Retro der woche 46/2026

n dieser Woche kam die Oktober-DezemberAusgabe 2026 von Probleemblad, und dieses Heft enthält den Retro-Preisbericht für die Jahre 2013-2014. Das war für mich Grund genug, meine Pläne für dieses und das nächste Retro der Woche zu ändern und zunächst auf diesen Bericht von Michel Caillaud einzugehen.

Bei Michel als Richter muss man nicht die sSorge haben, dass eine Teildisziplin der Retros besonders bevorzugt oder zurückgestellt wird, kennt er sich doch überall auf dem Gebiet hervorragend aus, hat schon auf allen Gebieten großartige Aufgaben gebaut.

Und so finden sich auf den ersten drei Plätzen eine Beweispartie, eine friedlicher Retraktor und eine klassische Auflöse-Aufgabe. Beginnen wollte ich heute mit der Aufgabe, die Michel auf den ersten Platz gesetzt hat — aber die habe ich euch schon gezeigt: Retro der Woche 24/2015! Allerdings musste die damals veröffentlichte Stellung, die erst viel später vom Computer prüfbar war, wegen eines versteckten Cooks noch verbessert werden: durch Versetzung des wLa3 nach b2 — und das ist nun ok, die Lösung ist bis auf den 25. weißen Zug unverändert.

Gianni Donati
Probleemblad 2013-2014, Don Meinking zum Gedenken, 1. ehrende Erwähnung
Beweispartie in 18.5 Zügen (13+14)

 

Zu der Aufgabe von Gianni Donati will ich gar nicht viel sagen, die solltet ihr unbedingt versuchen, selbst zu lösen, denn dort passieren eine Menge ungewöhnlicher und überraschender Dinge.

Und so will ich nur ein paar Punkte ansprechen, mit denen ihr euch dann beschäftigen werdet:

Bei Schwarz sind nur fünf Züge sichtbar — wie hat der Schwarze sich die Zeit bei den restlichen 13 Zügen vertrieben? Soo schwer kann es doch nicht sein, den fehlenden Springer loszuwerden, der nicht einmal ziehen musste?!

Bleibt also nur die Dame: Und die sollte es doch schaffen, die fehlenden drei Steine des Weißen zu entsorgen und sich dann heldenhaft auf f3 (wo sonst?) zu opfern?!

Wenn ich das aber so schreibe, ahnt ihr sicherlich, dass es ganz so einfach doch nicht sein kann, dass dann Michel vielleicht keine so hohe Auszeichnung für dieses Stück vergeben hätte?

Und vielleicht gibt es ja doch etwas raffinierteres (Tempo-) Spiel bei den so vielen schwarzen Zügen? Ihr werdet sehen …

Lösung


Ganz schön tricky, stimmt ihr mir da zu? Und stimmt ihr auch dem Preisrichter zu, der schrieb: „A complex whole: tempo with switchback, sibling, tempo kept in reserve for the black Queen.“

Mir hat die Aufgabe jedenfalls viel Spaß bereitet — ich hoffe, euch auch?

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