiße Dame. Aber das hilft noch nicht weiter, da nach einer Rücknahme eines Königszuges Weiß das Schach nicht aufheben könnte, und eine Zugrücknahme der weißen Dame führte zu einem illegalen Retro-Schach.

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