Am 10. Oktober hatte ich auf den Preisbericht des Kostas-Prentos-Geburtstagsturnier aufmerksam gemacht und angekündigt, darauf zurück zu kommen — damit will ich heute beginnen.
Gefordert waren jede Art von Retroproblemen, in denen ein Original-Offizier A (nicht umgewandelt) von einem anderen Offizier B geschlagen wird; später wandelt ein Bauer der Partei von A in einen Stein vom Typ A um.
Den ersten Platz gewann ein bemerkenswert zeitökonomischer Allumwandlungs-Task von Christoph Fieberg: herzlichen Glückwunsch dazu! Als Aufgabe zum Lösen eignet sich das Stück vielleicht weniger — schaut es euch direkt im Preisbericht an.
Die zweitplatzierte Aufgabe zeigt das Thema „nur“ zwei Mal, aber auf bemerkenswerte Weise; ich lade euch herzlich ein, euch selbst mit der Aufgabe zu beschäftigen.
Kostat-Prentos-60-Turnier, 2. Preis
Beweispartie in 18.0 Zügen (14+14)
„Ein äußerst originelles Konzept“ schreibt der Jubilar in seinem Preisbericht und beschreibt die Aufgabe weiter, wobei ich zumindest einige Details hier auslasse, um nicht allzu viel vorab zu verraten: „Zwei … Figuren werden zu Hause von … Figuren geschlagen, die später… Zudem werden zwei … Bauern zu Figuren derselben Art wie die Opfer umgewandelt.“
Bemerkenswert ist ja schon, dass von der Schlagbilanz zumindest drei der vier Offiziere auf der gegnerischen Grundreihe durch Umwandlung entstanden sein könnten — aber alle vier könnten auch die Originalsteine sein. OK, dies scheidet aus, weil wir ja das Turnierthema kennen …
Warum hat es überhaupt Umwandlungen gegeben? Die fehlenden weiß-schwarzen Bauernpärchen standen ja auf benachbarten Reihen; das Schlagen ist dann häufig die einfachste Sache, erst einmal einen loszuwerden.
Andererseits können die übrig gebliebenen Bauern dann ja umgewandelt haben — und wenn ihr es einmal versucht, stattdessen die Originalsteine auf die Diagrammfelder zu stellen, werdet ihr feststellen, dass dies länger dauert als zwei Umwandlungen.
Aber welche beiden der vier „Verdächtigen“ haben umgewandelt — und was haben die beiden anderen gemacht?
Das wollt ihr vielleicht selbst herausfinden: Und ich kann mir gut vorstellen, dass euch das gefällt, was ihr dann seht!
Die Frage, warum die weißen Steine anders geschlagen haben, als man es dem Diagramm anzusehen meint, beantwortet Kostas so: „Warum hat die Dame nicht auf c8 und der Läufer nicht auf g8 geschlagen? Tatsächlich wäre dies eine schlechte Strategie. Der weiße Läufer muss von g8 wegziehen, um die schwarze Rochade zu ermöglichen; dies erfordert viel zu viele Züge. Warum also nicht beide schwarzen Figuren mit der Dame schlagen? Dieser Versuch (zuerst Dxg8, dann Dxc8) kommt dem Ziel nahe, aber die weiße Dame muss sich anschließend noch einmal von c8 wegbewegen, um den Turm durchzulassen, was knapp scheitert. Es ist schneller, wenn der weiße Läufer auf c8 schlägt und dann über d7-e8-f7-g8 nach g8 zieht.“
Voller Witz und Raffinesse, wie ich finde!