Die Problemschachwelt hat einen ganz Großen verloren: Gestern Abend ist nach gesundheitlichen Problemen in der letzten Zeit, dennoch plötzlich und unerwartet Klaus Wenda in Wien verstorben.
Ein ganz Großer war Klaus auf vielen Gebieten: Als „geborener Neudeutscher“ (Halumbirek-Schüler) wurde er auch ein großartiger und kreativer Märchenschach-Komponist, brachte mit den von ihm neu entdeckten und systematisierten „Anticirce-Procas“ völlig unerwartet neuen Schwung in den Retro-Bereich, wo er etwa Wolfgang Dittmann und Günther Weeth anregte und motivierte; natürlich war er Kompositions-Großmeister.
Gleichzeitig war er ein hervorragender Preisrichter, ein großartiger Buch- und Artikel-Schreiber, der sich intensiv beispielsweise für feenschach einsetzte — hatte er doch das „Unternehmen Ulysses“ zur Rettung der Zeitschrift mit initiiert, stets als Mentor begleitet und gefördert. Gerade erst hatte er einen Beitrag für Heft 268, das 100. seit Beginn des Ulysses-Vorhabens, zugesagt.
Und vergessen darf man auch nicht sein Engagement in der „internationalen Problemschach-Politik“, sein Einsatz für die PCCC, die WFCC, deren stets ausgleichender Präsident er von 1986 bis 1994 war, danach ihr Ehrenpräsident. Als angesehener und erfahrener Jurist brachte er für diese diplomatisches Geschick erfordernde Aufgabe ideale Voraussetzungen mit.
Die Problemschachwelt hat einen ganz Großen verloren — ich habe einen väterlichen Freund und Mentor verloren, den ich sehr vermissen werde. Seiner lieben Frau Doris mit ihrem Sohn Gregor und dessen Familie gilt meine herzliche Anteilnahme.