Mansube bei der WM

In der letzten Nacht ist die Partieschach-Weltmeisterschaft in der „Verlängerung“ (vier Schnellpartien) entschieden worden, nachdem es zwischen Magnus Carlsen und Sergej Karjakin sozusagen nach 90 Minuten (12 Partien) 6:6 gestanden hatte. Nach drei der Schnellpartien führte Carlsen mit 2:1, ihm reichte also eigentlich ein Remis zur Titelverteidigung. Der Schluss der vierten Schnellpartie war allerdings spektakulär — er erinnert mich an mittelalterliche Mansuben.

Magnus Carlsen — Sergej Karjakin
WM 2016, 4. Schnellpartie
Nach dem 48. Zug von Schwarz. (8+8)

 

Schwarz droht einfach Dg2#, und Weiß entschließt sich zu einem „Racheschach“, nach dem aber [Tc1] auf der ersten Reihe zur Verteidigung fehlen wird, da nun auch z.B. Ta1+ droht?! Nein, das ist alles präzise berechnet.

49.Tc8+ Nun ist die „beste“ Verteidigung, die noch am längsten aushält, 49.– Lf8, weiter dann 50.Txf8+ Kxf8 51.Txf7+ Ke8 (51.– Kg8 52.Tf8+ Kh7 53.Df5+) 52.Tf8+ Kd7 53.Df7+ Kc6 54.Tc8+ Kb5 55.Dc4+ Ka5 56.Ta8# — das schaut wie eine klassische Mansube aus. Aber Schwarz ließ ein noch spektakuläreres Ende zu: 49.– Kh7 50.Dh6+!!, und Schwarz wird im nächsten Zug matt: 50.–Kxh6/gxh6 51.Th8/Txf7#.

Hat es ein solch „problemschachliches Ende“ eines Weltmeisterschaftskampfes schon einmal gegeben?