Geburtstage

Der 28. November ist ein bedeutender Geburts-Tag für das Problemschach: Nicht nur feiert heute Hans Peter Rehm, einer der bedeutendsten Problemkomponisten und -autoren der letzten 50 Jahre, seinen Jubeltag — von hier aus ganz herzliche Glückwünsche ins Badische, lieber Pit — sondern heute jährt sich auch der Geburtstag von Thomas Rayner Dawson (28.11.1889–16.12.1951).

Er war nicht nur ein extrem produktiver Märchenschächer und vielseitiger Publizist, sondern auch einer derjenigen, die die Retroanalyse zum Beginn des vorigen Jahrhunderts vorangebracht haben, sie in der Problemschachwelt etabliert haben.

Von ihm möchte ich heute eine recht einfache Aufgabe vorstellen, die mir aber immer im Gedächtnis bleiben wird, da sie wohl die erste Retro-Aufgabe war, die ich 1981 selbst gelöst hatte: Ich könnt euch kaum vorstellen, wie stolz ich damals war! 🙂

Thomas Rayner Dawson
Falkirk Herald 1914
Matt in 2 Zügen (11+6)

 

Dass Schwarz zuletzt einen Bauerndoppelschritt gespielt haben muss, habe auch ich damals fix gesehen, nachdem ich erst überhaupt keine Lösung gefunden hatte. Also kann man einen e.p.-Schlag versuchen — aber haben wir dann nicht zwei Lösungen? Das hat dann eine Weile gedauert, bis bei mir der Groschen fiel, warum nur einer der beiden scheinbar möglichen e.p.-Schläge löst.

Übrigens gehe ich auf TRD in einem Aufsatz, der im Dezemberheft der Schwalbe erscheinen wird, noch näher ein.

2014

Allen Retrofreunden wünsche ich
ein gutes neues Jahr 2014!

Ich möchte das neue Jahr beginnen mit wohl dem ersten Retro, das ich selbst gelöst habe: Es wird nun 100 Jahre alt und passt daher gut zum heutigen Neujahrs-Tag.

Thomas R. Dawson
Falkirk Herald, 17.6.1914
Matt in 2 Zügen (11+6)

 

Das fand ich als Nachdruck irgendwann in den frühen achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der „Heißener Schachpost“, eigentlich einer Vereinszeitung, die aber einen großen monatlichen Problemteil mit Lösewettbewerb hatte, den der später tragisch verunglückte Hans-Christoph Krumm liebevoll leitete.

Dort reizte mich dieses Stück auch, und längeres Probieren ließ mich keinen Schlüssel finden — bis ich dann auf die Idee kam, dass Schwarz ja einen letzten Zug gemacht haben muss. Und das kann nur c7-c5 oder e7-e5 gewesen sein. Also ein e.p.-Schlag, anschließend setzt dieser Schläger banal matt. Aber dann gibt es doch zwei Lösungen, dann ist dieses alte Stück also kaputt?? Und wofür sollen diese ganzen unnützen Bauern auf der 2. bis 4. Reihe gut sein, die ändern doch nichts?

Dann habe ich mir mal angeschaut, wie denn die weißen Bauern in ihre Positionen kommen konnten und festgestellt, dass Weiß zehn Bauernschläge vorgenommen hat. Also alle fehlenden schwarzen Steine sind durch die weißen Bauern gestorben. Das ist ja auch ganz interessant, aber was hilft das?

Eine Menge, wie mir plötzlich auffiel: Dann sind ja auch die beiden schwarzen Läufer von den Bauern geschlagen worden, also auch der schwarzfeldrige von f8. Damit muss der gezogen haben, und deshalb kann e7-e5 nicht der letzte schwarze Zug gewesen sein!

Also war das c7-c5, der Schlüssel ist also b5xc6 e.p., der andere scheinbar mögliche en-passant Schlüssel also eine, wie ich damals fand, trickreiche Verführung!

Nun versteht ihr vielleicht, weshalb ich immer schmunzeln muss, wenn ich diese Aufgabe sehe?