Schnell rochieren!

Im monatlich erscheinenden offiziellen „Verkündigungsorgan“ (so heißt das wirklich!) des Schachverbandes Württemberg redigiert Wolfgang Erben monatlich eine Problemschach-Rubrik, die sich natürlich hauptsächlich an Partie-Spieler wendet. Die verschont er aber nicht vor Märchenschach, gelegentlich Retros — und jährlich gibt es ein interessantes Konstruktionsturnier.

Dieses Jahr gilt es eine Partie zu konstruieren, in der so schnell wie möglich rochiert wird. So einfach ist’s natürlich nicht; es wird unter der Bedingung „Alphabetschach“ gespielt, bei der jeweils der Stein ziehen muss, der „im Alphabet ganz vorn steht“. Weiß muss also eine Partie mit 1.a3 oder 1.a4 eröffnen.

Die genauen Regeln für den Wettbewerb (1. Preis 100,– EUR; Einsendungen an wolfgang.erben(at)svw.info bis zum 30.11.2014) findet ihr in der Maiausgabe (auf der Seite rechts das Mai-Heft wählen) auf den Seiten 9-10.

Viel Spaß und Erfolg!

Messigny

An diesem Wochenende findet das traditionelle Treffen der französischen Schachfreunde in Messigny statt, und dort darf natürlich auch ein Retro-Kompositionsturnier nicht fehlen: Gefordert sind Retros mit der Shrink Chess Bedingung: Eine leere Linie oder Reihe am Rand des Schachbretts verschwindet.

Eine genauere Erklärung und ein Beispiel könnt ihr u.a. auf Julias Seite finden. Ihr dürft euch auch beteiligen, wenn ihr nicht beim Treffen zugegen seid; Einsendungen dann per Mail an riface.2014(at)gmail.com. Einsendeschluss ist der 10. Mai 2014 um 18:00 Uhr.

In drei Wochen

In drei Wochen sehen wir uns sicherlich, hoffentlich in Andernach?

Ein wenig will ich die Vorfreude auf das Treffen steigern, indem ich an die Märchenschach-Erfindung des letzten Jahres in Andernach erinnere: Wurmlöcher.

Wenn ein Stein ein Feld mit Wurmloch betritt, so verschwindet er dort und taucht als Teil des Zuges an einem anderen Wurmloch-Feld wieder auf; die genaue Definition findet ihr auch hier im Blog. Damit lassen sich, wie schon in Andernach 2013 gezeigt, auch interessante Retros bauen. Heute möchte ich allerdings eins vorführen, das beim Jahrestreffen 2014 der britischen Schachfreunde entstand:

Marco Bonavogla
Newcastle Wurmloch-Turnier 2014, Lob
Kürzeste Beweispartie (15+14), Wurmlöcher b4,b5

 

Mit den Wurmlöchern auf b4 und b5 geht dies bereits in vier Zügen: 1.e4 e5 2.La6 Lb4>b5 3.Lxb7 La6 4.Lxc8 Lxc8. Ein witziges kleines Demostück.

Wer sich noch für Andernach (wie immer Himmelfahrt-Wochenende, also heuer vom 29. Mai bis zum 1. Juni) anmelden möchte, kann dies direkt bei Zdravko Maslar machen — ich unterstütze bei Bedarf gern.

Retro der Woche 19/2014

Ich hatte kürzlich auf die Online-Verfügbarkeit aller Ausgaben von Thema Danicum hingewiesen und erwähnt, dass dort auch Retros zu finden sind. Hervorragende sogar, wie man an der heutigen Aufgabe sehen kann, die ich dem Preisbericht aus dem allerletzten TD-Heft entnommen habe. Dabei ist anzumerken, dass Retros hier stets zusammen mit den Märchenaufgaben bewertet wurden.

Umso überraschender erscheint dann der erste Preis gegen starke Märchen-Konkurrenz –- vielleicht aber doch nicht so überraschend, wenn man das Thema der Beweispartie und den Preisrichter kennt…

Gianni Donati
Thema Danicum 2006 (für LM), 1. Preis
Beweispartie in 24 Zügen (12+16)

 

Schauen wir uns die schwarze Bauernstruktur an, so sehen wir sofort zwei Schläge (exdxc), ferner muss [wBb2] auf der b-Linie geschlagen worden sein. Wenn wir nun schwarze Züge zählen, so kommen wir bereits auf 24 (3+2+3+5+4+7); dabei müssen wir berücksichtigen, dass sTh3 drei Züge von h8 brauchte; Kreuzschläge auf der g- und h-Linie scheiden wegen des nur noch einen fehlenden weißen Steins aus.

Ebenso stellen wir fest, dass [wBb2] zu Hause geschlagen wurde, da bei den minimalen schwarzen Zugwegen nur sLb2 die b-Linie betreten haben konnte.

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Deutsche Lösemeisterschaft

Die 38. deutsche Meisterschaft im Problemlösen fand am letzten Wochenende (26. und 27. April) in Illertissen (Bayerisch-Schwaben, Landkreis Neu-Ulm) statt. Überlegener Sieger mit einen Bobby-Fischer-Ergebnis (90 von 90 möglichen Punkten) wurde Arno Zude vor den beiden anderen teilnehmenden Löse-Großmeistern Dolf Wissmann und Boris Tummes, die nur durch einen halben Punkt getrennt waren. Über Platz vier und fünf, wieder mit deutlichem Abstand, entschied nur die Lösezeit zu Gunsten von Ronald Schäfer vor Andreas Rein, und nur einen weiteren halben Punkt zurück kam Hemmo Axt vor weiteren 15 Teilnehmern ins Ziel.

Die genauen Ergebnisse hat mir Turnierleiter Axel Steinbrink zur Verfügung gestellt; ebenso die zu lösenden Aufgaben — ganz herzlichen Dank dafür. Auch wenn keine Retros dabei sind: vielleicht habt ihr Lust, euch indirekt mit den Teilnehmern zu messen? Jedenfalls könnt ihr alle in Illertissen zu lösenden Aufgaben hier herunterladen: ohne Lösungen und dann auch mit Lösungen (und Quellen).

Thema Danicum

In den 32 Jahren von 1976 bis 2007 ist die dänische Problemschachzeitschrift Thema Danicum 128 mal erschienen — alle Ausgaben stehen nun ebenso wie die Inhaltsverzeichnisse der 16 Bände als pdf-Dateien auf der Seite der Dänischen Schachproblemvereinigung zum Anschauen im Netz, aber auch zum Download zur Verfügung.

Besonders schön: Die Dateien sind, obgleich eingescannt, komplett durchsuchbar; ihr könnt also die „Suchen“-Funktion des pdf-Betrachters eures Vertrauens nutzen.

Auch Retro-Freunde finden dort interessanten Lesestoff; ich wünsche euch viel Vergnügen damit.