Retro der Woche 10/2026

Heute will ich einmal aus der feenschach-Redaktion spoilern: Neben dem regulären Heft steht ein zweites kurz vor der Fertigstellung, in dem die Berichterstattung von Hans Gruber über Retroturniere aufgearbeitet wird: Da hatte sich so viel Material angesammelt, dass das für mehr als ein ganzes Heft reicht.

Für uns Retrofreunde wird das Heft sicherlich ein absolutes Highlight mit ausgezeichneten (im wahrsten Sinne des Wortes!) Retros am Fließband.

Eine Menge der Stücke kennt ihr aus den Retros der Woche, das heutige natürlich nicht:

Michel Caillaud
Probleembald 2011-2012, 1. Preis
Beweispartie in 18 Zügen (12+13)

 

18 Züge sind nicht allzu viele, aber scheinen dann mehr zu werden, wenn wir die sichtbaren Züge gezählt haben: Bei Weiß sind es 0+0+0+0+1+2=3 — das ist wahrlich nicht viel! Bei Schwarz schaut es auch nicht viel besser aus: 2+0+2+1+4+2=11, selbst hier sind also noch sieben Züge frei.

Dann ist es sicherlich interessant, sich anzuschauen, was denn ein Steinen geschlagen wurde: Bei Weiß fehlen bis auf den Springer die Damenflügel-Offiziere sowie der e-Bauer, bei Schwarz e- und f-Bauer sowie der schwarzfeldrige Läufer. Und Doppelbauern? Nur die Schläge ax3 bzw. axb6 sind sichtbar.

Schauen wir genauer auf den weißen Damenflügel, so sehen wir, dass der weiße Läufer dort zuhause geschlagen werden musste und dass keine der fehlenden schwarzen Steine direkt auf b3 geschlagen werden konnte: Einer der fehlenden schwarzen Bauern musste also umwandeln. Dann brauchen wir noch den Opferzug nach b3 sowie den Schlag auf c1, und damit sind plötzlich alle schwarzen Züge erklärt! Und das stellt dann gleich weitere Fragen, nämlich z.B., wie denn sLf8 verschwinden konnte?

Das solltet ihr nun selbst harausbekommen; hier zitiere ich Hans Gruber aus dem besagten feenschach-Heft: „Der PR [das war Ulrich Ring, TB] führte ein Feldexperiment mit Möchte-Gern-Lösern in Andernach durch (darunter mit einigen Jahren Abstand zweimal HG) und konnte sich davon überzeugen und daran ergötzen, wie versteckt diese Lösung ist. Ceriani-Frolkin und Pronkin vermutet man als erfahrener Löser nach einiger Zeit — aber die Garnierung ist sensationell. Wer das nicht selbst gelöst hat, hat wirklich etwas versäumt im Leben.“

Wenn das keine Motivation ist …

Lösung


Höchst originell und schon deshalb schwer zu lösen — die hohe Auszeichnung ist vollkommen verdient, wie ich meine!

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