Chess960

Am 3. Dezember hat Per Olin in der Retro Mailing List (hier kann man sich anmelden) einen Artikel über Chess960 veröffentlicht; er hat mir freundlicherweise gestattet, ihn hier im Blog bereitzustellen.

Chess960 wurde 1996 vom früheren Schachweltmeister Bobby Fischer eingeführt, es unterscheidet sich vom „normalen“ Schach nur durch eine geänderte Partieausgangsstellung, die unter Berücksichtigung gewisser Randbedingungen (Läufer stehen auf Feldern unterschiedlicher Farbe, der König steht zwischen den beiden Türmen) vor der Partie ausgelost wird. Dass es hierfür genau 960 mögliche Partieanfangsstellungen gibt, liegt bei dem Namen sicherlich nahe.

Die Regeln speziell zur Rochade werden im Anhang F der FIDE Schachregeln erläutert — man könnte Chess960 also als „orthodox“ bezeichnen?!

Natürlich berühren die speziellen Regeln — von Rochaden abgesehen — normale Schachprobleme kaum, bieten allerdings für die Retroanalyse interessante Themen und Fragestellungen. Auf einige geht Per in seinem Artikel ein, den ich allen sehr empfehlen kann, auch wenn er auf englisch verfasst wurde — für mich zum Glück jedoch nicht auf finnisch!

Viel Spaß beim Lesen, vielleicht kommt euch ja die eine oder andere Idee für die Beschäftigung mit Chess960? Wer weiß übrigens, ob es bereits Chess960 Circe-Aufgaben gibt? Das könnte ich mir auch recht interessant vorstellen!

4 thoughts on “Chess960

  1. In dem neuen Aufsatz geht Per Olin auf Beweispartien im Chess960 (= Fischer Random Chess) ein. In einem früheren Aufsatz (erschienen in „feenschach“ Heft 189) führt er auch noch andere (frühere!) Chess960-Probleme auf (u.a. Retros). Zum Partieschach im Chess960 gibt es übrigens ein Buch: „Shall We Play Fischerandom Chess?“ von Svetozar Gligoric.

    • Hallo Bernd,

      ja, danke für den Hinweis auf feenschach 189 (S. 209-214): den hatte ich glatt vergessen! Andererseits will ich die Diskussion etwa aus Andernach hier nicht aufnehmen, aber für mich sind auch Beweispartien Retro-Probleme…

      Das Gligoric-Buch kenne ich nicht (von ihm stammte eines meiner ersten Schachbücher überhaupt: das zum Wettkampf Fischer-Spasski 1972); da wären ein paar weitere Angaben prima?!

      • Hallo Thomas,
        das Gligoric-Buch ist 2002 bei Batsford erschienen. Es ist ganz nett, aber nicht großartig. In den letzten Jahren gab es in Mainz öfters Chess960-Turniere, sogar mit Beteiligung starker Großmeister. Darüber wurde u.a. in der Zeitschrift SCHACH berichtet.
        Und noch etwas zu Deinem neuen Blog-Eintrag bezüglich feenschach: Auch bei mir sind gerade die beiden neuen Hefte eingetroffen; und darin wird, wie ich gerade festgestellt habe, mein altes Chess960-Rückzüger-Problem (das auch im alten Aufsatz von Per Olin erwähnt ist) gekocht (siehe f-194, S. 433 f.). 🙁
        Jetzt bleibt mir zur Aufheiterung nur die empfohlene Photo-Tour…
        Zu guter letzt: Beweispartien rechne auch ich zu den Retros (vgl. meine Argumentation im Problemist vom November 2012, S. 529)!

      • Ja, das ist schade mit dem Cook: Viel Erfolg beim Korrigieren!

        Übrigens erwähnt Alfre:d Pfeiffer, von dem die Angabe des Cooks stammt, noch ein paar Internet-Quellen: eine russische und eine niederländische (auf russisch bzw. englisch).

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